Der VfB macht einen großen Schritt

Während Braunschweig, Nürnberg und Hamburg verlieren, holt Stuttgart drei wichtige Punkte gegen Schalke und setzt sich vier Punkte vor den HSV. Zum ersten Abstiegsplatz 17 sind es gar fünf Zähler. Doch noch sind die Schwaben nicht durch.

Im 4-4-1-1 ließ Trainer Stevens den VfB gegen seinen Ex-Club agieren, defensiv stand Stuttgart somit recht kompakt und ließ Schalke, das Keller im 4-2-3-1 auflaufen ließ, nicht viel Raum. Nur Harnik und Cacau arbeiteten bei den Hausherren fast ausschließlich offensiv, stellten die Schalker Abwehr dennoch hin und wieder vor Probleme. Die Gäste fanden nicht das taktische Mittel, bis zum Strafraum der Stuttgarter vorzudringen, und das trotz 60 Prozent Ballbesitz. Allerdings ließ Schalke auch das Bemühen vermissen, die Laufwege der Offensivspieler waren kaum abgestimmt.

So war es fast zwangsläufig, dass das erste Tor nach einem Standard fiel. Didavi flankte nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld, Harnik nutzte einen Torwartfehler von Fährmann zum 1:0. Der VfB zog sich sofort wieder zurück und verteidigte den Vorsprung bis zur Pause. Im zweiten Durchgang versuchte Schalke zunächst, mehr Druck aufzubauen, mehr als zwei Weitschüsse von Boateng ließen die Hausherren jedoch nicht zu. Durch die taktischen Umstellungen ließen die Gäste den Stuttgartern nun jedoch viel Raum zum Kontern im Mittelfeld, was der VfB nutzte. Nach einer Balleroberung ging es über den rechten Flügel, Traoré sah Cacau weit hinten allein im Schalker Strafraum und flankte punktgenau. Cacau musste nur noch den Kopf hinhalten und des stand 2:0.

Schalke ohne echten Plan

Keller brachte in Szalai für Obasi sofort einen zweiten Vollblutstürmer, um die Stuttgarter zu beschäftigen. Allerdings ging das nach hinten los, denn die vorher schon kaum ausgeprägte Kompaktheit der Gäste im offensiven Mittelfeld erhielt nun noch mehr Risse. Nach einem weiteren Konter und einer feinen Vorbereitung von Sakai, der ungehindert in den Strafraum eindringen und auf Harnik zurücklegen konnte, erhöhte der VfB nach einer Stunde auf 3:0. Mit dieser Führung im Rücken machte es sich Stuttgart dann jedoch zu bequem und stand oft zu weit weg von den Gegenspielern, was Szalai prompt mit dem 3:1 bestrafte (69. Minute).

Nach einem nicht anerkannten Schalker Treffer kurz darauf – der Ball soll nach einer Ecke auf dem Weg in den Strafraum im Aus gewesen sein – und einer Glanztat von Keeper Ulreich gegen Boateng beruhigte sich die Partie, die größte Chance zu einem möglichen 4:1 vergab Sakai kläglich vor Ulreich. Keller versuchte kurz vor dem Schluss noch einmal, die Stuttgarter Defensive zu verwirren, indem er Santana als Kopfballstation für die Defensive brachte. Stevens reagierte sofort und brachte Haggui für Cacau, um Santana einen Widerpart zur Seite zu stellen. Gefährlich wurden die Gäste dadurch nicht mehr, der VfB konnte seinen wichtigen 700. Sieg in der Bundesliga einfahren.

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