Schalke nutzt die Bremer Unaufmerksamkeiten eiskalt

Obwohl Werder Bremen im Heimspiel gegen Schalke in nahezu allen Statistiken die Nase vorn hat, gewinnt der Club aus dem Revier mit 3:0 im Weserstadion. Dabei nutzen die Königsblauen jene Momente, in denen die Bremer kurzzeitig nicht aufpassen.

Die Zahlen sprechen eigentlich eine klare Sprache. Zwölf zu elf Torschüsse, mehr gespielte Pässe, mehr Ballbesitz, mehr angekommene Pässe, ein wenig mehr Ballbesitz und eine Zweikampfquote, die mit 52 zu 48 Prozent ebenfalls für die Norddeutschen spricht. Und dennoch: am Ende stehen drei nicht unverdiente Punkte für die Gäste aus dem Ruhrpott, die mit dem 3:0 in Bremen den ersten Sieg im siebten Pflichtspiel dieser Saison einfahren konnten. Eine kleine Einschränkung: der Sieg ist vielleicht ein wenig zu hoch ausgefallen. Während die Gastgeber mit dem klassischen Bremer 4-4-2 begannen, in dem Selke und di Santo die Spitzen darstellten, zeigte sich Schalke 04 im 4-2-3-1 mit Huntelaar an vorderster Front. Bei den Gästen fehlten die gesperrten Boateng (Gelb-Rot) und Draxler (Rot), was für viele Beobachter die Aussicht auf einen Erfolg der Knappen deutlich schmälerte. Doch es sollte anders kommen.

Zwar startete Werder besser in die Partie und hatte zu Beginn viel mehr Ballbesitz, Schalke schien sich zunächst allein auf das Konterspiel zu konzentrieren. Diese Taktik änderte sich nach etwa 15 Minuten, als auch die Gäste mehr die Initiative ergriffen. Allerdings fehlten der Partie von Beginn an die Momente vor dem Tor, erst Bremens Lukimya kam in der 40. Minute zu einer halbwegs passablen Kopfballchance. Stattdessen verhakten sich die beiden Mannschaften ineinander, es gab viel zu viele Fouls und gelbe Karten, was nur noch mehr kleine Gemeinheiten förderte. Der Fußball war zu diesem Zeitpunkt streckenweise nur noch eine Randerscheinung. Erst, als Lukimya vergeben hatte, wirkten die Teams zielstrebiger, jede Mannschaft hatte vor der Pause dann noch immerhin eine ernstzunehmende Torchance.

Zwei Tore in drei Minuten

Weil Schalkes Sam, Taktgeber im Mittelfeld, in der ersten Hälfte wenig zustande brachte, wechselte Keller und brachte Clemens. Taktisch änderte sich nichts, die Mannschaften neutralisierten sich weitgehend. Dass Tore womöglich nur nach Einzelaktionen und Standards fallen würden, lag da schon in der Luft – dass es in der 48. und der 51. Minute schon so weit war, dagegen eher nicht. Beim 0:1 tankte sich Meyer mit dem Ball am Fuß durch einige Bremer hindurch, auch Torwart Wolf sah bei dem unplatzierten Abschluss nicht besonders gut aus. Drei Minuten später nutzte Neustädter einen Eckball gegen eine unsortierte Werder-Abwehr, der der erste Gegentreffer noch in den Knochen zu stecken schien. Überraschenderweise zeigte sich Bremen nach dem 0:2 aber noch einmal angriffslustig.

Zehn Minuten lang ließ Schalke Werder anrennen, zwei bis drei vernünftige Torchancen hatten die Gastgeber auch, bis Schalke sich entschloss, durch Konter wieder für mehr Gefahr zu sorgen. Das schien die Bremer erneut zu verunsichern, und so kam es, wie es kommen musste: Barnetta schloss einen schönen Schnellangriff mit dem 0:3 ab, allerdings wurde es ihm von der Bremer Abwehr auch leicht gemacht. Aufgrund des reiferen Spiels war der Schalker Sieg in Bremen absolut verdient.

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