HSV-Coach Oenning: Schelte wegen ständiger Trainerwechsel

HSV-Trainer Michael Oenning hat Bilanz aus der vergangenen Saison gezogen, die von einem ständigen Auf und Ab sämtlicher Vereine und einer Rekordzahl geschasster Training charakterisiert wurde. Sein Urteil über diese Praxis zahlreicher Vereine fällt vernichtend aus: er tituliert die zahlreichen Trainerwechsel besonders in der vergangenen Saison als „Bankrotterklärung für den Fußball“.

Oenning sieht massive Probleme im Umgang mit Trainern seitens der Vereine: „Man tut sich als Trainer mit dieser temporären Hetzjagd sehr schwer. Verliert man zweimal, wird der Daumen gesenkt. Gewinnt man zweimal in Folge, ist man dagegen der Heilsbringer. Rational ist das nicht zu erklären“, legte Oenning seinen Standpunkt dar. Allerdings sieht er bereits einen Prozess des Umdenkens bei den Vorständen, nachdem diese Verhaltensweise in der aktuellen Saison reichlich kritisiert wurde. Eine ähnliche Welle von Trainerentlassungen sieht Oenning deshalb für die kommende Saison nicht mehr – hier haben die Vorstände inzwischen gelernt. Zumindest kurzfristig – einen langfristigen Lerneffekt sieht Oenning hingegen noch nicht. Doch auch sein Kollege André Schubert, der neue Coach von St. Pauli, sieht die Realität ohne rosarote Brille: „Wenn ich heute mit handelnden Personen zusammensitze und meinen Vertrag bespreche, weiß ich doch, dass sie es sind, die mich bei einem negativen Lauf entlassen werden.“

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