Nahrungsergänzung beim Fußball

Nahrungsergänzung bzw. Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind Produkte mit dem Ziel der besseren Versorgung des Stoffwechsels. Sie enthalten grundsätzlich bestimmte Wirk- und Nährstoffe, die sich im Grenzbereich zwischen Arznei- und Lebensmitteln befinden. Gesetzliche Regelungen wurden im Jahr 2002 von der Europäischen Union festgelegt.Diese finden sich in der EU-Richtlinie 2002/46/EG vom 10.06.2002. Danach gehören die Nahrungsergänzungsmittel aus rechtlicher Sicht nicht zu den Arzneimitteln sondern zu den Lebensmitteln. Sie werden als Nährstoffe in konzentrierter Form bezeichnet. In Deutschland fallen die NEM damit unter das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch (LFGB). In diesem wird geregelt, welche Vitamine und Mineralstoffe in den Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt sind.

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Uneinigkeit: Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder nicht?

Das Thema der Nahrungsergänzungsmittel ist eines, das die Gemüter und Meinungen spaltet.
Auf der einen Seite gibt es Experten, die sie vor allem bei gesunden, durchschnittlichen Menschen für überflüssig halten. Es wird damit argumentiert, dass der Körper alle benötigten Nährstoffe bereits durch normale Ernährung aufnimmt. Dieser Auffassung ist vor allem das Bundesinstitut für Risikobewertung. Auch Stiftung Warentest hält die Nahrungsergänzungsmittel für unnötig.

Auf der anderen Seite werden die Nahrungsergänzungsmittel von einigen Experten sogar empfohlen. Oft schaffen es die Menschen im stressigen und schnelllebigen Alltag genügend Nahrung mit den benötigten Stoffen zu sich zu nehmen. Betroffene Personen werden hier von Fachleuten angehalten, die fehlenden Vitamine und Mineralstoffe zu ergänzen. Hierfür werden vor allem naturnahe Ergänzungsmittel empfohlen, da diese ein sehr breites Spektrum an verschiedenen Stoffen abdecken, statt sich nur auf eine bestimmte Gruppe zu konzentrieren. In einem Interview wird dies von dem bekannten Ex-Teamarzt des Fußballvereins FC Bayern München Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt erläutert.

Wirkung

Die Nahrungsergänzungsmittel sollen die Ausdauer und die Leistungsfähigkeit eines Menschen steigern können. Tatsächliche Leistungssteigerungen bei der Einnahme von unbedenklichen Mitteln konnte jedoch bis heute nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Nur bei wenigen Stoffen kann ein leistungssteigernder Effekt erkannt werden. Ein Beispiel hierfür ist Kreatin, das vor allem im Kraftsport Anwendung findet.
Es gibt bereits zahlreiche Studien, die Klarheit schaffen sollten. Aussagekräftige Ergebnisse blieben jedoch immer aus.

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Somit kann die Wirksamkeit der NEM nur schwer definiert und erkannt werden. Sie wirken von Person zu Person individuell anders, was unter anderem mit der unterschiedlichen Ernährung der einzelnen Menschen zusammenhängt.
Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung kann eine erwünschte Wirkung nur bei Jod in Form von jodiertem Salz oder bei Folsäure, die oft bei Schwangeren eingesetzt wird, beobachtet werden.
Es gibt Präparate, die nur einen einzigen, hochdosierten Inhaltsstoff beinhalten. Diese sollen sich sogar negativ auf den Organismus auswirken können. Zudem sind aber auch negative Reaktionen mit der normalen täglichen Ernährung möglich.

Doping oder nicht?

Auch die Frage, ob Nahrungsergänzungsmittel unter Doping fallen, kann nicht eindeutig beantwortet werden.
Bei einer Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln, die 2001/2002 stattfand, wurde gezeigt, dass etwa 14,8 Prozent der getesteten Mittel aus dreizehn verschiedenen Ländern Anabolika enthielten, was nicht mal auf der Verpackung gekennzeichnet wurde. In Deutschland wurden in ca. 11 Prozent der Mittel zur Nahrungsergänzung verbotene Anabolika gefunden. Die enthaltenen, nicht erlaubten Substanzen sind wahrscheinlich bei der Herstellung entstandene Verunreinigungen ohne Dopingeffekt. Trotzdem können diese bei etwaigen Kontrollen im Körper eines Konsumenten festgestellt werden.

