Der Club braucht Punkte

Wenn am Freitagabend Nürnberg und Mainz den 15. Spieltag eröffnen, dürfte der Rest von Fußball-Deutschland eher über die dann grad beendete Auslosung für die Gruppenphase der WM 2014 diskutieren. Für den Club zählt hingegen nur eins.

Und zwar: endlich den ersten Heimsieg dieser Saison schaffen, im siebten Versuch. Beziehungsweise den ersten Saisonsieg überhaupt. Irgendwie den Anschluss herstellen, so lautet die Devise für die Franken. Gegner Mainz reist immerhin mit drei Siegen aus den letzten fünf Partien an, nach einer Katastrophenserie zuvor. Die Nürnberger müssen nicht nur auf einen eigenen Erfolg hoffen, sondern auch auf die Patzer der Konkurrenz. Während die mit acht Zählern punktgleichen Braunschweiger am Sonntagabend die Hertha empfangen (zuletzt mit durchwachsenen Ergebnissen), empfängt der andere Mitkonkurrent Freiburg (elf Punkte) zwei Stunden zuvor den VfL Wolfsburg. Die Tendenz spricht hier tatsächlich eher für die Gäste. Punktgleich mit dem SC: die Leidensgenossen aus Frankfurt.

Beide Vereine haben offensichtlich stark mit der ungewohnten Doppelbelastung der Europa League zu kämpfen. Auch für die Eintracht zählt im Heimspiel gegen die unberechenbaren Hoffenheimer, die unter der Woche das Pokalspiel auf Schalke etwas überraschend gewinnen konnten, nur ein Sieg. Doch der würde die nur drei Punkte und einen Platz besser eingestuften Kraichgauer mit unten hineinziehen. Über den Hoffenheimern stehen drei Teams mit 16 (Bremen, Stuttgart, Hamburg) und zwei mit 17 Punkten, Augsburg und Hannover. Dabei empfängt der HSV die Augsburger, der VfB erwartet Hannover. Die Sieger wahren dabei den Abstand nach unten (oder vergrößern ihn unter Umständen) und dürfen, zumindest etwas verschämt, wieder ein bisschen nach oben blicken.

Hochspannung in Dortmund

Die schwierigste Aufgabe dieser fünf Clubs erwartet mit Sicherheit Werder Bremen: Bayern München kommt zu Besuch. Vor wenigen Jahren ein noch mit Spannung erwartetes Duell um Meisterschaft oder die Plätze zur Champions League, kommt das Spiel heute mehr der Paarung David vs. Goliath nach. Oder schaffen die Bremer eine Überraschung? Schon ein Punkt wäre eine solche. Trotz der Tatsache, dass auch die Münchner inzwischen eine recht lange Verletztenliste anführen müssen, ähnlich der der Dortmunder. Die Borussia empfängt zum Toppspiel am Samstagabend den Tabellenzweiten aus Leverkusen. Das dürfte interessant werden. Es geht nicht nur um Rang zwei in der Liga, sondern auch darum, wie die Teams auftreten werden – schließlich geht es für beide kommende Woche auch um das Weiterkommen in der Champions League, wenn Dortmund in Marseille und Leverkusen in San Sebastián dringend Siege benötigen.

Champions League – das ist auch das Stichwort zum Verfolgerduell Mönchengladbach gegen Schalke. Möchten die Gäste eine Chance haben, auch 2014/15 in der Königsklasse dabei zu sein, müssen sie bei den Fohlen fast schon gewinnen. Die sind allerdings mehr als heimstark: sieben Spieler, sieben Siege. Und jüngst fünf Bundesligasiege in Folge platzübergreifend. Schalke müsste also gewarnt sein.

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