Belgien kommt ins Rollen

Vor der WM als Geheimfavorit gestartet, gewann die belgische Auswahl zwar alle drei Gruppenspiele, tat sich aber gegen Algerien, Russland und Südkorea schwerer als erwartet. Zum Beginn der K.O.-Spiele zeigte sich Wilmots Mannschaft dann verbessert. Im Viertelfinale wartet nun Argentinien.

Gegen Klinsmanns USA präsentierte sich Belgien im gewohnten 4-2-3-1, auch die Amerikaner liefen in dieser Formation auf. Gleich zu Beginn war die USA etwas unsortiert, der Abstand zwischen den einzelnen Reihe stimmte nicht, was die Belgier sofort nutzen und in die freien Räume stießen. Erst nach einiger Zeit agierten die US-Boys taktisch intelligenter, was ihnen auch im Spiel nach vorn bessere Entwicklungsmöglichkeiten einbrachte. Dennoch nutzte Belgien immer wieder die Schwachstellen der US-Defensive, was zu ein paar guten Chancen führte. Fabian Johnson, bis zu diesem Spiel überragender Akteur auf der rechen Seite, konnte kaum für Entlastung nach vorn sorgen.

Das änderte sich, als Johnson nach einer halben Stunde verletzt vom Feld musste und Klinsmann ihn eins zu eins durch Yedin ersetzte. Der neue Mann sorgte für viel Schwung rechts vorne, was aber auch daran lag, dass Belgien sich nun zunehmend zurückzog und die Amerikaner sich immer besser in den Zwischenräumen vor der belgischen Viererkette zurechtfanden. Zwingende Chancen ergaben sich dadurch allerdings nicht, auf der Gegenseite prüfte de Bruyne kurz vor der Halbzeit noch einmal US-Torwart Howard. So blieb es zur Pause beim torlosen Remis.

Tore erst in der Verlängerung

Direkt nach dem Wechsel intensivierten die Belgier den Druck auf das Tor der Amerikaner, in der ersten Viertelstunde kamen Klinsmanns Spieler kaum noch zu Entlastung nach vor. In diesem Abschnitt spielte Belgien ein gutes Pressing, stellte nach Ballverlusten die Räume geschickt zu und verhinderten so die amerikanischen Konter. Dann und wann ergaben sich Chancen für die Europäer, die der überragende Howard jedoch allesamt entschärfen konnte. Doch je länger die Partie dauerte, desto mehr verlegte sich Belgiens Offensive auf Fernschüsse, mit denen Howard erst recht nicht zu bezwingen war. Chancen für die US-Boys? So gut wie keine. Die Belgier verhinderten, dass die Amerikaner schnell umschalten konnten, indem sie die Abstände zwischen den einzelnen Reihen geschickt verknappten, ein Durchkommen für Dempsey, Bedoya, Bradley und Jones war damit praktisch kaum möglich. So kam es, dass auch die letzte Paarung im Achtelfinale – wie zuvor schon vier weitere – eine Verlängerung erlebte.

Das Spiel erfuhr durch die Hereinnahme von Lukaku für Origi auf belgischer Seite direkt eine Veränderung, der bullige Stürmer sorgte in der US-Defensive gleich für Verwirrung, die de Bruyne schnell zum 1:0 nutzen konnte. Die USA mussten ihre Taktik nun umstellen, taten sich damit jedoch extrem schwer – zwingen waren die Offensivbemühungen auch weiterhin nicht. Belgien zog sich etwas zurück und lauerte nun seinerseits auf Konter. Einer davon führte durch Lukaku zum 2:0, das war direkt vor dem Seitenwechsel in der Verlängerung. Noch einmal zeigten die Amerikaner Moral und Kampfkraft, als sie in der 107. Minute auf 1:2 herankamen. Die Schlussoffensive hätte den Ausgleich bringen können, allerdings zwischendurch auch das 3:1. Die US-Boys gaben nicht auf, konnten jedoch keine der verbleibenden Chancen nutzen.

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