Verletzte beim Pauli-Training: Schienbeinschoner Pflichtprogramm?

St. Pauli-Trainer Stanislavski greift durch: nachdem sich nun auch noch Fabian Boll einen Bänderanriss im Training zugezogen hat, ist die aktuelle Personalsituation desaströs. Die Abwehr ist inzwischen nahezu komplett gefallen – Stanislavski will nun in der Mannschaft das leidige Thema Schienbeinschoner aufgreifen, nachdem mehrere Verletzungen damit möglicherweise vermieden worden wären.

Ende September war bereits Volz ausgefallen, nachdem er mit Rothenbach zusammengerasselt war und sich dabei am Schienbein verletzt hatte – nun fiel er einem Crash mit Asamoah zum Opfer; vor wenigen Tagen wurde er nun operiert. Inzwischen muss Stanislavski auf einen stark dezimierten Kader blicken: sechs Abwehrspieler sind für diese Saison passé – und das, wo Pauli derzeit ohnehin in starker Bedrängnis ist. Der Klassenerhalt rückt angesichts bevorstehender Begegnungen mit dem FC Bayern München, Bayer Leverkusen und Werder und einem völlig dezimierten Kader gerade in der Abwehr in weite Ferne.

Nun sollen Schienbeinschoner die Kiezkicker davor bewahren, sich vollends aufzulösen: Zweikampftraining ist angesagt, und gerade da würden Schoner absolut Sinn machen, doch was bei sämtlichen Vereinsspielen längst Pflicht ist, scheint im Training eher verpönt. Selbst während Freundschaftsspielen darf niemand ohne Schützer auf das Grün – doch im Training vernachlässigen regelmäßig Spieler und auch Coaches den Schutz des größten Fußballer-Kapitals, der Beine. Und möglicherweise wäre auch St. Paulis Situation momentan weniger ausweglos, wenn sich in der Bundesliga auch im Training Schienbeinschützer etablieren würden.

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