Bambini Training – Begeisterung und Freude an der Bewegung

Bambini Training: Die Zahl der Kinder, die im Vorschulalter Fußball spielt, ist hoch wie nie zuvor. Jeder Verein, der systematisch Jugendförderung betreibt, trainiert inzwischen Bambini. Die Methoden aus den älteren Jahrgängen im Juniorenbereich greifen bei den Jüngsten allerdings nicht. Hier sind spezielle Konzepte erforderlich, um sie für den Sport früh und dauerhaft zu begeistern. Das Training hat den gewünschten Erfolg, wenn es abwechslungsreich, bewegungsintensiv und mit hohem Spaßfaktor angelegt ist. Kinder brauchen Platz zum Rennen, Springen, Lärmen und ungestümen Toben. Dieses Bedürfnis und der Raum, den der Fußball dafür bietet, sind eine hervorragende Ausgangslage. Diese Chance gilt es im Training mit den Bambini zu nutzen.

Der Trainer oder die Trainerin als wichtige Bezugsperson

Zur Rolle der Trainer von Bambini gehört mehr als die Aufgabe des Übungsleiters. Sie sind für vier bis sechs Jahre alte Kinder wichtige Bezugspersonen in ihrem Alltag bzw. im Bambini Training. Die Herausforderung, einer Mannschaft anzugehören und gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, ist für die Kleinen enorm. Um ihre Rolle zu finden, brauchen sie Hilfe, Unterstützung und genügend Freiraum. Kindertrainer vermitteln die notwendigen Regeln in der Gruppe geduldig und behutsam. Sie sind mehr der große Freund oder die erwachsene Freundin. Sie kennen tolle Spiele und machen selber gerne mit.

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Bestimmte Verhaltensweisen im Umgang mit den Bambini erleichtern die Arbeit. Trainerin und Trainer

  • haben wirkliches Interesse an den Kindern und informieren sich über deren Lebensumstände,
  • behandeln alle Kinder gleich und versetzen sich in deren Situation,
  • berücksichtigen Ideen oder Vorschläge der Kleinen und fördern deren Stärken gezielt,
  • schaffen Orientierung durch feste Rituale und setzen Grenzen, die sie konsequent einhalten,
  • passen ihre Sprache sowie die Gestik kindgerecht an und
  • stellen die Kinder in keinem Fall bloß.

Auf besondere fußballerische und sportliche Fähigkeiten kommt es bei den Betreuerinnen und Betreuerin im Bambini Training nicht an. Das Gespür für die Bedürfnisse und eine situationsgerechte Nähe sorgen für die bedingungslose Akzeptanz als Vorbild.Bambini Training

Den Zugang mit der richtigen Sprache für die Kinder finden

Im Vorschulalter sind die Phasen, in denen die Konzentration hoch bleibt, in der Regel kurz. Dies erfordert knappe Erläuterungen mit einfachen Worten. Trainerinnen oder Trainer erklären Zusammenhänge oder komplexe Übungen schrittweise. Den Ablauf vorzumachen, führt schneller zum Ziel als mündliche Erklärungen. Fremdworte oder die nicht allen geläufige Fußballersprache schaffen Unverständnis. Dass jeder die Übung nach langer Erläuterung versteht, ist nicht einmal sicher, wenn auf die entsprechende Frage alle nicken. Oft sind die Bambini durch die Spiele aufgedreht und mit den Gedanken noch anderweitig beschäftigt. Besser ist es, Aufgaben mit einfachen Regeln und praktischem Einstieg abschnittsweise zu vermitteln. Bei kurzen Unterbrechungen lassen sie sich ergänzen oder mit zusätzlichen Elementen erweitern.

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Bilder, die Fantasie und Vorstellungskraft anregen, setzen sich fest. Wenn volles Tempo gefordert ist, läuft das Kind besser „schnell wie eine Rakete“ oder „flink wie ein Hase“. Sorgfältig überlegte knappe Erklärungen und ansprechende Vergleiche in der Sprache der Kinder verhindern Langeweile. Wer die Reaktionen beobachtet, erkennt deren Unsicherheit, wenn sie etwas nicht verstehen. Er fragt nach und erklärt es erneut. Das Vokabular und das Verständnis für die Sprache der Fußballer entwickelt sich mit der Zeit.

