Peter der Große

Peter Neururer hat dem VfL Bochum neues Leben eingehaucht. Aus einer zutiefst verunsicherten Mannschaft, die sich anschickte, in die 3. Liga abzusteigen, hat Neururer in vier Spielen eine kraftstrotzende Truppe geformt – und dabei alle zwölf Punkte geholt.

Eine schlimme Serie hat der VfL zuvor hingelegt, das Tabellenende rückte immer näher. Da entschied der Club, Neururer zurückzuholen, jenen Trainer, der den VfL schon einmal in die Qualifikation für den UEFA-Cup geführt hat. Der Auftrag dieses Mal lautete, als er am 8. April in Bochum übernahm: Klasse halten! Nicht viele hielten das noch für wahrscheinlich – doch Neururer kam, er sah, und er siegte. Vier Mal in vier Spielen.

Mit taktischen Kniffen hat das wohl weniger zu tun. Neururer gibt an, seine Spieler glauben zu machen, dass sie unbezwingbar sind, und es funktioniert. Gegen Köln trieb er das Team nach Pausenrückstand nach vorne, bis aus dem 0:1 ein 1:1 und am Ende, natürlich, noch ein 2:1 für den VfL geworden war. 38 Punkte stehen jetzt auf der Haben-Seite, in der ersten Liga wäre der Klassenerhalt damit schon gesichert. In der zweiten Liga nicht, sowohl St. Pauli, Aue und auch Dresden können Bochum noch überholen. Die beiden letzteren allerdings nur noch, wenn sie beiden verbleibenden Spiele gewinnen und der VfL beide verlieren sollte.

Gute Chancen für Lautern

Im Kampf um Platz drei haben die „Roten Teufel“ aus Kaiserslautern weiterhin die besten Aussichten. Sollten sie am Sonntag beim designierten Absteiger in Regensburg voll punkten, ist die Relegation für die Pfälzer sicher. Gegen wen es dann geht, ist weiterhin völlig offen – Hoffenheim, Augsburg, Düsseldorf oder Bremen können es werden, womit wir im Oberhaus des deutschen Fußballs wären. Eine nahezu unlösbare Aufgabe hat der FCA vor der Brust, der Kurztrip zum FC Bayern dürfte wohl punktlos bleiben. Bremen empfängt die wiedererstarkte Eintracht, ebenfalls ein schwerer Gegner.

Auf dem Papier haben es die Hoffenheimer wie die Düsseldorfer da leichter – die Badener erwarten den HSV, die Rheinländer den Club aus Nürnberg. Doch die Abstiegsangst kann auch lähmend sein. Ob man da ein Festival der Torschüsse erwarten soll? Wohl kaum. Für die fünf Clubs aus Nürnberg, Stuttgart, Wolfsburg, Mainz und Hannover geht es in der Liga um kaum etwas mehr, doch spielen sie (außer Wolfsburg) allesamt eine gewichtige Rolle, weil es bei den Gegnern gegen den Abstieg oder um Europa geht. Zudem wollen sich die Stuttgarter (auf Schalke zu Gast) langsam in gute Form fürs Pokalendspiel bringen.

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