Interview Philippe Kabo – RW Frankfurt U15

Heute im Interview: Der U15-Trainer von RW Frankfurt, Philippe Kabo.

fussballtraining.de: Für welchen Verein bist Du aktuell tätig sind und welche Mannschaft betreust Du?

Philippe Kabo: Momentan bin ich hauptsächlich bei Rot-Weiss Frankfurt tätig. Hier betreue ich seit der letzten Saison den Jahrgang 1999, zuerst als U14, nun in der U15. Letzte Saison sind wir Meister geworden und vier unserer Spieler konnten sich sogar so gut entwickeln, dass sie nun in den Nachwuchsleistungszentren spielen.

fussballtraining.de: Wie zufrieden bist Du mit dem Verlauf der aktuellen Saison?

Philippe Kabo: Die Mannschaft haben wir in der Vorsaison so vorbereitet, dass wir entweder dieses Jahr in der Hessenliga spielen können oder bei einem Nichtaufstieg der 98er selbst um den Aufstieg spielen. Diese Vorgabe setzten die Jungs super um. Die Neuzugänge konnten durch das Trainingslager und die diversen Teamevents (Kletterpark, Laser-Tag, Kino, Eintracht, Weihnachtsmarkt usw.) sehr gut integriert werden. Auch die individuelle Entwicklung der Einzelspieler ist als „sehr gut“ zu bewerten, sodass ich hoffe, dass einige von ihnen direkt von der U15 in die U17 kommen.

fussballtraining.de: Was ist in dieser Saison für Euch noch möglich?

Philippe Kabo: Das Ziel muss ganz klar der Meistertitel und die Relegation um den Aufstieg sein. So eine Relegation ist natürlich immer eng und spannend, aber wenn man sie erreicht, dann will man die beiden Spiele natürlich auch gewinnen.
fussballtraining.de: Welche Philosophie verfolgst Du als Trainer? Was ist Dir besonders wichtig?
Philippe Kabo: Für mich als Trainer ist es wichtig, die Jungs ihrem Traum Profi zu werden, ein Stück näher zu bringen. Neben den fußballerischen Fähigkeiten werden bei meinem Trainerteam besonders die Punkte Zielstrebigkeit, Selbstständigkeit, Disziplin, Teamfähigkeit und Ehrlichkeit geschult. Zusätzlich müssen aber auch die Schulnoten stimmen. So arbeiten wir intensiv mit den Eltern Zusammen, und stehen den Familien nicht nur bei Fragen zur sportlichen Entwicklung parat.

fussballtraining.de: Wer ist Dein Vorbild als Trainer und warum?

Philippe Kabo: Ein Vorbild habe ich nicht direkt. Da ich schon in jungen Jahren als Trainer angefangen habe und über meine Ausbildung im DFB den ein oder anderen beeindruckenden Trainer kennen lernen durfte, habe ich eher meine eigene Spielphilosophie weiterentwickelt und so meinen eigenen Stil gefunden.
Ich bevorzuge hohes Pressing und ein schnelles Umschalten, jedoch auch einen ruhigen und geordneten Spielaufbau, wenn dies nicht möglich ist. Es muss immer einen Plan B und C geben. Hierdurch versuchen wir den Jungs schon in diesem frühen Alter eine gewisse Rhytmusfähigkeit und ein Gespür für das richtige Tempo näher zu bringen.

fussballtraining.de: Welche Schwerpunkte setzt Du in Deinem Training?

Philippe Kabo: An zwei der drei Trainingseinheiten beschäftigen wir uns eher mit der individuellen positionsspezifischen Förderung. So versuchen wir, die persönlichen Stärken der Spieler noch weiter zu verbessern, jedoch auch die für seine erste und zweite Position wichtigen Fähigkeiten, bei denen es unter Umständen noch Lernbedarf gibt, zu optimieren.
Zu Beginn der Saison ging es in der dritten Einheit immer um das Defensivverhalten, dann den Spielaufbau und nun um das gezielte Herausspielen von Torchancen. Alle Elemente wurden gekoppelt an die technischen Anforderungen schon von Beginn an indirekt in den Individualeinheiten geübt. Zumeist wurde immer wieder zwischen Spielformen und Übungen gewechselt, um die Motivation stets oben zu halten.

fussballtraining.de: Welche Utensilien dürfen in Deinen Trainingseinheiten nie Fehlen (Hütchen, Leiter oder andere Hilfsmittel)?

Philippe Kabo: Ganz klar der Ball. Bis auf das Aufwärmen vor einem Schnelligkeitstraining oder wenn wir Fangspiele zur Beweglichkeits- und Reaktionsschnelligkeitsschulung spielen ist der Ball eigentlich immer dabei.
Nicht direkt ein Utensil, sondern eine weitere Aufwertung unseres Trainings bildet unser Fitnesstrainer. Hier haben wir mit Tim Harris einen absoluten Experten auf diesem Gebiet. Durch ihn setzten wir bereits vor Jahren schon Trainingsmethoden wie das TRX ein, noch lange bevor sich dies bei allen Profivereinen rumgesprochen hatte. Die Bayern waren uns zwar eine Schritt voraus, doch noch vor den meisten anderen Bundesligisten haben wir das TRX Training in unser Training integriert und können mit Tim in noch kleineren Gruppen arbeiten und so eine sehr persönliche individuelle Förderung bieten.

fussballtraining.de: Wie bildest Du Dich als Trainer weiter?

Philippe Kabo: Ich hatte eigentlich schon letzte Saison vor meine A-Lizenz zu machen. Die B-Lizenz war ein super Erlebnis, da man mit der Truppe zum einen wirklich über Fußball reden konnte, aber auch der Spaß nicht zu kurz kam. Dazu war es natürlich ein Highlight, sich mit einem Ex-Bundesligaspieler (Valerien Ismael) ein Zimmer zu Teilen. Zum andern merkt man aber auch, dass der DFB zu seinen Ausbildungslehrgängen ab der B-Lizenz nur seine besten Leute schickt, wobei ich aber natürlich auch von meiner C-Lizenz-Ausbildung an der Uni bei Uli Frick sehr profitiert habe.
Nun freue ich mich auf die A-Lizenz im Februar und zuvor noch auf die Tagung der Hessischen-DFB-Stützpunkttrainer in Grünberg, was auch immer ein Highlight ist.

fussballtraining.de: Wie lauten Deine persönlichen Ziele als Trainer?

Philippe Kabo: Zuerst muss ich im Herbst mein Staatsexamen fertig bekommen, um dann mein Referendariat an einem Gymnasium in den Fächern Sport und Chemie zu machen. Eine Sportschule wäre natürlich sehr interessant.
Mal sehn, was während dem Referendariat zusätzlich möglich ist. Nach dem abgeschlossenen Referendariat wäre ich aber auf jeden Fall auch interessiert, das ein oder andere Praktikum in einem Profiverein zum machen.
Der Fußballlehrer wäre natürlich ein Traum und das damit einhergehende Engagement, aber wer weiß, Ottmar Hitzfeld war ja eigentlich auch Schullehrer…

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