Kreislaufprobleme und Schwindel

Kreislaufprobleme: Regelmäßig gehen Schockmeldungen über Zusammenbrüche bekannter Fußballspieler durch die Medien. In der Realität sind derartig schockierende Zwischenfälle sehr selten. Kaum ein Fußballspieler oder –trainer wird in seiner Laufbahn jemals mit einem solchen Ereignis konfrontiert werden. Wesentlich häufiger treten Kreislaufprobleme – zum Beispiel in Form von Schwindel, Übelkeit und Schlappheit – auf. Diese werden in der Regel als Banalität abgetan und kaum beachtet. Um richtig mit diesen Erscheinungen umgehen zu können, ist jedoch ein gewisses Grundwissen erforderlich. Kreislaufprobleme sollten ernst genommen und entsprechend behandelt werden. In der Regel sind sie nicht lebensbedrohlich oder auf eine andere Art und Weise gefährlich. Dennoch ist der richtige Umgang mit den auftretenden Symptomen wichtig, um den Spieler nicht zu gefährden oder eine eigentlich harmlose Situation in ein ernsthaftes Gesundheitsproblem zu verwandeln.

Weiterführende Infos zum Thema Kreislaufprobleme?

Was sind Kreislaufprobleme?

Viele Symptome werden unter der medizinisch nicht scharf definierten Bezeichnung „Kreislaufprobleme“ zusammengefasst. Die Gemeinsamkeit dieser Symptome besteht im Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-System. Prinzipiell kann jedes in diesem System auftretende Problem als „Kreislaufproblem“ bezeichnet werden. Auf dem Fußballplatz treten vor allem Schwindel, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit auf. Manch ein Spieler berichtet gar davon, dass ihm beim Fußball „schwarz vor Augen“ wurde. Tatsächlich kann es auch zum „Kreislaufkollaps“ kommen. Der Spieler wird für einen kurzen Zeitraum ohnmächtig. Die Bewusstlosigkeit löst sich nach kurzer Zeit ohne Behandlung wieder auf.

Kreislaufprobleme im Training oder im Spiel sollten ernst genommen werden. Überehrgeizige Trainer interpretieren die genannten Symptome als Schwäche des Spielers und versuchen, diesen zu besseren Leistungen anzutreiben. Es ist jedoch vollkommen falsch, die Symptome zu ignorieren. Statt einer noch größeren Anstrengung sollte eher Erholung angestrebt werden. Leidet ein Spieler beispielsweise an Schwindel, ist es unverantwortlich, diesen als schwach zu bezeichnen und zum Weitertrainieren anzuspornen. Die Symptome verschlimmern sich durch das Weiterführen der sportlichen Aktivität.
Kreislaufprobleme

Was wird überhaupt als „Kreislauf“ bezeichnet?

Unter „Kreislauf“ ist in diesem Zusammenhang der Blutkreislauf zu verstehen. Es handelt sich bei diesem Kreislauf um das Strömungssystem des Blutes. Der Kreislauf wird somit vom Herzen und von einem Netz aus Blutgefäßen gebildet – dem kardiovaskulären System. Dieses Kreislaufsystem ist für den Menschen lebensnotwendig. Funktioniert das System nicht korrekt, können die Organe unter Umständen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Die Blutversorgung ist jedoch notwendig, da alle Organe des menschlichen Körpers über das Blut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.

Bei genauer Betrachtung der menschlichen Anatomie fällt auf, dass es zwei Blutkreisläufe gibt – den großen Körperkreislauf und den kleinen Lungenkreislauf. Das Herz sorgt dafür, dass das Blut durch die beiden Kreisläufe gepumpt wird. Dieses wichtige Organ kann in zwei Hälften unterteilt werden. Die rechte Herzhälfte pumpt das Blut durch den Lungenkreislauf, die rechte pumpt es durch den Körperkreislauf. Beide Kreisläufe sind „in einer Reihe geschaltet“. Das gesamte Blut muss somit auch den Lungenkreislauf passieren. Die Organe im Körperkreislauf sind hingegen parallelgeschaltet, sodass nicht das gesamte Blut durch jedes Organ fließen muss.

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Das Blut verlässt die rechte Herzkammer und gelangt von dort zu den Lungen, die es mit Sauerstoff anreichern. Von dort gelangt es in den linken Herzvorhof. Anschließend gelangt es in die linke Herzkammer, die es über die Aorta in den Körperkreislauf pumpt. Nachdem das Blut den Körperkreislauf durchlaufen hat, ist es mit Kohlendioxid angereichert. Es gelangt durch die obere und untere Hohlvene zurück in den rechten Vorhof. Von dort fließt es in die rechte Kammer und der Kreislauf beginnt erneut.

Wie können die Probleme entstehen? Warum treten im Training Schwindel, etc auf?

