Wolfsburg ist einfach effizienter

Die meisten Tore in Hoffenheim, der nächste Rückschlag für Dortmund und überzeugende Siege für Stuttgart und Bremen, das war das, was den 13. Spieltag prägte. Ein taktischer Leckerbissen war hingegen beim 1:0 der Wolfsburger über Mönchengladbach zu besichtigen.

Sowohl Hecking als auch Favre entsandten ihr Teams in gewohnter 4-2-3-1-Formation auf den Platz. Der VfL hatte damit zuletzt nur gegen Schalke und in der Europa League verloren, die Borussia war in der Liga zuletzt schon zwei Mal ohne Punkt vom Platz gegangen. So war die taktische Marschroute der Gäste klar – Gladbach versuchte, über den Ballbesitz ins Spiel zu finden, und in den ersten 20, 25 Minuten hatte Favres Truppe deutlich öfter den Ball. Wolfsburg wartete zunächst ab, wohl wissend, dass man in dieser Saison bisher nicht viele Chancen benötigt, um einen Treffer zu erzielen. Auch, wenn genau das am Donnerstag zuvor gegen Everton nicht der Fall war.

Doch in der Liga funktioniert es, aus dem Nichts erzielten die Hausherren schon nach elf Minuten das 1:0. Ein Zufallstreffer zwar, doch die Statik der Partie war nun eine völlig andere. Ein erstes Aufbäumen der Gladbacher blieb aus, auch und gerade weil Wolfsburg es taktisch gut machte und die Räume dort verengten, wo es notwendig war. Zudem kümmerten die VfL-Spieler sich auffallend um immer den Gladbacher Profi, der grad den Ball führte, dementsprechend waren die Borussen bei Ballbesitz fast immer unter Druck. Das führte dazu, dass sich beide Teams meist neutralisierten, trotz knapp zwei Drittel Ballbesitz der Gäste konnten die Fohlen keine Chancen erzwingen. Nach einer halben Stunde konnte Gladbach lediglich zwei Halbchancen verbuchen, Wolfsburg hingegen kam so gut wie gar nicht mehr vor das Gästetor. Allerdings genügte das einzige Tor, um die Führung bis zur Pause zu behalten.

Chancen leichtfertig vergeben

In der zweiten Hälfte nahm die Partie andere Züge an. Zwar blieb die Ballverteilung im Spiel ähnlich deutlich wie zuvor, und Gladbach versuchte weiterhin, den Ausgleich zu erzielen. Dafür vernachlässigten die Gäste allerdings schon recht früh ihre Deckung, was sich durch mehrere Wolfsburger Chancen bemerkbar machte – allein zwischen der 57. und der 63. Minute kamen die Hausherren zu vier guten Gelegenheiten. Favres taktische Vorgabe kann das nicht gewesen sein, und dennoch war es Wolfsburgs Hecking, der ob der vertanen Chancen an der Außenlinie zunehmend unzufriedener wirkte und mit der Verwertung der Möglichkeiten haderte. Favre versuchte, mit den eingewechselten Traoré und Hazard mehr Druck auf die Wolfsburger Deckung aufzubauen, was im Ansatz zwar gelang, aber weiterhin keinen Treffer der Gäste nach sich zog.

Gladbach drückte zwar, Wolfsburg jedoch intensivierte die Zweikampfführung, was den Gästen nicht schmeckte. Ein von Hecking erlaubtes taktisches Mittel? Jedenfalls wurde nun öfter auf Foul entschieden, der Spielfluss wurde unterbrochen, was eher Gladbach schadete. Allerdings war beiden Mannschaften in der Endphase anzumerken, dass sie drei Tage zuvor auf europäischer Ebene Kräfte gelassen hatten, bis auf eine gefährliche Aktion in der Nachspielzeit konnten vor allem die Gäste keine Chancen mehr erarbeiten, Wolfsburg verteidigte ansonsten clever gegen den Ball. Beide Clubs sind am kommenden Samstagnachmittag wieder im Einsatz.

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