Legendäre Trainer: Alex Ferguson

Der 1941 in Schottland geborene und dort in Glasgow aufgewachsene und mittlerweile zurückgetretene ehemalige Fußballtrainer und -spieler Sir Alex Ferguson war zunächst als Stürmer in verschiedenen schottischen Vereinen aktiv, bevor er seine Fußballlaufbahn als Coach fortsetzte. Zur weltweit bekannten Koryphäe mit zahlreichen errungenen nationalen und internationalen Titeln wurde er als Coach des englischen Clubs Manchester United, für welchen er 17 Jahre am Stück im Amt war, und welchen er kontinuierlich zu einer der Topmannschaften Englands und schließlich ganz Europas formte.

Stationen als Spieler

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Seine Karriere als Spieler begann er 1957 im Alter von 16 Jahren beim Glasgower Amateurverein Queens Park, für den er bis 1960 spielte. Mit zahlreichen Toren, unter anderem dem einzigen Treffer während der legendären Niederlage gegen die Queens of the South 1959 (7-1), empfahl er sich zunehmend für andere Vereine. 1960 wechselte er für vier Jahre zu St. Johnston, wo der junge Fußballer aber, trotz einer Vielzahl an Toren, dauerhaft keinen Stammplatz ergattern konnte und deshalb 1964 zu Dunfermline weiterzog, wo er erstmals den Status eines Vollzeitprofis innehatte. In seiner Zeit dort schoss er in 88 Spielen starke 66 Tore. 1966 wurde er mit einer Ausbeute von 45 Toren schottischer Torschützenkönig. 1967 wechselte er schließlich als bis dato teuerster Spieler innerhalb der schottischen Liga zum Spitzenteam Glasgow Rangers, wo er insgesamt 2 Saisons lang spielte und 25 Treffer beisteuerte. Bis zu seinem Karriereende 1974 spielte er noch für zwei weitere schottische Vereine (Falkirk und Ayr United), obwohl er auch aus der englischen Liga ein Angebot vorliegen hatte (Nottingham Forrest). Dieses nahm er aber aus Rücksicht seiner Ehefrau gegenüber nicht an, da diese nicht nach England ziehen wollte. Obwohl ihm größere Erfolge und Titel als Spieler sowie eine internationale Karriere verwehrt blieben, wurde er insgesamt sieben Mal in das schottische Nationalteam eingeladen, für welches er insgesamt 9 Treffer erzielen konnte.

Stationen als Coach

Seine erste Station auf seinem Weg, einer der bekanntesten Trainer des europäischen Fußballs zu werden, legte er beim FC East Stirlingshire aus Falkirk ein, den er im Jahr 1974 als Jungspund von 32 Jahren trainierte. Bereits im gleichen Jahr wechselte er aber zu dem bekannteren Club St. Mirren, bevor er schließlich mit dem FC Aberdeen, dem er sich 1978 anschloss, erste größere Erfolge feiern konnte. In seiner dortigen Zeit bis 1986 errangshutterstock_13897288 er mit dem Verein 3 Meisterschaften und gewann obendrein 5 Titel in den nationalen Pokalwettbewerben. In seiner Zeit bei Aberdeen verdiente er sich den Spitznamen „Furious Fergie“, da er nicht nur ein absoluter Disziplinfanatiker war, sondern sein Team fortwährend an der Seitenlinie nach vorne peitschte und durch seinen ansteckenden Enthusiasmus eine stark ausgeprägte Siegermentalität bei seinen Spielern erzeugte und diese damit auf unnachahmliche Weise motivieren konnte. Auch auf der europäischen Bühne konnte er erste größere Erfolge erringen. In der Saison 1982/83 gewann er mit seiner Mannschaft den bedeutenden Europapokal der Pokalsieger. In diesem Turnier gelangen seiner Mannschaft Aberdeen auf dem Weg zum Titel umjubelte Siege gegen absolute Spitzenmannschaften des europäischen Fußballs, wie Bayern München und Real Madrid im Endspiel. Aberdeen wurde somit zur erst dritten schottischen Mannschaft, die zu internationalen Ehren kommen konnte. Aufgrund dieses Erfolges kam er zudem auf die Kandidatenliste für die Ehrung zum „Officer of the British Empire“. Nebenbei war er eine kurze Zeit im Stab der schottischen Nationalmannschaft tätig und begleitete diese 1986 als Chefcoach zur WM 1986 nach Mexiko, da der eigentliche Cheftrainer Jock Stein unerwartet verstarb. Das schottische Team überstand in der Folge allerdings nicht die Gruppenphase und er konzentrierte sich fortan wieder auf seine Karriere im Vereinsfußball. Im November 1986 übernahm er dann spontan das Traineramt bei Manchester United vom entlassenen Atkinson und verließ damit erstmalig für einen Job sein Heimatland. Die ersten Jahre verliefen recht erfolgreich, da er das Team erst mal von der Fitness her aufbauen und seinen Wünschen entsprechend umbauen musste. Mit dem FA-Cup 1990 konnte er dann seinen ersten Titel in England gewinnen. Die nächsten Jahre sollten dann die mit Abstand erfolgreichsten der gesamten Vereinsgeschichte werden.

