10 typische Fußballer-Ausreden beim Training

In jeder Mannschaft gibt es Spieler, die nach einer schlechten Trainingsleistung nie um eine Ausrede verlegen sind. Einige der schönsten Ausreden, die ich als Spieler und Trainer hören durfte, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

1) Spieler: „Trainer, ich hab eben erst noch einen fetten Schweinebraten gegessen und konnte deswegen beim besten Willen nicht beim Ausdauertraining vorne mitlaufen. Es ist ein Wunder, dass ich das Training überhaupt durchgehalten habe!

Trainer: „Und warum isst du kurz vor dem Spiel einen Schweinebraten?“

Spieler: „Ich habe mich gerade mit meiner Freundin versöhnt und da kann ich doch nicht sagen, dass ich ihren Schweinebraten nicht esse. Das müssen Sie doch verstehen Trainer, oder?

Mein Kommentar: Natürlich gibt es wichtigere Dinge im Leben als ein Fußballtraining. Aber dieser Spieler war, wie die meisten Spieler, die solche Ausreden bringen, mit einer solchen Geschichte nicht nur einmal am Start.

2) Spieler: „Trainer, ich weiß auch nicht, was da los war! Ich hab mich schon den ganzen Tag lang seltsam gefühlt. Vielleicht liegt es ja daran, dass letzte Nacht Vollmond war. Da schlafe ich immer so schlecht!

Trainer: „Vollmond ist aber erst in der kommenden Nacht!“

Spieler: „Sind Sie da sicher? Aber es kann ja auch sein, dass ich eine Vollmond-Vorahnung hatte!“

Mein Kommentar: Die Vollmond-Geschichte habe ich seltsamerweise in mehreren Varianten erlebt. Mal abgesehen davon, dass die Wissenschaft keinen Zusammenhang zwischen Vollmond und Leistungsfähigkeit kennt, sollte man bei dieser Ausrede wenigstens wissen, ob die letzte Nacht eine Vollmondnacht war oder nicht.

3) Spieler: „Trainer, ich hatte tierische Probleme mit meinen Schuhen. Bei jedem Schritt hatte ich Angst auszurutschen!

Trainer: „Ist mir gar nicht aufgefallen! Du bist doch nie aus dem Gleichgewicht geraten!“
Spieler: „Da sehen Sie mal, wie anstrengend das Training heute für mich war!“

Mein Kommentar: Die Schuhe werden gerne bei Ausreden verwendet. Allerdings machen das nur Spieler, die ihre Ausreden nicht bis zum Ende denken. Es liegt doch auf der Hand, dass ein Trainer bei dieser Ausrede sofort fragt, warum der Spieler den die Schuhe nicht gewechselt hat.

4) Spieler: „Trainer, ich war mit den Gedanken ganz woanders. Meine Schlange ist letzte Nacht gestorben und ich musste Sie eben beerdigen.

Mein Kommentar: Die Liebe zu Haustieren in allen Ehren, aber was ich mir im Laufe der Jahre alles schon habe anhören müssen in diesem Bereich, springt sämtliche Grenzen. Besonders erinnere ich mich aber an die Schlange, denn Schlangen sind nun nicht unbedingt Haustiere, mit denen man emotionale Wärme verbinden würde. Aber vielleicht sind da die Vorstellungen auch bei jedem Menschen anders.

5) Spieler: „Trainer, Sie werden es nicht glauben: Mir ist heute auf der Fahrt zum Training schon wieder das Auto kaputt gegangen!

Mein Kommentar: Die Trainingsleistung war in diesem Fall besonders schlecht, weil der Spieler erst eine halbe Stunde vor Trainingsende auf dem Platz erschien. Das war gerade noch pünktlich, um das obligatorische Trainingsspiel mitzumachen. Die Konditionseinheit konnte mein lauffauler Lieblingsspieler leider nicht mitmachen. So hatte er sich das jedenfalls vorgestellt. Blöd war nur, dass er dann ganz alleine laufen musste, während die anderen das Trainingsspiel absolvierten. Das Ergebnis war, dass der Spieler bei der nächsten Konditionseinheit wieder fehlte, wieder einen Autoschaden als Grund nannte und dieses Mal pünktlich zum Trainingsende erschien.

