Personalnot St. Pauli: Vom Medien-Praktikant zum Profikicker

Die derzeitige Personalsituation beim FC St. Pauli spitzt sich nicht nur zu, sondern hat in der Fußfraktur bei Kapitän Fabio Morena seinen momentanen Höhepunkt gefunden – und das ausgerechnet in der ersten Saison, in der die Kiezkicker wieder Bundesliga-Luft am Millerntor schnuppern dürfen. Für Trainer Holger Stanislawski sind die Ausfälle durch Verletzungen und Rotsperren eine Katastrophe, denn: der Klassenerhalt ist noch lange nicht gesichert, zu dünn ist die Luft nach unten.

Um hier mit allen Mitteln den Abstieg nach nur einer Saison zurück in die Zweitliga zu verhindern, greift Stanislawski in seiner Not zu ungewöhnlichen Methoden: er holt den Praktikanten an Bord. Patrick Brückner, derzeit in der Medienabteilung des FC St. Pauli als Praktikant beschäftigt, erhielt morgens einen Anruf, ob er sich fit fühle, am Training teilzunehmen. Ganze sechs Verteidiger fehlen dem FC St. Pauli derzeit -fünf von ihnen sind verletzt oder erkrankt und fallen teils sogar langfristig aus, Markus Thorandt sah beim Auswärtsspiel gegen Dortmund die fünfte gelbe Karte und muss das bevorstehende Spiel gegen Hannover 96 vom Zuschauerrang aus beobachten. Vier aktive Verteidiger bleiben – fällt einer von ihnen aus, wird Praktikant Patrick Brückner am Samstag im Millerntor gegen Hannover 96 auf dem Rasen stehen.

Um allerdings Zweifel an Stanislawskis Zurechnungsfähigkeit auszulöschen: Patrick Brückner ist weitaus mehr als nur Praktikant, sondern war bis vor vier Jahren aktiver Spieler beim FC St. Pauli – bis die Kiezkicker aus der Regionalliga in die Zweitliga aufstiegen. Hier trennten sich die Wege von Stani und Brückner – nun aber hat Stani eine greifbare nahe Chance, Vereinsgeschichte zu schreiben. Ein taktisch überaus cleverer Schachzug also von Coach Stanislawski, der bereits in der Vergangenheit des öfteren durch unkonventionelle und teilweise sehr erfolgreiche Entscheidungen glänzte – man denke nur an das erstmals seit 1977 gewonnene Stadtderby gegen den HSV, in dem er auf Dritt-Torwart Pliquett setzte.

2 thoughts on “Personalnot St. Pauli: Vom Medien-Praktikant zum Profikicker”

  1. Rummenigge says:

    Das wäre ja mal eine Traumkarriere 😉

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