Millionenschwere Spritze für China

China spielt im weltweiten Fußballgeschehen eine deutlich untergeordnete Rolle. Das liegt nicht nur daran, dass der Sport im Reich der Mitte nicht allzu populär ist, sondern auch daran, dass jahrelang keine finanzstarken Sponsoren hinter den Vereinen standen. Und klar ist: Profifußball funktioniert nur mit ebensolchen Geldgebern. Nun kehrt ein solcher Geldgeber in den chinesischen Fußball zurück und sorgt mit einer mächtigen Geldspritze dafür, dass das Leder wieder rollt.

Bereits früher hatte sich der chinesische Immobilien-Gigant Dalian Wanda für den Fußball engagiert, hatte sich aber Ende der Neunziger aus dem Geschäft zurückgezogen. Nachdem der chinesische Fußball mehr und mehr an Bedeutungslosigkeit gewinnt, kehrte Firmenchef Wang Jianlin zurück in Chinas Profiliga. Spielmanipulationen und zuletzt die olympische Niederlage mit einem 1:4 gegen den Oman gaben der chinesischen Profiliga den Rest und sorgten für leere Ränge in der Super League.
Nun hat der chinesische Immobiliengigant eine dreijährige Vereinbarung mit der chinesischen CFA geschlossen, die dem Verband umgerechnet rund 53 Millionen Euro zusichert. Hierfür sollen international anerkannte Trainer eingekauft werden, jährlich 100 Nachwuchsspieler zu Profis trainiert und Schiedsrichter ausgebildet werden, um dem Sport neuen Schwung Richtung Erfolg zu geben. Und daran wird auch die chinesische Regierung großes Interesse haben: Fußball ist mehr als Freizeitsport. Längst dient er auch dem politischen Renommee – und das ist China bekanntermaßen recht wichtig. Für die Spieler dürfte dieses Engagement jedoch ungeachtet der politischen Tragweite mehr als positiv sein.

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