Auswärtssieg im Abstiegskampf

Während ganz Fußball-Deutschland, ach was, die gesamte Fußballwelt am Wochenende nach Dortmund geschaut hat, haben wir am anderen Ende der Tabelle nachgesehen, wo es um das nackte Überleben geht.

Nach dem 3:0 der Münchner in Dortmund haben am Wochenende viele Beobachter gesagt, dass in der Meisterschaft die Vorentscheidung jetzt ja gefallen sei. Das stimmt rechnerisch einerseits nicht und lässt zudem gezielt den Schluss zu, Leverkusen nicht ernst nehmen zu müssen, das nach dem 1:0-Sieg in Berlin nun erster Bayern-Verfolger ist. Dortmund nimmt sich grad eine Krise, und es ist auch kein Naturgesetz, dass nicht auch den Branchenprimus aus München in dieser Saison noch eine Schwächephase ereilt.

Uns war es am Samstagnachmittag, ein paar Stunden vor dem großen Ballyhoo in Dortmund wichtig, auch die anderen Partien des Spieltags und andere Tabellenregionen nicht zu vernachlässigen, weswegen das Spiel im Tabellenkeller – Braunschweig empfing Freiburg – nicht minder wichtig war als das Gipfeltreffen in Westfalen. Die Eintracht erwartete die Gäste im 4-2-3-1, die Badener hielten mit einem 4-1-4-1 dagegen. Von Beginn an war die Partie von der Taktik geprägt, oder besser gesagt: von der Angst, zu verlieren und dann richtig im Schlamassel zu sitzen. Schließlich lagen die Kontrahenten punktgleich auf den Plätzen 17 und 16. Entsprechend zerfahren und für die Zuschauer wenig attraktiv verliefen die ersten 45 Minuten, vor allem den Gästen gelang nicht viel. Erst als die Freiburger Taktik des Passspiels hin und wieder funktionierte, kamen die Badener vor das Braunschweiger Tor, ein Lattentreffer von Höfler war die beste Chance.

Die Eintracht wird hektisch

Und Braunschweig? Hatte ebenfalls mit sich zu kämpfen, Gelegenheiten blieben Mangelware. In der zweiten Hälfte änderte sich taktisch zunächst nichts, Freiburg versuchte, den Abstand der Mannschaftsteile zu verringern, was mit nur einem nominellen Sechser nicht unwichtig ist. Die Führung des SCF resultierte jedoch aus einer Zusammenarbeit von Sorg und Fernandes, der die Vorlage des Rechtsverteidigers nur zu verwerten brauchte. Vom Wiederanstoß weg wollten die Hausherren Druck aufbauen, doch agierten sie dabei zu hektisch und verloren den taktischen Faden komplett. Freiburg setzte verstärkt auf Konter, verstolperte diese jedoch zumeist schon im Ansatz.

Etwa 20 Minuten vor dem Ende stellte Braunschweig System und Taktik um, ein zweiter Stürmer sollte Kumbela vorn unterstützen. Nominell zwar ein 4-2-2-2, so war dennoch keine Ordnung mehr im Spiel der Gastgeber zu erkennen, die einzig nennenswerte Gelegenheit blieb, kurz vor dem Ende der Begegnung, ein Schuss aus der Distanz. Freiburg hingegen hatte einige Möglichkeiten, das Spiel durch schnelle Gegenstöße zu entscheiden. Doch entweder verhedderten sich diese Konter schon im Ansatz, oder aber die daraus resultierende Möglichkeit wurde, wie von Freis, schlicht nicht genutzt. So blieb es hektisch, es wurde viel gewechselt, was die Systeme noch mehr durcheinander würfelte – und im nicht unverdienten Auswärtssieg endete.

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