Mini-Tore

Trainingshilfen - Mini-Tore

Ein Mini-Tor ist ein Fußballtor, das deutlich kleiner als ein Jugendtor ist. Es kommt immer dann in Frage, wenn eine Spielform ohne Torwart gewählt wird. Ein Mini-Tor verhindert, dass die Spieler schon aus großer Entfernung versuchen, Tore zu erzielen. Zudem ist es sehr praktisch, wenn ein echtes Tor mit Netz vorhanden ist. Dadurch werden Streitereien verhindert, die bei Pylonen-Toren (Schuss zu hoch?) gelegentlich entstehen. Da ein Fußballspiel in der Regel mindestens 2 Tore erfordert, sollten mindestens 2 Mini-Tore vorhanden sein. Es kann aber auch nicht schaden, wenn 4 oder mehr Mini-Tore vorhanden sind, denn es gibt viele Spielformen mit mehr als 2 Mini-Toren.

Für Zielübungen sind Mini-Tore ebenfalls gut geeignet, denn sie bieten ein klares Ziel. Wenn die Spieler z.B. ein Dribbling durch einen Slalom absolvieren, kann danach ein präziser Pass in ein Mini-Tor verlangt werden. Mit der Position des Mini-Tores wird der Schwierigkeitsgrad bestimmt. Diese Übung klingt einfach, ist aber in der Praxis sehr schwierig. Nach einem anstrengenden Parcours ist es auch für einen guten Spieler schwer, einen genauen Pass über eine längere Strecke zu spielen. Deswegen kann es durchaus sinnvoll sein, hinter dem Mini-Tor ein ganz normales Fußballtor aufzustellen, damit zumindest ein Teil der Bälle, die vorbeigehen, aufgehalten wird. Aber es gibt auch Trainer, die es begrüßen, wenn ein Spieler einen zusätzlichen Lauf absolvieren muss, um den Ball zu holen. Mini-Tore können auch hingelegt werden und bieten dann ein noch kleineres Ziel.

Beispielübung 1: 3 gegen 3 (1 Ballkontakt)

Trainingshilfen - Mini-Tore 1

3 gegen 3 mit einem Ballkontakt ist ein sehr intensives Spiel. Das Spielfeld sollte deswegen nicht zu groß sein (max. 15 x 10 Meter). Die Mini-Tore dürfen aus allen Positionen anvisiert werden. Damit ein schneller Spielablauf gewährleistet ist, sollten die Mannschaften mehrere Bälle zur Verfügung haben. Es ist auch möglich, jedem Team eine bestimmte Anzahl von Bällen zu geben und dann so lange zu spielen, bis alle Bälle im Aus oder in einem Tor sind. Die Mannschaft, die weniger Bälle im Tor hat, gewinnt dann das Spiel.

Ein intensives Spiel auf einem kleinen Feld ist gut für die Sprintausdauer. Die Spieler sind ständig im Höchsttempo, insbesondere wenn nur ein Ballkontakt erlaubt ist. Wenn die technischen Fähigkeiten der Spieler aber nicht ausreichen, um mit einem Ballkontakt ein ordentliches Passspiel zu gewährleisten, sollte der Trainer 2 Ballkontakte zulassen oder eventuell sogar ein freies Spiel erlauben. Nach jedem Spiel (max. 5 Minuten) bekommen die Mannschaften eine Pause. Ein leichter Trab über den Platz lockert die Muskulatur und verbessert die Regeneration.

Beispielübung 2: Spiel mit Hintertor-Zonen („Eishockey“)

Trainingshilfen - Mini-Tore 2

Im Fußball gibt es zwar keine Hintertor-Zonen, aber es gibt viele Situationen, in denen ein Rückpass die beste Variante ist. Mit Hintertor-Zonen werden die Spieler dazu gezwungen, in den Rückraum zu schauen. Wenn ein Pass aus der Hintertor-Zone kommt, reicht oft schon ein kurzer Antritt des Mitspielers, um eine Torchance zu kreieren. In der Hintertor-Zone darf jeweils nur ein Spieler jeder Mannschaft aktiv sein. Der Verteidiger darf erst dann in die Zone laufen, wenn der Ball bereits in der Zone ist. Mit dieser Regel bekommt der Angreifer einen kleinen Vorsprung, den er durch schnelles Spiel nutzen kann.

Ein anderer Effekt, der bei dieser Übung gefördert wird, ist das defensive Umschaltspiel. Der Spieler in der Endzone muss nach dem Pass sofort nach zurücklaufen, da ein möglicher Ballverlust ansonsten immer eine Unterzahlsituation provoziert. Damit die Spieler gezwungen werden, die Hintertor-Zone zu nutzen, können Tore, die mit einem Pass aus der Hintertor-Zone vorbereitet werden, doppelt gewertet werden. Die Hintertor-Zone sollte 3 Meter breit sein, während das Spielfeld ohne Hintertor-Zonen 15 x 12 Meter lang ist. Auch ein Spiel mit größeren Mannschaften ist möglich, aber dann muss das Spielfeld entsprechend vergrößert werden.

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