Wahrnehmung Teil 2 – Der Material-Dschungel

Auf die gewichtige Bedeutung, die m. E. der Wahrnehmungsfähigkeit zukommt, habe ich bereits hingewiesen. Da diese Übungen, hat man sie einmal verinnerlicht, automatisiert werden, erscheinen sie den Spielern nach gewisser Zeit zu einfach und langweilig. Deshalb muss man sich hier immer wieder neue Kombinationen einfallen lassen.

Durch die Wahrnehmungsschulung werden die Spieler zusehends sicherer in der Bewältigung komplexer Spielsituationen. Habe ich meine Wahrnehmungsfähigkeit verbessert und habe ich gelernt, auf bestimmte Reize (Spielsituationen, Gegnerverhalten, Hindernisse) schneller und unterbewusst gezielt zu reagieren, kann ich meinen Blick auf den Ball, die Spieloptionen und meine Mitspieler richten. Das Hauptaugenmerk verlagert sich somit von der Wahrnehmung hin zu dem eigentlich Ziel und Sinn: dem Fußballspiel.

Eine von mir entworfene Übung zur Schulung von Wahrnehmung, Koordniation, Laufschule, Balltechnik und Gehirnarbeit ist der „Materialdschungel“:

Übungsaufbau
In diesen so genannten „Material-Dschungel“ kann fast alles hineingelegt werden, was man im Materialraum so findet: Medizinbälle, Pylonen stehend und umgekippt, große und kleine Markierungshütchen, ein gefüllter Ballsack, Stangen, Hürden, Reifen, Ringe, Matten, Turnkasten etc.

Übungsverlauf
An den äußeren 4 Hütchen stehen die Spieler. Es starten immer 4 Spieler (von jedem der Hütchen ein Spieler) gleichzeitig in den Material-Dschungel. Jeder Spieler betrachtet den Material-Dschungel, als schaue er auf eine analoge Uhr. Das heißt, die eigene Position ist immer „6 Uhr“. Dementsprechend ist links „9 Uhr“, geradeaus „12 Uhr“ und rechts „3 Uhr“. Dieser Punkt ist wichtig für den reibungslosen Ablauf der Übung und muss von jedem Spieler eindeutig verstanden werden.

Beispiel: Auf das Kommando „12 und 6 Uhr“ rennt jeder Spieler einmal geradeaus durch den Dschungel (auf die Position „12 Uhr“) und gleich wieder zurück auf seine Position („6 Uhr“). Jeder Spieler muss sich den Laufweg anhand des Kommandos vor dem Loslaufen genau einprägen und zwar aus seiner Position („6 Uhr“) heraus. Während des Laufes verändert sich die Position „6 Uhr“ nicht. Kommt das Kommando „12, 6 und 9 Uhr“, würde der Spieler am Ende dieses Laufes dann links von seiner Startposition stehen. Für das darauf folgende, neue Kommando, ist seine aktuelle Standposition jetzt seine neue „6 Uhr“.

Die Spieler müssen den Parcours so schnell wie möglich durchqueren. Es gilt Präzision vor Schnelligkeit, d. h. keine Hindernisse umstoßen und nicht mit anderen Spielern kollidieren.

Var. 1: Übungen mit Ball
Var. 2: Übungen ohne Ball, aber mit Partner an der Hand

Liebe Grüße

Michael Mahla

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