Interview Stefan Willmann – FC Nöttingen U15

Heute im Interview: Stefan Willmann von der FC Nöttingen

fussballtraining.de: Für welchen Verein wirst du nächste Saison tätig sein und welche Mannschaft betreust Du?

Stefan Willmann: Ich gehe nach drei Saisons bei der SG Siemens Karlsruhe als Trainer der U15 und U17(Verbandsliga Baden) nun den nächsten Schritt und übernehme zur neuen Runde die U15-Junioren des FC Nöttingen, ein toller Verein in der Nähe von Pforzheim, der in der kommenden Saison mit der ersten Mannschaft in der Regionalliga Südwest spielt. Mit meinen Jungs geht’s in der Verbandsliga Baden um Punkte.

fussballtraining.de: Was hat sich Euer Trainerstab für die Vorbereitung vorgenommen?

Stefan Willmann: Wir sind zu dritt im Trainerteam, wobei ich als Cheftrainer die Hauptverantwortung übernehme und von einem Co-Trainer, sowie von einem Betreuer unterstützt werde. Gemeinsam haben wir uns für die Vorbereitung Schwerpunkte gesetzt. Zum Einen steht das Schaffen von Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit (Handlungsschnelligkeit) im Fokus, zum Anderen wollen wir die Jungs taktisch weiterentwickeln. Wie spiele ich auf welcher Position? Wie spielen wir als Team gemeinsam, um Erfolg zu haben?

Auch die individuelle Entwicklung der Spieler ist ein wichtiger Baustein. Hier geht es vor allem um die Fähigkeit, Situationen zu erkennen und daraufhin zu handeln.

fussballtraining.de: Welche Ambitionen habt ihr für die kommende Saison?

Stefan Willmann: Da bin ich ganz entspannt. Die Mannschaft ist in der vergangenen Saison als junger Jahrgang ungeschlagener Meister der Kreisliga Pforzheim. Nun geht’s zwei Ligen höher in der Verbandsliga ganz anders zur Sache. Jedoch spielen in der Mannschaft durchweg talentierte Spieler, von denen ein Großteil im DFB-Stützpunkt spielt. Drei Spieler haben sogar den Sprung in die badische Auswahl geschafft. Ein Platz unter den ersten fünf ist drin, alles darüber hinaus ist ein Bonus für die Jungs.

fussballtraining.de: Welche Philosophie verfolgst Du als Trainer? Was ist Dir besonders wichtig?

Stefan Willmann: Es geht nichts ohne Vertrauen. Die Spieler müssen das glauben und verstehen, was ich ihnen erzähle. Wir sehen uns mindestens 4 Mal in der Woche. Wenn ich da den Feldherren raushängen lasse, komme ich zu nichts. Ich versuche, die perfekte Mischung zwischen „Kumpeltyp“ und „Chef“ zu finden. Das kommt bisher ganz gut an. Disziplin und Zuverlässigkeit sind Tugenden, die die Jungs nicht nur im Fußball vermittelt bekommen sollten. Besonders wichtig ist mir aber etwas ganz anderes. Totale Identifikation mit dem Verein, der Mannschaft und den Mitspielern. Nur wenn jeder zu einhundert Prozent mitzieht, kann man als Einheit auftreten.

fussballtraining.de: Wer ist Dein Vorbild als Trainer und warum?

Stefan Willmann: Ein wirkliches Vorbild habe ich nicht. Ich versuche von so vielen Trainern wie möglich zu lernen und mir die Dinge rauszuziehen, an denen ich mich selbst weiterentwickeln kann. Trotzdem gibt es einige Trainer, die mich begeistern.

Pep Guardiolas Idee vom Tiki-Taka finde ich absolut faszinierend.

Die Emotionen von Klopp, Tuchel oder Streich sind absolut nötig. Ich finde es toll, zu sehen, wie gerade diese drei Trainer ihre Aufgabe leben.