Bambini Training: Geborgen und sicher durch geeignete Rituale

Kleine, regelmäßig in den Ablauf des Bambini Training integrierte Handlungen, ohne unnötiges Pathos, fördern den Zusammenhalt. Sie helfen, Kindern ein sicheres Gefühl zu vermitteln. Dazu zählen die Begrüßung des Trainers und der Mitspieler durch „Abklatschen“ oder Handschlag. Ein Kreis zu Beginn des Trainings oder eines Spiels, wo sich alle an der Hand fassen und ihren Schlachtruf ausbringen, ist ein weiteres Beispiel. Sinnvollerweise gibt es ein Stichwort – wie „wo seid ihr?“ -, auf das sich alle beim Trainer oder der Trainerin sammeln.


So geht es geordnet mit der nächsten Übung weiter. Die benötigten Hilfsmittel auf dem Platz oder in der Halle zusammen aufzubauen und zum Ende miteinander aufzuräumen, ist zweckmäßig. Nach einem Spiel bedanken sich die Bambini gemeinsam bei den Schiedsrichtern.

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Die Kapitänsbinde wechselt während der Saison im wöchentlichen Turnus. Spielführerin oder Spielführer nehmen sie in dieser Zeit mit nach Hause. Ein ähnliches Verfahren ist mit dem Ball möglich. Die Maßnahmen motivieren die Kids und bewirken ein selbstbewusstes Auftreten. Zum Schluss von Spielen und Trainingsabschnitten loben Betreuer oder Betreuerinnen die Leistungen – im Idealfall erfolgt das einzeln. Sätze wie

  • „Heute kam an dir keiner vorbei“,
  • „Du warst so schnell wie der Wind“ oder
  • „Ihr habt gekämpft wie die Löwen“

prägen sich nachhaltig ein und machen stolz.
Solange sie nicht übertrieben oder zu zeitaufwendig sind, helfen den kleinsten Fußballern diese einfachen Rituale, ihren Platz zu finden.

Bewegungsübungen schaffen wichtige Grundlagen

Hohen Stellenwert bei der Ausbildung der Bambini haben motorische Fertigkeiten. In jungen Jahren entwickelt sich das Gehirn rasant. Lernprozesse, wie das Erweitern der Bewegungsmotorik, verlaufen in dieser Zeit ausgesprochen erfolgreich. Kinder leben beim Fußball ihren Bewegungsdrang erstmals in allen Facetten aus. Einfach anmutende Anforderungen wie Rückwärts- oder Seitwärtslaufen, Hopserlauf oder Drehungen sind neu. Ein- oder beidbeiniges Hüpfen und auf allen Vieren Kriechen oder seitliches Abrollen entwickeln wesentliche Grundfertigkeiten. BewegungsübBambini Trainingungen – mit und ohne Ball – schaffen die Voraussetzungen für die spätere technische und athletische Ausbildung.

Mit geringem Aufwand lässt sich auf einem markierten quadratischen Feld mit zehn Meter Seitenlänge viel erreichen. Die Kinder stehen an der Seitenlinie und die Trainer erteilen von außen Bewegungsaufgaben. Das Bild des Hubschraubers ist gut geeignet. Er fliegt vorwärts und rückwärts oder seitlich. Für Drehungen aus dem Stand oder im Laufen sorgt ein „Sturm“. Für das Überfliegen von Hügel geht es im Hopserlauf auf und ab. Letztlich muss der Hubschrauber landen und starten. Er liefert das Bild für das Hinsetzen und Aufstehen.
Übungen mit dem Ball am Fuß beinhalten ebenfalls Drehungen und einen Start auf dem Rücken oder Bauch liegend. Sprünge, die Übergabe des Balles an einen Partner oder Schüsse auf ein kleines Tor sind weitere Varianten. Die Kreativität und Fantasie kennen in dieser Hinsicht keine Grenzen. Abwandlungen jeder Art sind im Training denkbar. Als Hilfsmittel stehen Reifen, Matten, Teppichfliesen, Kästen, Bänke, Luftballons, Bänder und vieles mehr zur Verfügung.

