Freiburg trainiert das Abwehrverhalten im Mannschaftsverbund

Der SC Freiburg scheint in diesen Wochen kaum aufzuhalten zu sein. Der Druck auf den Tabellenführer aus Leipzig wird stetig aufrechterhalten. Die Grundlage dafür wird im täglichen Training am Schwarzwaldstadion gelegt. Die Verletzungsprobleme nach der Winterpause sind vergessen, zumindest die potenziellen Stammspieler sind bis auf Marc Torrejon fit. Dieser drehte seine Runden um den Trainingsplatz, während Lucas Hufnagel mit Physio Simon Ickert trainierte und Florian Kath gemeinsam mit Vegar Eggen Hedenstad an der Dreisam entlang joggte.

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Passqualität wird gefordert


Drei der dargestellten Felder wurden nebeneinander aufgebaut, sodass jeweils 6 Spieler in einem Feld das Passspiel trainieren konnten. Es wurde damit begonnen, dass sich zwei Spieler in der Mitte bewegten, die restlichen vier Spieler bewegten sich auf den Seitenlinien. Zwei Bälle zirkulierten nun im Feld, es durfte maximal mit zwei Kontakten gespielt werden.



Nachdem jeder Spieler einmal in der Mitte war, wurde ein Ball weggelegt. Das Tempo wurde nun deutlich erhöht, da jeder Ball direkt gespielt werden musste. Dabei wurde darauf geachtet, dass es in der Feldmitte trotzdem eine Staffelung gab. Die Spieler sollten abwechselnd dem Ball entgegen gehen und weiter verteilen.

Im nächsten Schritt wurde die Passfolge vorgegeben. Dafür wurden die Ecken besetzt, weiterhin waren zwei Spieler in der Mitte. Die Passfolge sah wie folgt aus: in der Ecke wurde ein Doppelpass mit einem Spieler aus der Mitte gemacht, nun folgte ein Pass die Linie runter in die nächste Ecke und wiederum wurde ein Doppelpass mit einem Spieler aus der Mitte gespielt.

Kompliziert wurde es durch die Laufwege. Nachdem der Spieler aus der Mitte den Doppelpass gespielt hatte, ging er in die Ecke, der andere Spieler, der longline spielte, ging in die Mitte und bot sich kurz darauf in der gegenüberliegenden Ecke zum Doppelpass an. Die Spieler des SC Freiburg beherrschen diese Übung wie im Schlaf, was im nachfolgenden Video zu sehen ist.




Wie Christian Streich immer wieder betont, ist die Bewegung ohne Ball in dieser Übung entscheidend. Zum einen muss der Abstand zum Außenspieler minimiert werden, jedoch darf der Mittelspieler nicht schon bis auf zwei Meter herangerückt sein, wenn der Pass kommt. Die Bewegung zum Ball muss also sehr zügig erfolgen. Noch besser sieht die Übung aus, wenn zum Freilaufen die aufgestellten Männchen benutzt werden, diese stellen den Gegenspieler dar und simulieren sehr spielnah den Deckungsschatten, aus dem sich die Spieler lösen sollen.

Auch für die letzte Passübung gab es eine vorgegebene Passfolge, waren die Bewegungen der Spieler nicht vorgegeben. Das Prinzip ist recht simpel: von außen wird ein Pass auf einen Mittelspieler gespielt, dieser lässt auf den anderen Spieler prallen, welcher den Ball wieder in eine der Ecken nach außen spielt, wo nun ein einfacher Pass die Linie runter gespielt wird. Dann geht alles wieder von vorne los. Komplizierter sind wieder die Laufwege.

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Der erste Spieler aus der Mitte, jener, der den Ball prallen lässt, geht nach außen auf die Position des Spielers, der den Ball longline spielt. Dieser geht stattdessen in die Mitte und bekommt den Ball von dem Spieler prallen gelassen, der zuvor den Ball nach außen spielte.




Die Passfolge bleibt immer die gleiche, doch die Kreativität wird durch die unterschiedlichen Laufwege gefördert. Komplett beliebig durften die Laufwege jedoch nicht sein. Die Spieler sollten darauf achten, dass die Abstände nicht zu klein geraten, weiterhin sollte eine Staffelung vorhanden sein, der eine Spieler sollte also zum Ball gehen, während sich der anderen fallen ließ.

Verteidigen im Mannschaftsverbund mit Kontermöglichkeiten

Es wurden wieder drei Mannschaften eingeteilt, die Torhüter Patrick Klandt und Konstantin Fuhry gingen in die Tore, während Stammkeeper Alexander Schwolow weiter mit Torwarttrainer Andreas Kronenberg trainierte. Das Spielfeld war quer zum normalen Spielfeld und war so breit wie ein Strafraum. Außerdem gab es eine Abseitslinie jeweils 15 Meter hinter der Mittellinie, welche in Form eines 5 Meter breiten Korridors über die komplette Spielfeldbreite markiert wurde.




Die gegeneinander spielenden Mannschaften hatten unterschiedliche Aufgaben. Für die zunächst ballbesitzende Mannschaft galt, mit dem Ball am Fuß über die Abseitslinie zu laufen oder einen Pass in den Korridor zu spielen, der vom Mitspieler erlaufen wurde. Ein Torschuss war nicht eingeplant. Bei Ballverlust konnte die ursprünglich verteidigende Mannschaft auf das gegnerische Tor kontern.


Für das Abwehrverhalten gab es zwei verschiedene Vorgaben: zum einen hohes Pressing, wodurch allerdings Räume hinter der Abwehr entstehen konnten. Die Stürmer durften sich bis zur Abseitslinie im Rücken der Abwehr postieren, ohne im Abseits zu stehen. Dadurch wurde mindestens ein Abwehrspieler gebunden und den Mitspielern Platz geschaffen. Die Alternative für die Abwehr bestand darin, sich bis kurz vor die Abseitslinie zurückzuziehen. Dadurch entstanden keine Räume, das Verteidigen wurde leichter. Gleichzeitig jedoch verlängerte sich auch der Weg zum gegnerischen Tor, ein Konter wurde also schwieriger.

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Christian Streich legte großen Wert auf ein durchweg konsistentes Abwehrverhalten. Lief ein Stürmer den ballführenden Spieler an, musste die komplette Mannschaft mitmachen und ein durchgehendes Pressing spielen. Wenn sie sich zurückzogen mussten dies allerdings alle Spieler machen und keine Lücken entstehen lassen.

Autor: Lars Petersson

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