6) Spieler: „Trainer, ich bin gestern Abend 10 Kilometer gelaufen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Sie heute ein Konditionstraining machen.

Mein Kommentar: Diese Ausrede brachte der Spieler nach genau 5 Minuten Lauftraining vor. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits eine halbe Platzrunde Rückstand auf die anderen Spieler. Blöd war auch, dass ich am Vortag gesehen hatte, dass mein Spieler bereits nachmittags im Biergarten saß und ganz sicher am Abend nicht mehr dazu in der Lage war, 10 km zu laufen. Aber das war kein Problem, jedenfalls nicht für mich, denn ich war gerne dazu bereit, meinem Spieler bei der Verarbeitung des vorherigen Abends zu helfen.

7) Spieler: „Wenn ich heute zu viel Gas gebe, kann ich am Sonntag keine Leistung mehr bringen!

Mein Kommentar: Dieser Satz ist bei einem Dienstagstraining gefallen, aber ich habe ihn in unterschiedlichen Varianten an jedem Trainingstag schon gehört. Je näher das Training am Spieltag liegt, desto größer ist die Versuchung für Spieler, ein hartes Training als Ausrede für eine schlechte Leistung anzuführen. Wenn aber mindestens 2 Tage zwischen dem Training und dem Spiel liegen, sollte ein halbwegs trainierter Fußballer dazu in der Lage sein, vollständig zu regenerieren. Wer schon beim Training in Schonhaltung ist, wird auch im Spiel keine überragende Leistung bringen.

8) Spieler: „Mich hat gestern eine Biene gestochen und deswegen kann ich mich nicht richtig bewegen!

Ein Bienenstich ist unangenehm und deswegen ist diese Ausrede ziemlich gut. Schließlich können die meisten Menschen durchaus nachvollziehen, dass es nicht angenehm ist, mit einem Bienenstich an einer strategisch ungünstigen Stelle zu trainieren. Als wir dann aber unter der Dusche standen und ich wissen wollte, wo denn der Bienenstich sei, hätte ich eine Lupe gebraucht, um ihn sehen zu können. Zweifellos war da ein Insektenstich, aber von einer Schwellung oder einer Rötung war nicht mehr viel zu sehen. Seitdem lasse ich mir Bienenstiche und andere Insektenstiche, die als Ausrede benutzt werden, vor dem Training zeigen.

9) Spieler: „Der Muskel hat ein bisschen gezwickt und ich wollte kein Risiko eingehen

Mein Kommentar: Das ist zweifellos eine der besten Ausreden, denn der Trainer hat überhaupt keine Chance nachzuprüfen, ob der Muskeln und wirklich gezwickt hat oder ob der Spieler einfach nur keine Lust hat. Allerdings gibt es eine gute Regel, um die echten von den falschen Muskelprobleme zu unterscheiden, zumindest während des Trainings: Wenn ein Spieler sich während des Lauftrainings oder einer anderen unangenehmen Trainingseinheit eine Auszeit nimmt, weil der Muskel zwickt, dann darf er auch nicht am Abschlussspiel teilnehmen. Meist reicht es schon aus, diese Regel aufzustellen und im Zweifel den Spieler daran zu erinnern. Nach ein paar Dehnungsübungen sind die angeschlagenen Spieler dann erstaunlich schnell wieder fit.

10) Spieler: „Unter Flutlicht fühle ich mich nicht wohl, weil ich Brillenträger bin!

Trainer: „Ich habe dich aber noch nie mit Brille gesehen!“

Spieler: „Ich ziehe die Brille ja auch nur zum Lesen an!“

Mein Kommentar: „Für diese Ausrede hätte ich sogar Verständnis, wenn Sie auf einem der vielen Plätze mit schlechter Flutlichtanlage gekommen wäre. Aber wir waren auf dem besten Platz im Umkreis und die Flutlichtanlage war brandneu und leuchtete jeden Winkel des Platzes hell aus. Zudem sollte ein Spieler auch den Unterschied zwischen Nahsichtigkeit und Weitsichtigkeit kennen. Schließlich soll er auf dem Platz keine Gedichte vorlesen!

Kommen Ihnen diese Ausreden bekannt vor? Welche Ausreden mussten Sie sich schon anhören und wie sind Sie damit umgegangen? Ich bin gespannt auf Ihre schönsten Spielerausreden!

 

 

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