Pokal, das war einmal

Werder Bremen, die einstige Macht im DFB-Pokal, verliert zum dritten Mal nacheinander in der ersten Runde bei einem Drittligisten. Der Trainer hatte seine Mannschaft in der Entwicklung wohl schon weiter gesehen. In Wahrheit gehen den Norddeutschen die einfachsten Grundtugenden des Fußballs ab.

„Drei Mal ist Bremer Recht“, so lautet ein bremischer Spruch. Er bedeutet, dass man als Bremer ein Vorhaben ruhig zwei Mal in den Sand setzen darf – der dritte Versuch aber sollte gelingen. Die Fußballer von Werder aber scheitern nun zum dritten Mal in Folge in der ersten Runde des DFB-Pokals – gegen einen Drittligisten. 2011 eine Niederlage in Heidenheim, 2012 das Aus in Münster – und nun ein 1:3 n. V. in Saarbrücken. Schlimmer geht es kaum noch.

Dabei war Trainer Robin Dutt eigentlich gewarnt, die Vorbereitung seines Teams war nicht durchwachsen – sie war schlecht. Dutt mag das Taktiktraining womöglich zu einem zentraleren Bestandteil gemacht haben als Vorgänger Schaaf, immerhin gilt der Schwabe als taktischer Experte. Doch all das Tüfteln bringt nichts, wenn eine Mannschaft gegen einen Club, der zwei Klassen tiefer steht, keine Leidenschaft auf den Platz bringt, kein Engagement und keinen Siegeswillen. Dabei liefen bis auf den abwanderungswilligen Arnautovic eigentlich alle Bremer Stars auf. Umso erstaunlicher, dass es die Saarländer mit Disziplin und taktisch gut eingestellter Truppe mit den einfachsten Mitteln schafften, die Gäste weit weg vom eigenen Tor zu halten.

Hilflose Vorstellung

Im Prinzip gelang den Bremern bis zur Pause nichts. Dafür gab es defensiv jede Menge Abstimmungsprobleme und Fehlpässe, das 1:0 zur Pause war folgerichtig. Zwar kam Werder nach der Pause besser aus der Kabine und erzielte nach einer Stunde den dann verdienten Ausgleich – aber nur, um gleich darauf wieder in den alten Trott zu verfallen. Das Gegenpressing, von Dutt gefordert, fand so gut wie gar nicht statt. Die Rückwärtsbewegung war mangelhaft, was erstaunlich war, schließlich ging es hier um das Erreichen der 2. Runde im DFB-Pokal. Werder lief ohne Konzept über den Platz, konfus, mitunter gar kopflos. Wenn mal ein Saarbrücker Angriff abgefangen wurde, kam das Umschaltspiel nicht zum Tragen. Auch das ein Element, auf das Robin Dutt eigentlich setzt. Immerhin werden die meisten Tore in der Bundesliga so erzielt.

In der Verlängerung änderte sich an der erschreckenden Vorstellung der Bremer: nichts. Saarbrücken hätte schon vor der 90. Minute alles klarmachen müssen, zeigte sich dann aber wenigstens in der Verlängerung gnadenlos. Das Team hatte jenen Zug zum Tor, der den Gästen völlig abging, was sich insbesondere beim 3:1 (112.) durch Philipp Kreuels zeigte – ein Konter aus dem Lehrbuch, bei dem Werder völlig hilflos war. Zum Bundesligaauftakt bleibt Dutt kaum noch Zeit, Bremen spielt am Samstag in Braunschweig. Die Eintracht ist auch schon aus dem Pokal raus: durch ein 1:2 in Bielefeld.

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