Wolfsburg pirscht sich an die Champions League

Vier Siege in Folge verzeichnet der VfL Wolfsburg, der Abstand zu den Plätzen zwei, drei und vier ist am Wochenende noch einmal geschmolzen. In einem taktisch geführten Duell schlagen die Niedersachsen den Konkurrenten aus Leverkusen mit 3:1.

Trainer Hecking ließ im 4-2-3-1 beginnen, Gästecoach Hyypiä setzte auf ein 4-1-4-1, wobei Bender und Castro die Achter vor Sechser Reinartz gaben. In der ersten Viertelstunde tat sich auf dem Rasen nicht viel, die Mannschaften tasteten sich ab, bis das Wolfsburger Offensivensemble sich in der 13. Minute erstmals vor das Leverkusener Tor kombinierte, wodurch sofort das erste Tor fiel. Doch die Gäste blieben zunächst bei ihrer abwartenden Taktik, erst im Lauf der ersten Hälfte verstand Leverkusen es, Torchancen zu kreieren. In der 45. Minute fiel der Ausgleich, nachdem die Zeit davor davon geprägt war, dass sich die Teams gegenseitig neutralisierten.

An diesem Zustand änderte sich in der zweiten Halbzeit erst einmal gar nichts. Zwar wollten sowohl Wolfsburg als auch Leverkusen spielerisch über die Außen vor das gegnerische Tor kommen, doch im dicht gedrängten Mittelfeld war oft Endstation. Dennoch fiel noch vor der 60. Minuten das 2:1 für die Gastgeber, allerdings eher nach dem Zufallsprinzip. In der Folge versuchte Leverkusen, das Spiel an sich zu reißen, doch wurde die Werkself selten gefährlich. Zwar sprachen nach dem Spiel nahezu alle Statistiken für die Gäste – mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Pässe –, doch Wolfsburg zeigte sich davon unbeeindruckt und versuchte seinerseits, das Glück durch schnelle Konter zu zwingen.

Wolfsburg war taktisch reifer und geduldiger

Auf diese Weise entstand im Ansatz das 3:1, als Caligiuri sich nach einem Gegenstoß von Hilbert foulen ließ, es gab Elfmeter. Leno parierte zwar, hatte aber gegen den Nachschuss keine Chance mehr (73.). Das war im Prinzip die Entscheidung, zwar erhöhte Leverkusen den Druck noch einmal, blieb im Abschluss trotz zahlreicher Gelegenheiten in den letzten zehn Minuten ohne weiteren Treffer. Immerhin war zumindest diese Schlussphase so rasant, wie man sich als neutraler Beobachter das komplette Spiel gewünscht hätte. Die beiden Trainer hatten ihre Teams auf das jeweils gegnerische Konzept passend eingestellt, sodass sich phasenweise Rasenschach ergab.

Insgesamt wirkte Wolfsburg taktisch ein wenig reifer und geduldiger, allerdings darf man nicht vergessen, dass Leverkusen die Schlappe gegen Paris St. Germain aus der Champions League mit sich herumtrug. So fehlte der Werkself hier und dort die nötige Cleverness und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Wolfsburger Tor, während die Gastgeber selbst diesbezüglich konsequenter waren. Wenn das Mittelfeld mal überbrückt war, was allerdings eher selten vorkam, zeigten sich die Wölfe aggressiver. Nur noch zwei Punkte fehlt Heckings Mannschaft auf Platz vier, drei Zähler sind es auf Platz drei und vier auf Rang zwei. Die Champions League ist nicht mehr weit weg.

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