Katerstimmung vor dem Showdown

Der FC Schalke 04 hätte mit einem Sieg gegen den VfB die Qualifikation für die Champions League klarmachen können. Doch verlor Königsblau sang-, klang- und ideenlos verdient mit 1:2 gegen die Schwaben. Nun kommt es in Freiburg zum Showdown um Platz 4.

Die Ausgangslage war klar: Ein Sieg gegen Stuttgart, und Schalke hätte Platz 4 fast sicher gehabt. Beide Teams begegneten sich im 4-2-3-1, die Gastgeber drängten den VfB zu Beginn massiv in die Defensive – doch der Schalker Schwung verpuffte nach zwei Minuten schon wieder. Und zwar komplett. Hatten sich die Angriffsübungen vor dem Spiel gegen den HSV (4:1) im Training noch ausgezahlt, fiel den Knappen gegen die Gäste aus dem Süden offensiv so gut wie nichts ein.

Der VfB stand hinten zunehmend sicherer, wobei insbesondere Georg Niedermeier die Abwehr zusammenhielt und sich im Spielverlauf immer öfter auch am schnellen Umschaltspiel der Stuttgarter beteiligte. Das überforderte die Schalker, bei denen Farfan auf rechts nicht ausreichend defensiv arbeitete (und zudem auch in der Offensive ohne Wirkung blieb). Uchida musste oft in Eins-gegen-Eins-Situationen gegen den spielfreudigen, laufstarken und wendigen Traoré, meist stellte der Stuttgarter seinen Gegenspieler vor große Probleme. Links verteidigte Fuchs für Kolasinac. Zwar hatte der Österreicher gegen seinen Landsmann Martin Harnik weniger Probleme, doch kam er offensiv kaum zur Entfaltung – weil Ibisevic, Gentner, Boka und Maxim den Schalker Spielaufbau empfindlich zu stören wussten.

Geschlossene Mannschaftsleistung des VfB

Die starke Laufleistung der Gäste führte dazu, dass den Schalkern die Ideen schnell ausgingen. Mit Kontern wie jenem zum 0:1 kamen die Württemberger immer wieder gefährlich vor das Tor der Knappen. Nach der Pause änderte sich an diesem Bild zur Überraschung aller: nichts. Der VfB blieb gefährlicher, bei Schalke meinte man zu erkennen, dass die Chance auf die Champions League die Mannschaft gar lähmte. Ein unerklärliches Phänomen, das mit dem 0:2 – ebenfalls nach einem schönen Konter – noch verstärkt wurde. Das Flügelspiel bis zur Grundlinie fand beim FC Schalke überhaupt nicht statt, stattdessen wurden lange Flanken aus dem Halbfeld geschlagen, mit denen die VfB-Verteidigung keine Probleme hatte.

So blieb auch der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit ein Zufallsprodukt, für das die Schalker schon kräftige Unterstützung der Gäste benötigten. Mit dieser Einstellung dürfte Königsblau auch in Freiburg kaum Chancen haben – im direkten Duell um Platz 4. Ein Remis dürfte Schalke zwar schon genügen (Frankfurt müsste Wolfsburg dann mit fünf Toren Differenz besiegen), doch Freiburgs Druck ist ungleich niedriger als der der Schalker.

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