Abwechslungsreiche Übungen und Spaß am Spiel

So wichtig die Bewegungsschule ist – der Fokus liegt auch im Bambini Training auf dem Fußballspiel. Dazu zählen Übungen, bei denen Kinder verschiedene Bälle erleben und ihr Gefühl dafür verbessern. Kleine Dribbelaufgaben mit dem Ball am Fuß, wie Hütchenwald, Felderwechsel, Liniendribbling oder Hürdenlauf, gehören in jede Einheit. Spannende Geschichten regen mit wenigen Sätzen die Fantasie an. So bekämpfen sie beim Schuss einen Drachen, den der Trainer im Tor darstellt, oder schlagen sich durch einen imaginären Urwald. Ein markierter Teich, durch den sich die Kleinen wie Frösche, Enten oder Fische bewegen, bildet ein weiteres Szenario.

Einige Prinzipien sind wichtig.

  • Die Übungen wechseln häufig. Alle zehn bis maximal 15 Minuten ist eine neue Aufgabe zu stellen.
  • Wartezeiten und Leerlauf sind zu vermeiden.
  • Alle Übungen haben spielerische Elemente und sind einfach aufgebaut.
  • Die Kinder brauchen regelmäßig Erfolgserlebnisse.

Bei kleinen Fußballspielen (drei gegen drei oder vier gegen vier) auf begrenzten Feldern steht beispielsweise das Toreschießen im Mittelpunkt. Einfache Regeln (Einrollen statt Einwurf, ohne Abseits) und verschiedene Tore aus Stangen, Hütchen oder Kästen sorgen für viele Treffer. Solche Spiele sind ein „Muss“ in jedem Training.
Das Internet bietet – etwa auf der Seite des DFB – ein riesiges Angebot an Übungen und Anregungen. Mit geringem Aufwand lässt sich eine Fülle abwechslungsreicher und spannender Spielformen zusammenstellen.
Ohne die Eltern geht es nicht
Bambini Training
Erfahrene Trainerinnen und Trainer wissen, wie wichtig es ist, die Väter und Mütter einzubinden. Wenn aufgeregte Eltern ihre Sprösslinge anfeuern, oft mit besten Absichten, kann das kontraproduktiv sein. Ständiges Hineinrufen und Kritisieren sowie die Tipps „Gib ab“ oder „Schieß doch“ bringen nichts. Es irritiert und überfordert die Kinder regelmäßig. Elternabende zu Beginn einer Saison ermöglichen – neben organisatorischen Absprachen – Vereinbarungen zum Verhalten am Spielfeldrand. Anfeuern, Aufmuntern und Motivieren sind die positiven Aspekte, die dazu beitragen, dass sich Bambini wohlfühlen. Der Grundsatz „Kein Kind geht ohne Lob nach Hause“ gilt auch für die Eltern.
Gemeinsam für den Fußball zu begeistern, ist das Ziel. Akzeptieren einzelne Mütter oder Väter die Absprachen nicht, regeln die Eltern das nicht selten untereinander. Im Notfall sind persönliche Gespräche und bei fehlender Einsicht das Beenden der Zusammenarbeit unausweichlich.
Ergebnisorientierung ist in dieser Altersklasse auch im Bambini Training fehl am Platz. Sieg oder Niederlage spielt keine Rolle und Gegentore sind kein Problem. Jungs und Mädels laufen aus purer Spielfreude über den Platz. Sie feiern jedes kleine Erfolgserlebnis euphorisch, wenn die Bedingungen stimmen. Dieser Spaßfaktor überträgt sich regelmäßig auf die Erwachsenen.
Für viele Ehrenamtliche sind diese Momente der Antrieb und die Belohnung für ihr Engagement. Fußballtraining mit Bambini verschafft durch die schnellen Fortschritte der Kleinen und deren Begeisterung persönliche Zufriedenheit. Die Dankbarkeit der Kinder lohnt den Aufwand in jedem Fall.

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