Charaktere einer Fußballmannschaft (Teil 3)

Belbins Teamrollen und ihre Relevanz für den Fußball

Die ausgewogene Zusammenstellung eines Teams aus Belbins Teamrollen lässt sich nicht verallgemeinern. Der Kontext der Teambildung und die jeweilige Branche bestimmen, welche Rolle wie oft vertreten sein sollte und auf welche Position verzichtet werden kann. Eine effektive Arbeitsgruppe aus der Industriebranche benötigt so zum Beispiel eine andere Verteilung, als ein gut strukturiertes Sportteam.
Für Fußballmannschaften gelten somit branchen- und kontextbezogen nicht exakt dieselben Verteilungen, wie für Arbeitsgruppen. Als Grundsatz sollte der Großteil eines Fußballteams beispielsweise aus kommunikationsorientierten Persönlichkeiten bestehen, da sie Konflikte schlichten und das Wohl des Teams im Auge haben. Handlungsorientierte und wissensorientierte Gruppenrollen braucht eine Fußballmannschaft zwar ebenso, allerdings nicht in übermäßig hohem Maß. Wenn beispielsweise mehr als drei handlungsorientierte Charaktere in einer Mannschaft geführt werden, dann kann sich schnell ein chaotischer Handlungswahn entwickeln, der strategisch nicht genügend unterfüttert ist. Die Rollenverteilung muss in der Fußballmannschaft selbstverständlich zur Position des Spielers passen.

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  • Als Torhüter sind beispielsweise Rollen, wie der Beobachter geeignet.
  • Innenverteidiger profitieren im Zentrum der Verteidigung von guter Technik und starkem Passspiel. Wissensorientierte Rollen machen sich in dieser Position gut.
  • Außenverteidiger schalten sich dagegen auch in die Offensive ein. Sie werden mit kommunikationsorientierten Rollen, wie dem Wegbereiter besetzt.
  • Im Konzept Sechser und Achter spielt der Abräumer in defensiven Aufgaben. Der tiefe Spielmacher ist im Passspiel gefragt und der Box-to-Box-Player übernimmt offensive und defensive Aufgaben. Als tiefe Spielmacher sind Koordinatoren oder Macher geeignet. Box-to-Box-Player und Abräumer sind mit kommunikationsorientierten Rollen zu besetzen.
  • Als Zehner behaupten klassische Spielmacher im modernen Fußball aSpiel1uf engstem Raum den Ball und leiten ihn weiter. Sie erkennen unbesetzte Räume und bieten sich dort für einen Pass an. Diese Rolle ist eine wissensorientierte oder handlungsorientierte Rolle.
  • Handlungs- und wissensorientierte Rollentypen sind außerdem im Sturm relevant. Der klassische Außenstürmer geht gerne in Richtung Torauslinie und schlägt von dort aus Pässe in den Strafraum. Vor allem Umsetzer sind für diese Position geeignet.
  • Inverse Flügelstürmer sorgen dagegen über Pässe oder Schüsse für Torgefahr. Spezialisten oder Erfinder können in dieser Rolle gute Dienste leisten.

Heute spielen viele Fußballmannschaften nur noch mit einem Stürmer, der alleine agiert und teilweise als Wandspieler mit Spiel- und Passstärke auftritt. Wenn nur ein Stürmer das Team führt, tritt in dieser Position bevorzugt ein Koordinator ein. Letztlich sind alle hyrarchieformenden Führungsspieler idealerweise Koordinatoren. Als Spielmacher werden oft Spezialisten gesetzt. Die Kreativabteilung der Mittelfeldspieler ist mit Erfindern, Wegbereitern und Teamplayern durchsetzt. Die Mittelstürmer erscheinen in handlungsorientierten Rollen, so zum Beispiel als Macher oder Umsetzer. Perfektionisten sind auf dem Feld in der Regel fehl am Platz, weil sie sich zu ängstlich verhalten. Orientiert an Belbins Teamrollen kann das Chemie-Experiment Fußballmannschaft von Erfolg gekrönt sein und mit Reaktionsprodukten, wie Teamgeist und Gruppendynamik tatsächlich vielversprechende Ergebnisse liefern.

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