Spanien klarer Favorit

Das Team der Norweger spielt bei der U21-EM stark auf, doch die Favoriten für das Endspiel kommen aus Spanien und Italien. Die Nordeuropäer müssen effizienter spielen, wenn sie gegen die übermächtig scheinenden Spanier eine Chance haben wollen. Am Samstag beginnt in Brasilien zudem der Confed Cup.

Nach dem Aus der deutschen Elf, die sich immerhin mit einem 2:1-Sieg über Russland aus dem Turnier verabschiedete, geht die EM der U21-Spieler natürlich dennoch weiter. Im letzten Gruppenspiel, in dem es nur noch um den Gruppensieg ging, schaffte sehr starke Squadra Azzurra gegen Norwegen zwar nur ein 1:1, deutete ihre Klasse dabei aber an. Vor allem taktisch und in Sachen Spielfreude scheinen die Italiener im Halbfinale gegen die Niederlande favorisiert.

Für die Norweger gilt das sicher nicht, sie müssen gegen Spanien antreten. Die Selección überragte in der Vorrunde mit neun Punkten und 5:0 Toren, die Iberer stellen die wohl begabteste Mannschaft des Turniers. Doch kann Norwegen in dem einen Spiel eine Überraschung schaffen? Taktisch zeigte sich das Team schon gegen Italien auf der Höhe (zumindest defensiv), kam allerdings über den höchst umstrittenen Elfmeter hinaus auf keinen echten Torschuss. Gegen Spanien muss das Team sicher mehr zeigen. Schon die nicht in Bestbesetzung angetretenen Italiener haben gezeigt, wie man gegen die Norweger spielen muss. Dass es nicht zu mehr als einem Punkt gereicht hat, lag allein an der mangelhaften Chancenverwertung der Nachwuchskicker vom Stiefel, nicht an der Spielphilosophie.

Tahitis Teilnahme, ein Gewinn für den Amateurfußball

Während das U21-Turnier also dem Ende entgegensteuert, beginnt am Samstag in Brasilien die Generalprobe für die WM 2014: der FIFA Confederations Cup. Neben Gastgeber Brasilien treten an: Welt- und Europameister Spanien, Asienmeister Japan, Nigeria als Afrikameister, Mexiko als Gewinner des CONCACAF Gold Cup, Tahiti als Ozeanienmeister, Uruguay als Sieger der Copa América sowie Italien, das als Vertreter des bereits im Feld stehenden Europameisters anreist (da Italien Zweiter der letzten EM wurde). Was für die anderen Teilnehmer lästige Pflicht, ist für Tahiti dabei wie das Mitmachen bei einer echten Weltmeisterschaft. Mit einem Kader von etwa 20 Spielern reist das Team von Trainer Etaeta aus der Südsee an – fast alle sind Amateurfußballer, die als Kletterarbeiter oder Mehlträger ihr karges Geld verdienen.

Nun sind sie für eine Zeitlang im Fokus der fußballinteressierten Weltöffentlichkeit – allerdings wohl nur etwas mehr als eine Woche, da sie in der Gruppe mit Nigeria, Uruguay und Spanien völlig chancenlos sind. Einen echten Profi aber hat das Team in seinen Reihen, er heißt Marama Vahirua und spielte zuletzt für den griechischen Erstligisten Panthrakikos Komotini tätig. Zuvor war er von 1998 bis 2012 in der französischen Liga beschäftigt, beim FC Nantes, bei OGC Nizza, beim FC Lorient, beim AS Nancy und in der Saison 2011/12 beim AS Monaco. Besonders in Nantes hinterließ er bleibenden Eindruck, in der Spielzeit 2000/01 erzielte er gegen die AS Saint-Étienne das entscheidende 1:0, was seinem Team die Meisterschaft brachte. Für den Fußball im Allgemeinen und den Amateurfußball im Besonderen ist das Mitwirken einer solchen Mannschaft bei einem größeren Turnier jedenfalls eine tolle Sache.

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