SpoWi-Ecke: Powertraining – Krafttraining

„Kraft entspricht Masse x Beschleunigung“. Viele Nachwuchsfußballer beispielsweise versuchen an Körpergewicht zuzulegen, um im Erwachsenenbereich eine bessere Rolle spielen zu können. Im Journal of Strength and Conditioning Research erschien im Juli 2013 eine interessante Untersuchung, den Sinn von Krafttraining für Fußballer untersuchte und zwei Methoden verglich.

Brasiliens Elitefußballer

Die vorliegende Studie von Irineu Loturco et al. untersucht die Auswirkungen von Krafttraining auf „brasilianische Elitefußballer“, die jedoch nicht benannt bezeichnet werden. Zweiunddreißig männliche Spieler (18-20 Jahre alt, etwa 1,60-1,80m groß und 65-75kg schwer) nahmen an der Untersuchung teil, die während der Saisonvorbereitung stattfand.

Drei Messzeitpunkte

In dieser Vorbereitungsphase wurde in einem sechswöchigen Zeitfenster an Kraft/Power trainiert und die Resultate gemessen. Die dynamische Maximalkraft wurde vor (0), zur Halbzeit der Untersuchung (nach drei Wochen; 3) und zum Ende der Untersuchung (6) festgehalten. Muskuläre Power, Sprung- und Sprintkraft wurden vor (0) und nach den sechs Wochen (6) getestet.

Zwei Gruppen

Nach der individuellen Feststellung der Maximalkraft absolvierten alle Spieler ein dreiwöchiges traditionelles Kraftraining. Die 32 Spieler wurden dann zufällig auf eine der beiden Trainingsgruppen verteilt. Während die erste Partei geschwindigkeitsorientiertes Krafttraining mit geringeren Intensitäten absolvierte, fokussierte sich die zweite Gruppe auf mehr Intensität und geringere Geschwindigkeit im Trainingsbetrieb.

Die Geschwindigkeits-Truppe reduzierte die Intensität auf etwa 30% der Maximalkraft und steigerte dadurch die Bewegungsgeschwindigkeit bei der Übungsausführung – die Intensitäts-Gruppe hingegen steigerte die Belastung auf etwa 60%, was in einem geringeren Tempo resultierte.

Ergebnisse

Beide Gruppe wiesen nach sechs Wochen ähnliche Zugewinne im Bereich der Maximalkraft auf. Die Geschwindigkeits-Truppe mit 19,8% Zuwachs jedoch einen etwas geringeren positiven Effekt als die Intensitätprobanden (22,1%). Die zwei Gruppen präsentierte auch alle signifikante Verbesserungen in allen Variablen. Es wurden jedoch keine Unterschiede zwischen den beiden Probandengruppen festgestellt.

Die Ergebnisse in der Maximalkraft Beine (Geschwindigkeit : 18,5% ; Intensität: 20,4% ) und bei der Sprungkraft (Geschwindigkeit: 29,1% ; Intensität: 31,0 %) wurden ebenso nach sechs Wochen deutlich verbessert. Auch die 10m-Sprintzeiten erfuhren eine Steigerung in beiden Gruppen (Geschwindigkeit: -4,3% ; Intensität: -1,6%).
Die30m-Sprintzeit allerdings konnte bei keiner der beiden Trainingskonstellationen eine signifikante Verbesserung erfahren (Geschwindigkeit: -0,8% ; Intensität: -0,1% ).

Fazit

Zusammenfassend zeigt die Studie ganz klar deutliche Steigerungsmöglichkeiten von Kraftleistungen bei Fußballern auf. Durch Krafttraining können die Maximalkraft und daraus resultierende Faktoren positiv beeinflusst werden und zu Leistungssteigerungen führen. Außerdem scheint es keinen großen Unterschied zu generieren, ob das Training geschwindigkeits- oder intensitätsorientiert durchgeführt wird.

Aus persönlicher Sicht scheint die Durchführung mit etwas zügigerer Bewegungsgeschwindigkeit praxisnäher und tauglicher. Da laut dieser Studie auch kein Kraftverlust gegen ein Training mit etwas geringeren Gewichten und flüssigerer Realisierung spricht, bleibt es jedem Trainer überlassen, wie er seine Spieler trainieren lassen möchte.

Von Dominik Langenegger

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