Herausforderungen eines Jugendtrainers und wie du damit umgehst

Ein Jugendtrainer muss sehr viele verschiedene Herausforderungen meistern und das auf und auch neben dem Platz. Hierbei muss er oft das sogenannte Fingerspitzengefühl aufbringen, weil viele Kinder und Jugendliche sehr sensibel sind. Doch genau dieses hat zwei Seiten. Denn im Normalfall muss auch ein Jugendtrainer seine Mannschaft nach Leistung aufstellen.

Tipps und Tricks für Jugendtrainer im Fussball und eigene Spielideen7 Herausforderungen und Tipps für Jugendtrainer

Anders als im Seniorenbereich mischen sich hier aber auch häufig die Eltern ein und wollen ihren Nachwuchs möglichst immer spielen sehen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Dennoch hat der Jugendtrainer immer das letzte Wort und nimmt daher teilweise eine Art Moderator ein. Vor welchen weiteren Herausforderungen Jugendtrainer im Fussball stehen und wie am besten damit umgegangen wird, erfährst du hier!

1. Sollte ein Jugendtrainer den eigenen Sohn trainieren?

Nicht selten sind Jugendtrainer auch selber Väter und da bietet es sich doch an, den eigenen Sohn gleich mitzutrainieren, oder? Das bringt zwar einige Vorteile mit sich (gemeinsame Zeit verbringen, Nachwuchs im Blick) birgt aber auch einige Gefahren. Denn wenn der eigene Sohn immer spielt, könnten sich andere Kinder benachteiligt fühlen. Dadurch kann die Stimmung in der Kabine schnell kippen.

Doch auch für den Sohn des Trainers ist es auf Dauer nicht von Vorteil, wenn er lange von seinem Vater trainiert wird. Denn vielfach geht dieser mit dem eigenen Nachwuchs auch besonders streng um, weil er will, dass er erfolgreich ist. Darüber hinaus ist es durchaus von Vorteil, wenn er von einem nicht verwandten Coach trainiert wird. So lernt er auch von anderer Seite viele nützliche Dinge, die auf dem Fussballplatz wichtig sind.

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2. Wie kann ich als Jugentrainer mit den Eltern am besten umgehen?

Viele Eltern von Nachwuchsspielern sind sehr ehrgeizig und sind bei jedem Spiel und teilweise sogar auch bei jedem Fussballtraining anwesend. Und wenn das eigene Kind dann nicht spielt, ist in ihren Augen immer der Trainer schuld. Allerdings ist es seine Aufgabe, die beste Mannschaft aufzustellen und nicht die der Eltern. Am besten kommuniziert er offen mit ihnen und bleibt sich aber stets treu. Denn er trifft die Entscheidungen. Um von Anfang an den Druck rauszunehmen, kann er am Anfang einer jeden Saison einen Elternabend veranstalten. Dort erklärt er sein Konzept. Dann wissen die Eltern, wie es abläuft und können sich dann nicht mehr in der Saison beschweren.

Zudem können sich alle Beteiligten auf einem solchen Elternabend auch besser kennenlernen und sich beschnuppern. Wichtig ist, dass sich der Coach auf den Abend gut vorbereitet und sich vorher in etwa überlegt, was er sagen will. Wenn ihm die Eltern bestimmte Kompromisse vorschlagen, muss er diese nicht zwingend eingehen. Denn es wäre schlecht, wenn er diese dann in der laufenden Saison nicht einhalten könnte.

Auf dem Elternabend sind die Speisen und Getränke frei. Zum Beispiel kann gegrillt werden, was immer sehr gut ankommt. Dadurch, dass der Trainer einen solchen gemeinsamen Abend organisiert, zeigt er, dass ihm die Meinung der Eltern wichtig ist. Dadurch wird zumeist vermieden, dass diese irgendwann schlecht hinter seinem Rücken über ihn reden, wenn er zum Beispiel einmal bestimmte Spieler nicht aufstellt.

eltern und pubertät im Jugendfussball3. Was bedeutet kindgerechtes Coaching im Fussball?

