Nicht mal ein laues Lüftchen

Schon wieder war Eintracht Frankfurt am torreichsten Spiel des Spieltags beteiligt, die Offensive der Eintracht stellt damit nun den zweitbesten Angriff der Liga. Das Schlusslicht in dieser Kategorie bildet der HSV mit nur neun Treffern aus 16 Partien. Gegen Stuttgart trat das ganze Elend der HSV-Offensive über 90 Minuten unüberschaubar in Erscheinung.

Im 4-2-3-1 traten die Schwaben in Hamburg an, wobei die beiden Außenspieler Hlousek und Klein gelernte Verteidiger sind und bei Ballverlust entsprechend nach hinten umschalten sollten. Eine ziemlich defensive Variante, die Trainer Stevens damit wählte. HSV-Coach Zinnbauer hingegen setzte auf ein 4-4-2, wobei das Mittelfeld mit van der Vaart, Müller und Holtby drei offensiv denkende Spieler enthielt, dazu agierten ganz vorne Rudnevs und Lasogga. Beide Teams suchten nach dem Anpfiff den Weg nach vorn, der allerdings auch immer wieder durch Fehlpässe der jeweils anderen Mannschaft erleichtert wurde. Während der HSV in seinen beiden Stürmern je eine zumindest halbwegs gute Chance hatte, trat der VfB in der ersten Viertelstunde gleich drei Mal gefährlich vor dem Hamburger Tor in Aktion.

Was dann auf Seiten der Hamburger folgte, war unerklärlich. Die Mannschaft hatte zwar mehr Ballbesitz, doch der VfB hatte keine Mühe, den HSV sehr weit vom eigenen Tor entfernt zu halten. Die Gastgeber spielten völlig ideenlos, zu den schlechten Laufwegen der Spieler kamen fürchterliche technische Mängel. Mitte der ersten Hälfte wurden die teils erbärmlichen Angriffsversuche mit Pfiffen von den Rängen quittiert, die HSV-Spieler ließen sich davon zusätzlich nervös machen. Schnell entdeckten die Gäste, dass sie an diesem Abend drei Punkte würden holen können. Zwei Mal Harnik und einmal Niedermeier waren dem 1:0 schon sehr nah, das dann in der 42. Minute auch fallen sollte. Und zwar auf die erwartete Art und Weise.

0:1 durch einen Konter

Van der Vaart spielte einen schlampigen Pass, den Klein abfing, Harnik wartete an der Mittellinie auf das Zuspiel, um schnell umzuschalten. Er bekam den Ball, seine Flanke fälschte Behrami auf Maxim ab, der in den Strafraum einzog. Als jeder einen Schuss erwartete, legte der Rumäne quer auf den durchgestarteten Klein, der Drobny im HSV-Tor keine Chance ließ und zur verdienten Führung der Stuttgarter traf. Die Offensive des HSV war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein laues Lüftchen, und das sollte sich in der zweiten Hälfte nicht ändern. Und das, obwohl die Hamburger ab der 53. Minute in Überzahl agierten, nachdem Niedermeier mit Rot für eine Notbremse vom Platz musste.

Wer nun einen Sturmlauf des HSV erwartete, wurde bitterlich enttäuscht. Außer einem Freistoß von Van der Vaart, der die Querlatte touchierte, war nichts los im VfB-Strafraum, der HSV stellte sich viel zu unsicher an, verlor einfachste Bälle und lud die Schwaben dementsprechend zu Kontern ein. Und die waren eigentlich immer gefährlicher als die mut- und ideenlosen Versuche der Hamburger. Deren Verunsicherung war zum Ende der Begegnung so groß, dass es Slapstick-Einlagen gab, als die Spieler selbst völlig freie Mitspieler in kürzester Entfernung mit ihren Pässen nicht erreichten. Stuttgart gewann verdient und empfängt zum Vorrundenabschluss Paderborn, während sich der HSV auf Schalke beweisen muss.

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