Kuss für den Schiedsrichter – Rot für den Trainer

Würde man einen Roman über skurrile Begebenheiten und ausufernde Emotionen im Fußball schreiben, diese Geschichte würde mit Sicherheit darin Eingang finden. Die Einleitung würde ungefähr so lauten: „Es war einmal ein rumänischer Trainer von Rapid Bukarest, dessen Mannschaft zuhause gegen Gaz Matan um den Einzug in den Europapokal kämpfte. Und dieser Trainer, Marius Sumudica wurde er genannt, war nach dem 2:1 seiner Mannschaft so beglückt, dass er sein Glück teilen wollte.“

Faktisch verlief das Spiel zunächst ungünstig für Bukarest: in der 8. Minute kam es zum ersten Gegentreffer. Doch Bukarest konnte nicht nur bereits in der ersten Halbzeit ausgleichen – durch ein Eigentor von Radu Zaharia wandte sich das Blatt zum 2:1. Darüber verlor Sumudica vollkommen die Fassung, stürmte jubelnd während der Halbzeit auf den Rasen und ließ sich von der Fankurve feiern. Der Unparteiische, Teodor Craciunescu, hatte dafür allerdings nur wenig Verständnis und verbannte den vor Euphorie schäumenden Coach auf die Tribüne. Anstatt dorthin zu gehen, fiel dieser allerdings zunächst dem Schiedsrichter um den Hals und küsste ihn spontan auf die Wange – worüber dieser weniger erfreut reagierte und Sumudica nicht nur für zwei Spiele sperrte, sondern auch noch ein Strafverfahren einleitete, das den Verband letztlich über 800 Euro Strafe kosten wird.

Sumudica scheint darüber letztlich aber wenig beeindruckt und kommentiert den Vorfall trocken: „Ich habe das getan, weil ich unter riesigen Druck stehe. Als ich ihn küsste, spürte ich den Geschmack eines teuren Parfüms…“ Vielleicht sollte unser aktueller Trainingstipp „Umgang mit dem Schiedsrichter – Grundsätzliche Überlegungen“ um den Punkt „Austausch von Zärtlichkeiten auf dem Spielfeld“ erweitert werden…

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