Leckerbissen für Taktikfreunde

Nach einem 0:0 heißt es oft: das war was für Taktikfüchse. Das Spiel der Gladbacher in Mainz gehört wohl in diese Kategorie, auch wenn die Gäste mehr investierten und Mainz am Ende den einen Punkt nur mit Glück behalten konnte.

67 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Borussia zu Buche. Dazu eine deutlich positive Zweikampfbilanz (55 Prozent), eine Passquote von 89 Prozent und ein klares Plus an Torchancen. Dass dieses 0:0 in Mainz dennoch eher in die Kategorie „was für Taktikfreunde“ gehört, ist eigentlich keine große Überraschung, wenn man bedenkt, dass die Trainer immerhin Tuchel und Favre heißen. Tuchel stellte ein 4-1-4-1-System gegen ein Gladbacher 4-2-3-1, in dem Raffael im Ballbesitz oft den zweiten Stürmer neben Kruse gab. Die erste Halbzeit begann recht zäh, da beide Teams darauf fokussiert waren, die Abstände zwischen den eigenen Mannschaftsreihen gering zu halten, Räume taten sich dadurch weder hüben noch drüben auf.

Tuchel schien die Qualität der Borussia erkannt zu haben und setzte darauf, den Gladbacher Spielaufbau früh zu stören, indem die beiden zentralen Mittelfeldakteure – Soto und Müller – aus dem Verbund ausrückten und den ballführenden Gladbacher unter Druck setzten. Wenn die Gäste es doch einmal schafften, sich mit dem Spielgerät in der Hälfte der Mainzer festzusetzen, halfen alle Gastgeber hinten aus und verdichteten die Räume vor dem Strafraum extrem. Dazu trugen jedoch auch die Gladbacher ihren Teil bei, da sich auch die Sechser Xhaka und Kramer sowie die Außenverteidiger Wendt und Korb immer in die Offensive mit einschalteten. So wurden die Räume zusätzlich verengt, was es der Mainzer Defensive meist einfacher machte.

Die Räume eng gehalten

Nach dem Wechsel versuchte Gladbach, die Dominanz im Spiel beizubehalten und gleichzeitig die Offensivaktionen durch höheres Tempo intensiver zu gestalten. So kamen die Gäste tatsächlich zu Gelegenheiten, weil sich plötzlich Räume auftaten. Das galt andersherum aber auch für die Hausherren, die immer dann gefährlich wurden, wenn Mönchengladbach den Ball verlor und Mainz schnell umschalten konnte. Auf diese Weise kam erst Gladbach und kurz darauf Mainz zu jeweils einer guten Gelegenheit.

Die dickste Chance des Spiels verzeichneten die Gäste eine Viertelstunde vor dem Ende, als sich die an den Zahlen abzulesende Dominanz dann doch fast noch in einem Tor widergespiegelt hätte. Nachdem sich die Gastgeber hinten einschnüren ließen, spielte Gladbach mit einem Mal schnell und direkt über Herrmann, der im Strafraum Kruse suchte und fand. Der Stürmer schoss sofort, der Ball ging jedoch knapp über das Mainzer Gehäuse. Anschließend verflachte die Partie ein wenig, offensichtlich konnten beide Mannschaften mit dieser Punkteteilung leben – auch, wenn die Siegesserie der Gäste von sechs aufeinanderfolgenden Triumphen zuvor mit diesem 0:0 gerissen war. Zum Ende der Hinrunde muss Mainz nun noch nach Hamburg, Mönchengladbach erwartet am Sonntag den VfL Wolfsburg.

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