Es ist klar, dass Kinder und Jugendliche vor allem am Anfang noch etwas anders behandelt werden müssen als Erwachsene. Hier kommt wieder das oben erwähnte Fingerspitzengefühl ins Spiel. Denn viele Nachwuchskicker müssen sich erst einmal an das Gruppengefühl gewöhnen. Es ist neu für sie, dass das große Ganze wichtiger ist, als eine einzelne Person. Dabei sollten sie aber immer noch genug Platz und Freiraum haben, sich kindgerecht zu entwickeln. Das bedeutet, dass der Trainer ihnen keinen unnötigen Druck von außen macht, sondern sie passend begleitet. Ansporn und Lob sind dabei sehr wichtige Faktoren.

Denn bereits in jungen Jahren ist es immer schöner Erfolgserlebnisse zu haben. Doch auch in der Ausbildung gehören natürlich auch Niederlagen dazu. Hier ist der Trainer sehr stark gefragt. Er muss den Kickern erläutern, dass es nicht schlimm ist, auch einmal zu verlieren. Im Gegenteil, wenn die richtigen Schlüsse aus der Niederlage gezogen werden, kann sie sogar Vorteile bringen. Denn es gibt zumeist einen Grund dafür, warum die andere Mannschaft besser war. Vielleicht haben sie besser trainiert oder verstehen sich einfach besser auf dem Platz. Das sollte ein Ansporn für das eigene Team sein, an sich zu arbeiten und im Idealfall nicht erneut zu verlieren.

Bildhafte und kindgerechte Sprache

Gerade in den ersten Jahren der Ausbildung ist es wichtig, den Spielern mit bildhafter und kindgerechter Sprache zu erläutern, was sie besser machen können. Druck ist hier übrigens völlig fehl am Platz. Denn die Kleinen sollen Spaß am Fussball haben und sich erst später mit Erfolgsdruck auseinandersetzen. Dennoch ist ein gewisser Ehrgeiz und Siegeswille natürlich von Vorteil. Wenn ein einzelner Spieler immer wieder den gleichen Fehler macht, wird dieser am besten ruhig und gut veranschaulicht in einem Einzelgespräch erläutert. Ein guter Jugendtrainer ist nachsichtig, geduldig und im besten Fall auch verständnisvoll. Denn für viele Nachwuchsspieler ist Fussball nur ein Hobby und sie haben viele andere Probleme, die ihr Verhalten unter Umständen erklären.

Wenn der Coach bemerkt, dass ein Spieler sichtbar Sorgen hat, kann er ihn wiederum in einem Einzelgespräch fragen, ob er darüber reden will. Eventuell macht es auch Sinn, die Eltern einzuweihen. Vielleicht hat der Spieler Probleme in der Schule oder auch zu Hause. Somit ist ein Jugendtrainer weitaus mehr als nur ein Coach. Er sollte den Lernprozess in der Jugend helfend und korrigierend bestmöglich begleiten. Wichtig ist, dass der Jugendtrainer die Fehler der Spieler kindgerecht erläutert und vielleicht auch bildhaft darstellt und das nach dem Spiel oder im nächsten Fussballtraining. Ein ständiges Meckern von außen macht dagegen keinen Sinn, da es die Kicker nur verunsichert, sodass diese vielleicht noch mehr Fehler machen.

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4. Die richtige Ansprache bei Fehlern

Wenn ein Mitglied des Teams einen groben Fehler begeht und beispielsweise ein Eigentor erzielt, bringt es nichts, ihn dafür zu tadeln. Besser ist es, erst einmal zu schauen, wie der Spieler selber darauf reagiert. Denn auch Fehler gehören zur Ausbildung dazu und sind daher auch wichtig. Denn nur wer solche macht, kann sich verbessern. Lässt sich der Spieler von dem Fehler nicht beeindrucken, wird er einfach nur kurz von dem Jugendtrainer aufgemuntert und aufgebaut. Denn auch Profis passieren Fehler, das ist im Sport und vor allem Fussball ganz normal. Genau das sollte der Coach seinem Schützling in einer solchen Situation mitteilen.

dribbeln fußball5. Wie sollte mit kreativen Dribbelkünstlern umgegangen werden?

