Hannovers Passivität wird bestraft

Schon beim 2:2 in Dortmund stand der VfB Stuttgart knapp vor dem ersten Saisonsieg, gegen Hannover gelang das Unterfangen dann vor eigenem Publikum. Verbesserte Stuttgarter profitieren von schwachen Gästen, aber auch von Vehs Umstellungen.

Wie schon beim BVB drei Tage zuvor setzte Veh auf die Doppelsechs aus Gruezo und Romeu, davor agierten Leitner, Gentner und Didavi, im Sturm spielte erneut der junge Werner. Insgesamt setzte Veh damit auf das gewohnte 4-2-3-1, das Hannover mit einem 4-1-4-1 beantwortete. Auf dem Platz sah das in der ereignisarmen ersten Hälfte dann so aus, dass die Gastgeber das Spiel machten und deutlich mehr Ballbesitz hatten, ohne zu großen Chancen zu kommen. Den Gästen war von Beginn an anzumerken, dass sie ein 0:0 ermauern wollten. Offensiv fand Hannover so gut wie gar nicht statt, der VfB versuchte es vor allem über rechts, wo der agile Rechtsverteidiger Klein immer wieder viel Raum hatte. Aus seinen Hereingaben resultierte allerdings nur eine halbe Torchance.

Die Gäste kamen selten vor das VfB-Tor, in dem Kirschbaum den etatmäßigen Keeper Ulreich sicher vertrat. Veh hatte den späten Ausgleich der Dortmunder am Mittwoch zuvor seiner Nummer eins angelastet und diese auf die Bank beordert. Gut möglich, dass sich Kirschbaum nun im Tor festspielt, er strahlte auf die sonst so nervöse VfB-Abwehr jede Menge Ruhe aus. Auch die vielen langen Bälle, die Ulreich zuletzt immer wieder nach vorn schlug, unterließ der Ex-Cottbuser, stattdessen versuchte der VfB, über Kirschbaum und zumeist Rüdiger, das Spiel kontrolliert aufzubauen, was über weite Strecken funktionierte. Das Pressing der Niedersachsen war viel zu halbherzig, um den Spielaufbau der Schwaben zu stören.

Stuttgart rettet sich über die Zeit

Während das Credo des VfB in der ersten Halbzeit offenbar erst einmal lautete, kein Gegentor zu kassieren, so erhöhte Veh nach der Pause die Offensivkraft, indem er Neuzugang Kostic einwechselte, der über links gleich viel Betrieb machte. Hannover war auf einmal überfordert, immer wieder kam Stuttgart nun zu Chancen – und die meisten entstanden über die linke Seite. Während die Gäste immer passiver wurden, bestrafte der VfB das mit seiner dritten guten Chance, nachdem zuvor Werner und Didavi noch vergaben. Eine Ecke von Kostic verlängerte Gentner nach hinten, wo Schwaab bereitstand und seinen ersten Bundesligatreffer markierte. Ob es eine taktische Maßnahme war oder die Angst vor dem erneuten Ausgleich: der VfB zog sich nach dem 1:0 sofort zurück und überließ Hannover das Feld. Doch die Gäste waren nicht dazu in der Lage, quasi aus dem Stand auf Angriff umzuschalten.

Der VfB verschob defensiv geschickt, der gleich nach dem Tor für Werner eingewechselte Ibisevic zeigte sich ungewohnt einsatzfreudig in der Defensive. Die einzige klare Chance der Gäste konnte auch er nicht verhindern, als ein Schuss von Joselu gerade so noch geblockt wurde. Um die Defensive weiter zu stärken, brachte Veh noch Niedermeier für Gentner, das VfB-Tor war für Hannover damit praktisch verbarrikadiert. Am Ende schien der VfB durch gefährliche Konter dem 2:0 näher als Hannover dem Remis. Trotz vier Minuten Nachspielzeit konnte der VfB am Ende verdient drei Zähler einfahren.

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