Mannschaftsführung – was der Trainer beachten muss

Drei entscheidende Faktoren sind es, die ein Trainer zur Führung unbedingt benötigt. Wobei: Es sind Faktoren, die für alle Personen gelten, die eine führende Position bekleiden, also etwa auch Teamleiter eines Projektteams, Lehrer, Manager etc. Aus den Aufgaben, die aus einer solchen Führung erwachsen, ergeben sich klare Bereiche, die die führende Person ausfüllen muss – und das sind eben genau die oben erwähnten Faktoren. Diese sind: Erstens ein klar abgesteckter Kompetenzbereich, zweitens ein festgelegter Entscheidungsspielraum, und drittens das Initiativrecht. Im Folgenden wollen wir ein wenig näher auf diese drei Bereiche eingehen.

Der Kompetenzbereich

Wer führen will, muss für sich klar analysieren, wie er Führung definiert und umsetzt. Denn er ist gegenüber dem Vorgesetzten – oder, um beim Fußball zu bleiben, dem Abteilungsleiter oder dem Vorsitzenden des Vereins – für den Erfolg (in diesem Fall der Mannschaft) verantwortlich. Also sollte sich der Trainer überlegen, wie er diesen Erfolg am besten herbeiführt. Das tut er, indem er sich auf seinen Kompetenzbereich konzentriert, und der liegt bei einem Trainer nun mal in der Gestaltung des Trainings und den damit verbundenen Aufgaben der Analyse und dem Ziehen der richtigen Schlussfolgerungen. Anhand dieser Folgerungen muss er überdies bestimmen, wie er das nächste Spiel angeht und welche Mannschaft er dafür aufstellt. Für das Training kommt hinzu, dass methodisches Vorgehen und das Anwenden einer Trainingslehre ebenfalls zum Kompetenzbereich des Trainers zählen. Und in diesen fallen schlussendlich, zumindest in den unteren Amateurklassen oder im Jugendbereich, weitere Aufgaben wie Organisation, Platzbeschaffung und ähnliche Dinge. Dabei ist es für den Trainer wichtig, den Kompetenzbereich sofort beim Amtsantritt mit dem Vorgesetzten klar zu definieren. Denn daran wird sich die spätere Arbeit orientieren – und führen kann ein Trainer nun einmal ausschließlich in diesem Kompetenzbereich, nämlich seinem ureigenen. Immerhin geht es um die Führung der Mannschaft.

Der Entscheidungsspielraum

Dieser hängt eng mit dem Kompetenzbereich zusammen. Dazu gehören die inhaltliche Trainingsgestaltung sowie die als nötig erachteten Sondermaßnahmen, etwa Trainingslager und ähnliche Dinge. Was die Spieler betrifft, so fallen die Verwendung eines Spielers auf einer bestimmten Position, die grundsätzliche Aufstellung, die Vorgabe einer taktischen Ausrichtung sowie Sanktionen bei Fehlverhalten eindeutig und ausschließlich in des Trainers Entscheidungsspielraum. Er muss von vornherein gegenüber seinem Vorgesetzten dafür sorgen, dass derlei sportliche Belange allein seine Aufgaben sind. Denn schließlich führt der Trainer die Mannschaft.

Das Recht auf Initiative

Was diesen Punkt betrifft, so ist er die logische Folge aus den beiden anderen Faktoren Kompetenzbereich und Entscheidungsspielraum. Mit der beschriebenen, eindeutigen Abgrenzung seiner Aufgabenfelder übernimmt der Trainer das Recht auf Initiative – oder besser gesagt: die Pflicht zur Initiative. Werden ihm etwa vom Betreuer, vom Abteilungsleiter oder vom Vereinsvorsitzenden Aufgaben zugewiesen, die eindeutig nicht in seinen Kompetenzbereich fallen, so hat der Trainer die Pflicht, diese Aufgaben zwar nicht rundheraus abzulehnen, aber doch zumindest festzustellen, dass er die geforderte Arbeit an andere Personen weiterdelegiert. Oft sind das Dinge im organisatorischen Bereich. Der Trainer kann gegenüber dieser dritten Person die Ableistung dieser Aufgaben einfordern und hat gleichzeitig das Kontrollrecht inne. Weil sich im unteren Leistungsbereich im Fußball die Kompetenzverteilung zwischen einem Trainer und einem Manager oft nicht klar trennen lässt, birgt das Initiativrecht erhebliches Konfliktpotenzial. Darum ist es aber umso notwendiger, von vornherein seinen Kompetenzbereich und den Entscheidungsspielraum eindeutig abzustecken – wenn ein Konflikt entsteht, leidet nämlich als erstes oft die sportliche Komponente, also die Mannschaft, darunter. Und das sollte in jedem Fall vermieden werden, denn schlussendlich wird dafür der Trainer zur Verantwortung gezogen, da er als Führungsperson der Mannschaft angestellt ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es zur Führung einer Gruppe folgender Faktoren bedarf: Zielsetzung, Entscheidung, Kontrolle, Realisation, Planung und Organisation. Um die Ziele zu erreichen, können Aufgaben vom Trainer an andere Personen wie Co-Trainer oder Manager delegiert werden, allerdings bleibt die Gesamtverantwortung natürlich beim Trainer. Um eine Mannschaft richtig führen zu können, bedarf es natürlich auch gewisser „soft skills“ wie pädagogisches und psychologisches Talent, eine starke Persönlichkeit, sehr gute Sachkenntnis oder eine natürliche Autorität, die bei der Vermittlung der sportlichen Inhalte an die Mannschaft glaubwürdig ist.

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