Viele NEM sind mittlerweile auf dem Doping-Index gelandet und gelten teilweise als Einstieg in das Geschäft des Dopings. Befürworter der Ergänzungsmittel argumentieren jedoch, dass diese präventiv gegen Doping wirken. Beiden Behauptungen fehlt jedoch ein stichhaltiger Nachweis.
Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden, dass die meisten Mittel zur Nahrungsergänzung nicht zu den Dopingmitteln zählen. Darunter fallen vor allem jene Präparate, die ausschließlich in normaler Nahrung vorkommende Stoffe enthalten.
Im Gegensatz zum Doping werden bei der Nahrungsergänzung die Stoffwechselprozesse nicht verändert. Es werden lediglich Wirkstoffe bereitgestellt, die für effizienteres Arbeiten der Organsysteme sorgen können.
Allerdings gibt es trotzdem Nahrungsergänzungsmittel, die doch unter Doping fallen, weshalb vor allem bei Sportlern höchste Vorsicht geboten ist.738719_web_R_by_Alexander Klaus_pixelio.de

Nahrungsergänzung im Fußball

Auch im Fußball wird heiß über die Sinnhaftigkeit von Nahrungsergänzung diskutiert. Einige halten Nahrungsergänzungsmittel für die optimale Ergänzung bei zu geringer Nahrungsaufnahme oder im Leistungssport, während andere sagen, sie wären sogar schlecht für den menschlichen Organismus und den Stoffwechsel.

Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel stehen hier auf dem Prüfstand. Neben der normalen typischen Magnesiumtablette aus dem Drogeriemarkt sowie sehr aufwendigen Produkten wie Athletic Greens oder Juice plus, die nur im Direktvertrieb zu erhalten sind.

Stellungsnahme vom DFB

Vom Deutschen Fußballbund gibt es dazu eine offizielle Stellungnahme. Darin wird zunächst festgestellt, dass Leistungssport – somit auch Fußball – automatisch und nachweislich einen deutlichen Mehrbedarf an Energieträgern bei einem Spieler hervorruft. Dieser Mehrbedarf könne jedoch im Normalfall auch durch normale Ernährung gedeckt werden. Trotzdem komme es im Zuge einer intensiven Belastung, die beispielsweise bei einem Fußballspiel auftritt, zu einem geringen Nährstoffmangel, der durch die Zuhilfenahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden könne. Dabei empfiehlt der DFB lediglich eine Nahrungsergänzung bei ausgewählten Nährstoffgruppen.

Zudem warnt er vor eventuellen Verunreinigungen in den Präparaten, die zu positiven Ergebnissen bei einer Dopingkontrolle führen könnten. Sportlern wird daher empfohlen, nur Nahrungsergänzungsmittel von der sogenannten Kölner Liste zu verwenden.
Auch bei sporttreibenden Menschen sollte eine gesunde und ausgewogene Ernährung absolut im Vordergrund stehen. Fußballspieler sollten auf eine mineralstoff- und vitaminreiche Nahrung achten. Die Nahrungsergänzung sollte nicht als Ersatz, sondern, wie der Name schon sagt, ausschließlich als Ergänzung zur normalen Nahrung dienen.
Der Einsatz von Nahrungsergänzungsmittel ist im Profisport, vor allem auch im fußballerischen Bereich, längst üblich. Positive Effekte dabei können jedoch nicht belegt werden. Der größte Nutzen dabei kommt bei der Verletzungsvorbeugung zutage. Die Einnahme der Ergänzungsmittel erfolgt meist in Eigeninitiative der Fußballer, manchmal jedoch auch in Zusammenarbeit mit einem Teamarzt.

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Sportler, die ebenfalls in Erwägung ziehen, mit der Nahrungsergänzung zu beginnen, sollten sich in jedem Fall testen und ärztlich beraten lassen, damit sie über die Art der nötigen Ergänzung und die Risiken aufgeklärt werden können.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Nahrungsergänzungsmitteln?

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Bildquelle: Alexander Klaus / www.pixelio.de