Wenn ein Jugedtrainer einen sehr dribbelstarken Spieler in seinen Reihen hat, sollte er dieses Talent richtig fördern. Viele Eltern reagieren oft ungehalten, wenn ein solcher Kicker den Ball lange führt und nicht abspielt. Der Jugendtrainer hat in einer solchen Situation die Aufgabe, das Umfeld zu beruhigen. Denn es ist grundsätzlich gut, wenn ein Spieler in den ersten Jahren im Fussball bereits über herausragende Fähigkeiten verfügt. Dennoch sollte er diese richtig einsetzen. Und genau das teilt der Jugendtrainer ihm im Fussballtraining mit und lobt ihn dann ausgiebig, wenn er aus dem Gespräch lernt und den Ball im nächsten Spiel schneller abgibt.

Denn es wäre ein Fehler, ihm komplett zu verbieten, grundsätzlich zu dribbeln. Er sollte nur eben darauf achten, dies im richtigen Moment zu tun und zu erkennen, wann es besser ist, einen Mitspieler anzuspielen.

6. Positive Kommunikation ist das A und O

Ein Jugendtrainer sollte mit jedem Mitglied seines Teams stets positiv kommunizieren, auch bei Fehlern. Wenn ein Spieler von sich aus im Spiel immer wieder mit den Mannschaftskollegen und den Gegenspielern immer wieder meckert, muss der Coach im Fussball die angespannte Atmosphäre mit einer klaren aber möglichst auch positiven Kommunikation schlichten und bereits im Keim ersticken. So wird der Sportler zum Beispiel ermutigt, sich besser anzubieten und so den Fussball zu bekommen. Es gibt in eigentlich jeder Situation eines Fußballspiels auch positive Dinge zu sagen, auch wenn es gerade einmal nicht wie gewünscht funktioniert.

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7. Trost spenden und Verletzungen erkennen

Im Fussball kann es schnell passieren, dass zwei Spieler zusammenprallen oder sich auf irgendeine andere Weise verletzen. Die meisten Jugendtrainer sind sicherlich keine Ärzte, dennoch sollten sie das Auge dafür haben, wann eine Verletzung eher harmlos ist und wann ein Notarzt gerufen werden sollten. In vielen Fällen reicht es, die betroffene Stelle zu kühlen. Daher ist es wichtig, einen Sanitätskoffer mit einigen Kühlakkus und Eisspray am Rand zu haben. Viele Jugendkicker erschrecken sich bei einem solchen Zusammenprall und sollte daher aufgemuntert werden.

Das kann übrigens nicht nur um Spiel, sondern auch im Fussballtraining. Häufig reicht es aus, eine kurze Pause einzulegen und einen Schluck zu trinken. Dann kann das Training oder Spiel fortgesetzt werden. Handelt es sich dagegen offensichtlich um eine schwere Verletzung, wird besser einmal zu viel als einmal zu wenig ein Notarzt gerufen. Hierfür sollte jeder Verein ein Telefon besitzen. Ansonsten hat sicherlich der Jugendtrainer oder auch ein Elternteil ein Handy dabei.

Fazit

Ein Jugendtrainer muss in seinem Verein weitaus mehr leisten, als NUR das Fussballtraining leiten. Stattdessen ist er auch ein Zuhörer, Tröster und Aufmunterer. Darüber hinaus muss er auch mit den Eltern kommunizieren, wenn deren Nachwuchs nicht spielt und sie deswegen unzufrieden sind. Dennoch sollte er ihnen klarmachen, dass er entscheidet und das sein Wort mehr zählt. Jugendspieler sollten gerade am Anfang noch sehr behutsam behandelt werden. Denn sie müssen sich erst langsam an den Mannschaftssport gewöhnen und verstehen, das das große Ganze wichtige ist als einzelne Personen.

Mit den oben beschriebenen Tipps kann ein Trainer die Jugend sehr gut trainieren und alle Hindernisse so gut es geht meistern.

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