Kreislaufprobleme im Training oder generell beim Fußball treten, sofern keine Vorerkrankung vorliegt, vor allem aufgrund von Überlastung auf. Verhaltensfehler, Überanstrengung oder andere recht banal erscheinende Faktoren können Kreislaufprobleme beim Fußball auslösen. Wer beispielsweise bei Hitze trainiert, zu wenig trinkt, keine ausreichenden Pausen einlegt oder krank ist, wird deutlich eher von Kreislaufproblemen betroffen sein als ein optimal vorbereiteter Spieler. Treten im Training Schwindel oder andere Warnsignale auf, sollte das Training in jedem Falle unterbrochen werden. Im Regelfall lassen die Beschwerden recht schnell nach, wenn die Belastung eingestellt wird. Das Abebben der Symptomatik sollte jedoch nicht dazu verleiten, das Training sofort wieder aufzunehmen.

Kreislaufprobleme können zudem auftreten, wenn der Spieler am betreffenden Tag nicht genug Flüssigkeit zu sich genommen hat, körperlich geschwächt ist oder wenig Nahrung zu sich genommen hat. Häufig ist es nicht möglich, den exakten Grund der Kreislaufprobleme zu ermitteln.

Auf welche Symptome sollte geachtet werden?

Kreislaufprobleme im Training bzw. beim Fußball äußern sich vor allem durch folgende Symptome:

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Unwohlsein
  • „Flimmern vor den Augen“
  • Übelkeit
  • Schweißausbrüche
  • verschwommenes Sehen
  • Ohnmacht
  • etc.

Was lässt sich gegen Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit Fußball tun?

Akute Kreislaufprobleme, die keine pathologische Ursache haben, können in der Regel durch simple Maßnahmen behoben werden. Die Aufnahme von Flüssigkeit sorgt beispielsweise für das Ansteigen des Blutdrucks. Dies kann leichte Kreislaufprobleme recht schnell beheben. Werden die Probleme durch übermäßige Anstrengung verursacht, sollte diese sofort eingestellt werden. Der betroffene Spieler sollte das Training beenden. Im akuten Fall kann es helfen, sich hinzusetzen oder hinzulegen. Das Hochlagern der Beine ist ebenfalls hilfreich. Halten die Probleme trotz der ergriffenen Maßnahmen an oder sind sie besonders stark ausgeprägt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wer Kreislaufprobleme verspürt, sollte in den nächsten Stunden keiner sportlichen Aktivität nachgehen. Diese Vorsichtsmaßnahme schützt vor dem neuerlichen Auftreten der Symptomatik.

Wann können die Probleme auftauchen?

Die Probleme können prinzipiell zu jedem Zeitpunkt auftreten. Bei besonders hartem Training, bei sommerlichem Wetter und bei „Vorbelastungen“ jeder Art ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens jedoch erhöht. Je stärker der Spieler belastet wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Kreislaufproblemen. Zudem ist die individuelle Verfassung des betreffenden Spielers ausschlaggebend. Wer ausgeruht ist, ausreichend getrunken und gegessen hat, gesund und leistungsfähig ist, wird seltener Kreislaufprobleme erleiden als jemand, der müde, dehydriert, hungrig, krank oder in einem generell schlechten Zustand ist. Unter ungünstigen Umständen kann es auch bei moderatem Training zu Schwindel und anderen kreislaufabhängigen Symptomen kommen.


Treten die Kreislaufprobleme häufig beim Fußball oder danach auf, sollte nach den Ursachen gesucht werden. Eventuell ist die Belastung im Training zu hoch. Kann dies ausgeschlossen werden, sollte ein Arzt den Spieler untersuchen. Erkrankungen können in einem solchen Fall nicht ausgeschlossen werden.

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Wie kann man Kreislaufproblemen beim Fußball vorbeugen?

Kreislaufproblemen kann vorgebeugt werden, indem die genannten Tipps beherzigt werden. Trinken Sie ausreichend, sorgen Sie dafür, dass sie nur trainieren, wenn Sie ausgeruht sind, essen Sie ausreichend, konsumieren Sie am Abend vor einem Spiel keinen Alkohol, trainieren Sie nicht bei Hitze und achten Sie darauf, Ihren Körper nicht zu überlasten. Haben Sie das Gefühl, Ihr Trainer stellt übertriebene Anforderungen an den Einsatz im Training, sollten Sie diesen darauf ansprechen. Dies ist vor allem angezeigt, wenn Sie regelmäßig Kreislaufprobleme erleiden. Weitere Maßnahmen sollten ergriffen werden, wenn Sie erste Anzeichen – beispielsweise beginnenden Schwindel – bemerken. Stellen Sie Ihre Aktivität in diesem Falle unverzüglich an, um die Beschwerden nicht zu verstärken.

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Bildquelle:
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