Der Club kommt in Fahrt

Der 1. FC Nürnberg ist wieder da. Zwei Siege aus den ersten beiden Spielen der Rückrunde katapultieren den Club zunächst einmal auf Rang 15. Es sieht so aus, als könnte sich die Verpflichtung von Gertjan Verbeek im vergangenen Herbst doch noch auszahlen.

Denn den langersehnten Sieg, den der im Oktober verpflichtete Niederländer eigentlich schon in der Vorrunde hätte einfahren sollen, ließ zunächst auf sich warten. Nun aber, nach dem 4:0 gegen Hoffenheim und dem 3:1 in Berlin, haben die Nürnberger die Konkurrenten aus Freiburg und Hamburg erst einmal hinter sich gelassen und sind auf Platz 15 geklettert. Im 4-1-4-1 schickte Verbeek seine Elf im Olympiastadion auf das Feld, die Hertha hielt mit dem gleichen System dagegen und ging früh in Führung. Nach dem Ausgleich nach 20 Minuten zeigte sich dann jedoch, dass Verbeek es geschafft hat, für Stabilität in der Mannschaft zu sorgen.

Diese Taktik sieht zunächst vor, den Gegner im Spielaufbau zu stören, und das setzen die Nürnberger konsequent um. Auch, wenn die Hertha hin und wieder vor das Gästetor und zu zwei Chancen kam: es ist deutlich zu erkennen, dass Verbeek dem Team bewusst machen konnte, dass es niemals chancenlos ist. Das Selbstvertrauen ist wieder da, und das zeigte sich in Berlin. Denn in fast allen wichtigen Kategorien führten die Nürnberger die Statistiken an. Mehr Ballbesitz (56 zu 44 Prozent), mehr gewonnene Zweikämpfe (53 zu 47), mehr gespielte Pässe (400 zu 312) und eine bessere Passquote (76 zu 73 Prozent).

Nicht mehr viel zugelassen

Verbeek weiß: Wenn seine Mannschaft so auftritt, kann man das Glück auch mal erzwingen. Und so nahm die Partie im Olympiastadion in der zweiten Halbzeit einen seltsamen Verlauf, die Gastgeber hatten zunächst keine zwingenden Aktionen mehr und mussten in der 68. Minute fast schon folgerichtig das 1:2 hinnehmen. Erst dann besann sich die Hertha darauf, mehr zu tun, doch Nürnberg war inzwischen so stabil, das Berlin nichts einfiel. Es war aber auch nichts Überraschendes im Spiel der Hertha zu erkennen, wenngleich auch das als Verdienst der Franken gelten durfte, sie ließen einfach nichts mehr zu.

Am Ende wurde es spannend, Schiedsrichter Weiner nahm eine Elfmeter-Entscheidung für Berlin zurück (und gleichzeitig den Platzverweis für den Nürnberger Petrak), was wohl eine Fehlentscheidung war und die Hertha wohl den Ausgleich gekostet hat. In der Nachspielzeit bekam dagegen der Club noch einen Elfmeter zugesprochen, den Drmic zum 3:1 verwandelte. So gesehen ein glücklicher Dreier für die Gäste, doch wie schon beschrieben: nicht völlig unverdient. Verbeeks Konzept greift so langsam, der Club ist taktisch fast immer auf der Höhe. Ob das auch am kommenden Spieltag gibt, sei dahingestellt, wenn Nürnberg die Seriensieger aus München erwartet. Die Hertha hingegen muss zum schwer kriselnden HSV reisen.

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