Gladbach fällt zurück

Borussia Mönchengladbach ist mit der Champions League im Blick in die Rückrunde gestartet. Vier Spiele und nur einen Punkt später ist davon nichts mehr übrig. Nun gerät so langsam auch die Qualifikation für die Europa League in Gefahr.

Man muss auf die Wortwahl achten. Krise? Nein, eine Krise ist nicht das, was am Niederrhein derzeit herrscht. Eine Krise haben sie in Stuttgart und, erst recht, beim HSV. Dort geht inzwischen die Existenzangst um. In Mönchengladbach fehlen hingegen lediglich die spielerische Klasse der Vorrunde und die Ergebnisse. Nach zuvor drei Niederlagen gegen München, Hannover und Leverkusen holte die Borussia in Bremen nun zwar einen Punkt, doch der Ausgleich für die Bremer fiel eben erst in der 88. Minute, was bei den Gästen verständlicherweise für schlechte Stimmung sorgte.

Im 4-4-2 ließ Gladbachs Trainer sein Team im Weserstadion antreten, wobei Raffael hinter Kruse eher eine hängende Spitze gab. Werder setzte auf drei Veränderungen (Makiadi, Petersen und Ignjosvki für Gebre Selassie, Hunt und Elia), Dutt ließ aber ebenfalls im 4-4-2 agieren, wobei Petersen wie Raffael auf der Gegenseite eher etwas hängender spielte. Nach sechs Minuten schon traf Raffael zum 0:1, die Gäste hatten spätestens jetzt das Spiel im Griff. Gladbach ließ Bremen kommen, fing viele Angriffsversuche der Hausherren jedoch schon früh ab und setzte seinerseits auf Konter. Dabei blitzte hier und da die technische Stärke der Favre-Elf auf, allerdings versäumten es die Gladbacher, ihre Überlegenheit in ein zweites Tor umzumünzen.

Vorn zu schlampig

Doch auch Bremen blieb ungefährlich, zumindest bis zur Pause. Allein in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfe allerdings kam Werder zu zahlreichen Abschlüssen, Gladbach wirkte etwas verunsichert – und hätte in der 57. Minute doch beinahe das 2:0 erzielt, wieder war es ein Konter, der den Gästen eine Torchance bescherte. Im Anschluss schaffte es keine der beiden Mannschaften, die Taktik des jeweiligen Trainers in die Tat umzusetzen, was dazu führte, dass sich auf dem Feld in den letzten 20 Minuten ein wildes, spektakuläres Spiel entzündete. Die besseren Chancen hatten nun zunächst wieder die Gladbacher, allerdings gingen die Angreifer der Favre-Elf manchmal viel zu schlampig mit den Möglichkeiten um.

Als man damit rechnen musste, dass die Gäste eher das 2:0 erzielen würden als die Bremer das 1:1 – Gladbach kam ein ums andere Mal gefährlich vor das Bremer Tor –, schlugen die Hausherren mit einem Standard tatsächlich noch zu. Neuzugang Obraniak zirkelte den Ball per Freistoß vom Sechzehner in den Winkel, und bei aller Euphorie über den Ausgleich hätten sich die Bremer im Gegenzug beinahe noch das 1:2 eingefangen, als Torhüter Wolf einen starken Kruse-Schuss mit einem herrlichen Reflex noch zur Ecke klären konnte. Das 1:1 war, in einem interessanten Ligaspiel, für die Borussia unter dem Strich wieder zu wenig.

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