Liga ohne Mittelfeld

Am Wochenende treffen mit München und Leverkusen zwei Teams aufeinander, die das Achtelfinale der Champions League kaum unterschiedlicher hätten beenden können. Ansonsten im Programm: der Kampf um die internationalen Plätze und das Ringen gegen den Abstieg.

Man muss es ja leider inzwischen so sagen: Bayer Leverkusen fährt mit kaum wahrnehmbaren Chancen nach München, das zeigen zum einen die Statistiken und zum zweiten der Blick auf die aktuelle Saison. 22-2-0 lautet die Münchner Bilanz, und das eins der beiden Remis aus dem Hinspiel in Leverkusen stammt, ist ziemlich aberwitzig, wenn man sich dieses Spiel noch einmal in Erinnerung ruft – so einseitig ist es in einem so genannten Spitzenspiel kaum jemals zugegangen. Ein Spitzenspiel wäre in der Hinrunde auch die Paarung Dortmund gegen Mönchengladbach gewesen, allerdings befinden sich Favres Fohlen nach neun Spielen ohne Sieg inzwischen nur noch auf dem achten Platz.

Und werden dort hart attackiert von Hertha BSC, das zuletzt immerhin einen Punkt bei den starken Mainzern ergattern konnte und nun Hannover 96 empfängt, das auswärts mit vier Punkten weiterhin schwächstes Team bleibt. Bei einer erneuten Pleite drohen die Niedersachen wieder mit in den Abstiegssumpf zu rutschen. Und Berlin würde mit einem Heimsieg die Hoffnungen auf internationalen Fußball in der kommenden Saison nähren. Die machen sich auch die Mainzer, die nach Hoffenheim reisen und dort favorisiert sind. Nur eine Niederlage mussten die Rheinhessen in den letzten zehn Spielen einstecken, Hoffenheim fährt ergebnistechnisch weiterhin Achterbahn in dieser Spielzeit. Genau wie der VfL Wolfsburg, der von den letzten acht Spielen vier verlor und vier gewann, es damit aber auf Platz fünf gebracht hat. Am Samstag geht es für die Wölfe nach Braunschweig.

Huub Stevens ist zurück

Fünf Punkte vor Wolfsburg rangiert Schalke, das es am Freitagabend mit Augsburg zu tun bekommt. Beide Clubs spielen bislang eine mehr als passable Rückrunde, die Gäste haben es bis auf Rang sieben gebracht und wollen mehr. Mehr, das wollen sicher auch andere Clubs – etwa Bremen und Stuttgart, die sich im Norden gegenüberstehen. Werder steht derzeit zwar recht gesichert, aber zwei, drei Niederlagen in Folge und man wäre wieder mittendrin im Abstiegskampf. Der VfB setzt ganz auf die Erfahrung des neuen Trainers Huub Stevens und will in Bremen endlich wieder einen Sieg feiern.

Davon träumt auch der HSV, Stevens früherer Club empfängt Nürnberg. Mit einem Sieg könnten die Hamburger den direkten Konkurrenten überflügeln, die Franken ließen zuletzt – nach davor starken Spielen – zwei Mal Federn. Ein Zähler sollte in Hamburg mindestens her. Das ist auch die Devise beim SC Freiburg, der seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet. Eine Niederlage bei der etwas erholten Frankfurter Eintracht, und die Luft beim SCF würde dünner. Der Blick auf die aktuelle Tabelle zeigt jedenfalls eine Liga ohne Mittelfeld.

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