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Bis zu seinem Karriereende sollte er mit Manchester United 13 Mal englischer Meister werden und insgesamt 19 Titel in den diversen englischen Pokalwettbewerben erringen. Durch den zunehmenden Erfolg Manchesters konnte der Verein zudem die jahrelange Vormachtstellung des Erzrivalen FC Liverpool im englischen Fußball fürs Erste durchbrechen. Zum erfolgreichsten Jahr seiner langen Laufbahn wurde dann die Saison 1998/99, in welcher er das sogenannte „Triple“ aus nationaler Meisterschaft, FA-Pokal und erstmals dem Titel in der europäischen Champions League gewinnen und anschließend auch noch den Weltpokal einheimsen konnte, sodass Manchester United fortan als weltbeste Vereinsmannschaft anzusehen war. Im Endspiel der Champions League gegen Bayern München gewann sein Team erst durch zwei Tore in der Nachspielzeit der 90. Minute und drehte damit das Spiel erst kurz vor Schluss. Das Spiel wurde in der Folge aufgrund dieser einzigartigen Dramatik zu einem der modernen Klassiker des Fußballs. 2008 konnte er mit seinem Team nochmals diese Erfolge sowohl auf der europäischen als auch auf der globalen Bühne wiederholen. Am 19. Mai 2013 saß er schließlich nach etlichen errungenen Titeln und persönlichen Ehrungen – 1999 wurde er zum Beispiel durch Queen Elisabeth II zum Ritter geschlagen – und dem Aufbau einer der besten Mannschaften aller Zeiten, zum letzten Mal auf dem Trainerstuhl im Old Trafford in Manchester. Er war zuvor seit 1966 mit seiner Ehefrau verheiratet. Der Tod seiner Schwägerin veranlasste ihn, nochmals aus Rücksicht seiner geliebten Frau gegenüber, mit seiner Laufbahn abzuschließen. Sein Nachfolger wurde der Schotte David Moyes, der mit der Mannschaft nicht das Niveau der Vorjahre halten konnte. Bis in die Gegenwart läuft Manchester United den errungenen Erfolgen der 1990er und 2000er Jahren hinterher.

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Bedeutung

Die 17 durchgehenden Jahre bei seinem letzten Arbeitgeber Manchester United sind im Fußball eine ungewöhnlich lange Laufzeit, die Alex Ferguson zu einer einzigartigen Lichtgestalt im Verein und im europäischen Fußballgeschäft als solchem haben werden lassen. Sein Heldenstatus im Verein gipfelte in der Umbenennung einer Tribünenseite in Manchesters Stadion Old Trafford und in einer 2012 eingeweihten Bronzestatue direkt vor dem Stadion. Mit seiner kaugummikauenden, überaus leidenschaftlichen und stets fast schshutterstock_115100236on überengagierten Arbeit als Coach legte er sich häufig mit Schiedsrichtern an, war aber bei den Fans aufgrund seiner Art als bodenständiger Disziplinfanatiker all die Jahre in seiner Karriere überaus gut angesehen. Die zahlreichen Titel und Ehrungen in der Laufbahn von „Fergie“, wie er von Fans und Medien oftmals genannt wurde, ließen ihn in die Riege der weltweit absolut besten Trainer aufsteigen. Dementsprechend ist sein Name zweifellos in einem Atemzug mit Namen wie Carlo Ancelotti oder Giovanni Trapattoni zu nennen. Unter ihm wurden zahllose Karrieren begonnen und durch seine akribische Arbeit zur Vollendung gebracht. An dieser Stelle seien etwa Spieler wie Ryan Giggs, Paul Scholes, Cristiano Ronaldo, David Beckham, Gordon Strachan oder Alex McLeish genannt, mit denen er mitunter auch mal abseits des Platzes aneinandergeriet, sie aber gerade durch seine versessene Art zu den Superstars machte, die sie geworden sind.

Das Geheimnis seines Erfolges versucht folgendes Video zu lüften:


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