Hertha zur Generalprobe gegen den SSC Neapel

Zur Generalprobe für den Saisonstart bekam es Hertha BSC mit einem echten Hochkaräter zu tun. Der italienische Vize-Meister und Champions League-Teilnehmer SSC Neapel gastierte im Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark. Der Bundesligist war dem starken Gegner eine Halbzeit lang gewachsen, in den zweiten 45 Minuten aber völlig chancenlos.

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Vedad Ibisevic brachte die Berliner nach 24 Minuten in Führung, nachdem er einen Stockfehler von Neapels Außenverteidiger Ghoulam ausgenutzt hatte.
Die Gäste kamen nach einer kurzen Ecke durch Marek Hamsik zum Ausgleich (36.).
In Hälfte zwei trafen dann José Callejon (54.), Arkadiusz Milik (71.) und Dries Mertens (83.) zum 1:4-Endstand. In allen drei Situationen ließen sich die Herthaner relativ einfach überspielen.

Hertha im 4-2-3-1, aber mit überraschendem Personal

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Hertha BSC: Jarstein; Plattenhardt (67. Ronny), Brooks, Langkamp (46. Hegeler), Pekarik; Skjelbred, Stark (46. Allan Souza); Stocker (62. Kurt), Darida (62. Allagui), Haraguchi; Ibisevic (62. Schieber).

SSC Neapel: Reina (46. Sepe); Ghoulam (78. Strinic), Raul Albiol (74. Chiriches), Koulibaly (84. Luperto), Hysaj (72. Maggio); Hamsik (84. R. Insigne) Valdifiori (57. Jorginho), Allan (46. Zielinski); L. Insigne (57. Mertens), Gabbiadini (46. Milik), Callejon (67. El Kaddouri).

Hertha formierte sich erneut im gewohnten 4-2-3-1-System. Überraschungen gab es aber bei der Spielerauswahl, denn Dárdai ließ seinen Kapitän Fabian Lustenberger auf der Tribüne. Da Weiser (Fitness-Rückstand), Duda, Mittelstädt (beide Aufbautraining) und Kalou (privatbedingt) ebenfalls nicht dabei waren, bekamen Spieler aus der zweiten Reihe die Chance sich zu zeigen (Stocker, Stark).

Neapel taktisch variabler


Taktisch variabler spielte Neapel. Nominell waren die Italiener in einem 4-3-3 aufgestellt, dieses verwandelte sich aber immer wieder zu einem 3-4-3, wenn Sechser Valdifiori sich zwischen die beiden Innenverteidiger zurückfallen ließ und die sehr offensiven Außen Hysaj und Ghoulam nach vorne preschten, um auf den Außenpositionen im Zusammenspiel mit Callejon und Insigne Überzahl herzustellen. Gelang dies, bekam Superstar Hamsik Freiräume im zentralen Mittelfeld und konnte dann nach vorne Richtung Sechzehner marschieren.

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Die Hertha legte in Durchgang eins ein gutes Pressing an den Tag, vor allem Darida stopfte im Mittelfeld so manche Löcher. Der Tscheche war überall zu finden und gefiel auch in der Rolle des Ballverteilers. Doch diese Aufstellung, mit Darida auf der „10“ hat auch Nachteile. Da die „Pferdelunge“ Darida eher die Rolle einer „8“ ausfüllt und sich auch im Spiel gegen den Ball wohler fühlt, geht der Hertha Offensivkraft verloren. Kalou ist allein durch sein hervorragendes Freilaufverhalten unheimlich wichtig für die Hertha, das wurde durch sein Fehlen ganz deutlich.

Nach der Pause chancenlos – Lob für Allan und Kurt

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In Hälfte zwei bekamen die Berliner gar keinen Zugriff mehr, was sicherlich auch der vielen Wechsel geschuldet war.
Allan, ein technisch hochveranlagter Mittelfeldspieler, wies noch ein paar taktische Defizite auf. So war der Brasilianer nach Hertha-Ballverlust manchmal nicht aufmerksam genug und ließ ein paar Löcher entstehen, die Neapel zum schnellen Spiel nach vorne nutzte. Allerdings darf man nicht vergessen, dass der Brasilianer erst 19 Jahre alt ist. Hertha-Coach Pál Dárdai war mit dessen Auftritt entsprechend zufrieden: „Ich denke, Allan hat gezeigt, dass er kicken kann. Wir müssen ihm aber noch erklären, wie wir defensiv stehen und wie er die Räume zu machen soll. Wir haben aber gesehen, dass er handlungsschnell und spielstark ist.“

Lobende Worte gab es ebenfalls für Sinan Kurt. Der Außenbahn-Spieler war für Stocker in die Partie gekommen und war in der letzten halben Stunde der Aktivposten im Hertha-Spiel. Vor allem durch präzise Flanken aus vollem Lauf machte er auf sich aufmerksam.
Ansonsten liefen die Herthaner aber in der einen oder anderen Situation ins offene Messer. Hamsik & Co gelang es, die Kette diverse Mal zu überspielen. Häufig kamen die Bälle von Hamsik, der dadurch hervorragende Packing-Werte erzielt haben dürfte.

Fazit: Das Hertha-Spiel, welches sich nach der überaus erfolgreichen Hinrunde 2015/2016 nicht großartig verändert hat, wirkt entschlüsselt. Das haben bereits AZ Alkmaar im Test, aber auch Bröndby in der Europa League deutlich gemacht. Neapel hatte in der zweiten Hälfte zudem erhebliche Schnelligkeitsvorteile. Erneut hat sich gezeigt, dass Hertha mehr Tempo braucht, da die Außenbahnspieler für das Spiel der Hauptstädter enorm wichtig sind. Oft stehen diese beim Aufbauspiel zunächst sehr breit, postieren sich aber auf fast gleicher Höhe mit den Außenverteidigern. Wird das Offensivspiel dann angekurbelt, laufen sie sich frei. Da sie Gegenspieler mitziehen, entsteht in den offensiven Halbräumen Platz.

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In Hälfte eins überzeugte Pekarik, der sich vor allem offensiv als starker Flankengeber in Szene setzen konnte. Zudem hätte er mit einem Volleyschuss aus der zweiten Reihe fast ein Tor erzielt.
Aktivposten in Hälfte war ganz eindeutig Sinan Kurt.

Von Kevin Schulte

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