Markus Kauczinski, Cheftrainer beim KSC, begeistert mich als gebürtigen Karlsruher natürlich auch sehr. Ich kenne Markus, seit ich 7 bin und seine Trainerlaufbahn ist toll mit anzusehen. Ich denke, dass er einer der nächsten Bundesliga-Trainer sein kann. Am Liebsten natürlich beim KSC 😉

Stephan Schmidt, ehemals Trainer des SC Paderborn und von Energie Cottbus ist vor seiner Zeit als Profitrainer mit der U19 des VfL Wolfsburg deutscher Meister geworden. Und prompt war er Cheftrainer eines Zweitligisten. Diese Karriere ist beeindruckend.

fussballtraining.de: Welche Schwerpunkte setzt Du in Deinem Training?

Stefan Willmann: Ball, Ball und nochmal Ball. 95% aller Übungen werden mit Ball durchgeführt. Letztendlich sind wir Fußballer und wollen das auch zeigen. Es gibt auch genügend Übungen zum Beispiel zum Thema Ausdauer, die man mit Ball durchführen kann.

Ein klarer Schwerpunkt ist für mich, wie schon in Frage 2 gesagt, die taktische Ausbildung der Spieler. Der FC Nöttingen spielt mit A-/B- und C-Junioren jeweils mit der Einser-Mannschaft in der Verbandsliga und der Zweier-Mannschaft in der Landesliga. Jeder Trainer muss sich darauf verlassen können, gut ausgebildete Spieler zu bekommen. Jeder der Spieler möchte irgendwann einmal so hoch wie möglich spielen. Das fußballerische Talent ist bei allen Spielern vorhanden, sonst wären sie nicht hier. Jetzt sind wir Trainer dafür da, die richtigen Stellschrauben zu drehen, um sie noch besser zu machen.

fussballtraining.de: Welche Utensilien dürfen in Deinen Trainingseinheiten nie Fehlen?

Stefan Willmann: Ohne Bälle, Hütchen und Markierungshemden geht’s nicht. Dazu kommen je nach Einheit Dinge wie, Koordinationsleitern, Plastikreifen, Deuserbänder etc.

fussballtraining.de: Wie bildest Du Dich als Trainer weiter?

Stefan Willmann: Zum einen natürlich über die Traineraus- und -fortbildungen beim DFB. Aktuell mache ich meine C-Lizenz-Leistungsfußball. Anschließend soll so schnell wie möglich der B-Schein hinterher kommen.

Zum anderen gibt es tolle Bücher zu vielen Themenbereichen. Hier finde ich die Bücher von Christian Titz und Thomas Dooley sehr gut. Auch die Online-Trainingsplattform des DFB ist sehr hilfreich.

Ansonsten geht für mich nicht über den Austausch mit Kollegen bzw. der Besuch von Trainingseinheiten anderer Vereine. Hier findet man mich regelmäßig im Training der Profis des Karlsruher SC.

fussballtraining.de: Wie lauten Deine persönlichen Ziele als Trainer?

Stefan Willmann: Auf kurze Sicht gesehen, möchte ich mit dem FCN erfolgreichen Fußball spielen. Die Jungs und auch deren Eltern sind toll und die Spieler sind sehr lernwillig und ehrgeizig. Wie schon erwähnt, möchte ich die nächsten Trainerlizenzen erwerben. Mit 21 Jahren bin ich noch relativ am Anfang meiner Trainerlaufbahn. Ich werde sehen, was noch möglich ist. Das große Ziel ist aber ganz klar. Später möchte ich, wenn möglich, den Fußball-Lehrer machen und entweder in einem Nachwuchsleistungszentrum eines Proficlubs oder aber als Trainer einer Seniorenmannschaft arbeiten. In welche Liga es mich führt, werden wir sehen. Der große Traum ist, mein Hobby zum Beruf machen zu können.

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