Richtige Belastung im Kindertraining!

In den Ferien habe ich mir Gedanken über die Pausengestaltung gemacht, und wie ich die Belastung im Training kindergemäß steuern kann. Viele Trainer stellen sich schließlich die Frage, wie viel ist eigentlich zu viel?!

 

Pausen sind wichtig (Foto: Uwe Jansen)

Pausen sind wichtig (Foto: Uwe Jansen)

 

Trainer sollten überlegen, welche Art der Belastung angemessen ist. Natürlich ist die Frage nicht so leicht zu beantworten, schließlich hat jede Trainingsgruppe und jede Mannschaft unterschiedliche Facetten. Deshalb sollte ich als Trainer immer ein Auge darauf werfen, wenn ein Kind bzw. auch Teile der Gruppe nach einer Übung stark ermüdet sind und es einer Pause bedarf.

 

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass eine kurze Trinkpause nach jeder Übung ratsam ist, also ungefähr alle 15 min. Dann sollten die Kinder ihren Flüssigkeitshaushalt auffüllen, und von den zuvor absolvierten Einheiten Erholung finden. Außerdem können sie in diesen Phasen auch miteinander Witze machen und ein bisschen quatschen, um dann für die nächste Übung wieder aufmerksam zu sein.

 

Das Hauptaugenmerk des Kindertrainings liegt auf der intensiven Schulung der Technik. Technik orientierte Einheiten sollten während der Lernphase immer im verhältnismäßig ausgeruhten Zustand in die Tat umgesetzt werden. Wenn ich also neue Techniken lehren möchte, dürfen meine Jungs nicht außer Atem sein.

 

Haben sie hingegen die Techniken einmal darauf, können sie diese natürlich später auch bei höheren Belastungen in der Praxis anwenden. Deshalb ist es auch im Kinderfußball schon ein Ziel, bei etwas sicherer Beherrschung der Technik, Übungen anzugehen, die in höherem Tempo stattfinden.

 

Beim Erwachsenenfußball sieht man viele Szenen, die kurz und intensiv sind: Abschlussaktionen, Dribblings und Sprints, die stets in hohem Tempo ausgeführt werden. Die Spieler bekommen auch nach diesen Aktionen immer wieder die Möglichkeit, sich in kurzen Pausen zu erholen.
Das sollte beim Kindertraining ebenso der Fall sein. Ich darf das Fußballtraining nicht zur Dauerbelastung ausarten lassen, mit vielen kleinen Aktionen kann ich immer wieder kurze Pausen integrieren, die für die Erholung der Kinder enorm wichtig sind.

 

Ergo muss ich für mein Training einen gesunden Mittelweg finden, damit sich Aktionen und Pausen die Waage halten, oft ein Ritt auf der Rasierklinge, da auch die Wartezeit für die nächste Übung nicht zu lang werden darf. Wenn Kinder nämlich in einer langen Warteschlange stehen und nur im Minutentakt in Aktion geraten, verschenke ich wertvolle Trainingsminuten.

 

Auch das Gegenteil ist nicht zielgerichtet, wenn beispielsweise beim Fangspiel ein Kind länger als 30 s seine Aufgabe erfüllen muss, und wegen seiner Müdigkeit keine Kameraden mehr fangen kann. Der Fänger sollte 5-10 s einen seiner Mitspieler jagen und danach einige Zeit zur Erholung finden. Ich muss unbedingt die Erschöpfung vermeiden. Denn eine große Erschöpfung ist immer mit einer höheren Fehlerquote gleichzusetzen, im Umkehrschluss sind die Kinder frustriert durch ihre Fehler, das nimmt dem Trainingsbetrieb den Spaß.

 

Ich kann dabei einen recht einfachen Indikator anlegen, um zu sehen, ob ich die Jungs angemessen belaste. Wenn sich die Kinder nämlich während der Übung immer wieder kleine Pause nehmen und sie Spaß an der Einheit haben, ist alles gut. Geht ein Spieler jedoch nicht mehr mit vollem Tempo in die Aktionen oder schleicht zum Starthühnchen anstatt motiviert die nächste Ballaktion zu erwarten, ist dies ein ganz klares Signal dafür, dass die Belastung zu hoch ist. Auch bei den Spielen gilt diese Messlatte: Wird Engagement und Tempo der Spieler nach unten geschraubt, sollte man ihnen eine Erholungspause gönnen, anschließend werden sie wieder voller Motivation und viel Spaß zu Werke gehen!

 

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