Sprintschlitten

  Trainingshilfen - Sprintschlitten

Ein Sprintschlitten ist ein kleiner Kunststoffschlitten, der mit Gewichten bestückt werden kann. In der Leichtathletik werden Sprintschlitten schon seit vielen Jahren verwendet, doch auch im Fußball hat sich diese Trainingshilfe längst durchgesetzt. Weil das Gewicht an die Leistungsfähigkeit des Spielers angepasst werden kann, ist ein Sprintschlitten vielseitig verwendbar. Die meisten Sprintschlitten haben schon ein ordentliches Eigengewicht, so dass leichtgewichtige Spieler auch ohne zusätzliche Gewichte bereits einen guten Widerstand beim Ziehen haben. Es ist aber kaum möglich, theoretisch das optimale Gewicht des Sprintschlittens zu bestimmen. Deswegen muss der Sprintschlitten bei jedem Spieler getestet werden. Der Sprintschlitten sollte so gebaut sein, dass er mit handelsüblichen Hantelscheiben bestückt werden kann.

Viele Anfänger machen den Sprintschlitten zu schwer. Das optimale Gewicht ist erreicht, wenn der Spieler den Schlitten zwar mit Mühe, aber doch flüssig und in einem sehr guten Tempo ziehen kann. Wenn gar kein richtiger Sprint möglich ist, weil der Schlitten zu schwer ist, hat das Training nicht den gewünschten Effekt. Auf einem gut gepflegten Rasen kann der Sprintschlitten problemlos eingesetzt werden. Aber auch ein Aschenplatz ist durchaus für diese spezielle Trainingshilfe geeignet. Wichtig ist nur, dass die Oberfläche glatt ist, damit der Sprintschlitten sehr leicht gleitet. Deswegen kann ein Sprintschlitten auch im Winter bei Schnee durchaus verwendet werden. Es empfiehlt sich in diesem Fall aber, den Schnee auf der Sprintbahn festzutreten, damit ein gutes Gleitverhalten entsteht. Wenn auf dem Trainingsgelände ein leichter Anstieg vorhanden ist, kann dieser ebenfalls für das Training mit dem Sprintschlitten verwendet werden.

Beispielübung 1: Steigerungslauf

Trainingshilfen - Sprintschlitten 1

Bei einem Steigerungslauf beginnen die Spieler sehr langsam und steigern dann das Tempo immer weiter, bis sie das Maximaltempo erreicht haben. Ein Steigerungslauf kann 20 oder 100 Meter lang sein. In jedem Fall ist es sinnvoll, die Strecke z.B. mit Muldenhauben zu markieren, damit die Spieler eine Orientierung haben. Der Trainer kann aber auch mitlaufen, eventuell vielleicht ohne Sprintschlitten, und das Tempo vorgeben. Eine kontinuierliche Steigerung ist bei dieser Übung sehr wichtig. Bevor der Sprintschlitten zum ersten Mal in einer Übung verwendet wird, sollten die Spieler allerdings die Gelegenheit bekommen, das richtige Gewicht zu finden und ein paar lockere Läufe zu machen.

Bei langen Steigerungsläufen geht es vor allem darum, die Sprintausdauer zu verbessern. Bei kurzen Steigerungsläufen steht die Sprintschnelligkeit im Fokus. In jedem Fall ist es aber wichtig, nach jedem Steigerungslauf eine kurze Pause zu machen. Beim Training mit dem Sprintschlitten ist die Belastung deutlich höher als beim normalen Sprinttraining. Darauf muss der Trainer Rücksicht nehmen. Ohne Regenerationsphasen stellt sich der gewünschte Trainingseffekt nicht ein. Die Übung kann mit einem Torabschluss erweitert werden: Der Spieler bekommt einen Ball und macht ein Tempodribbling mit einem abschließenden Torschuss.

Beispielübung 2: Sprints mit Richtungswechseln

Trainingshilfen - Sprintschlitten 2

Jeder Spieler bekommt einen Sprintschlitten. Die Spieler laufen damit locker über den Platz. Sobald der Trainer ein vereinbartes Kommando gibt, müssen die Spieler deutlich die Richtung wechseln und sprinten. Erst beim nächsten Kommando endet der Spurt und die Spieler traben wieder ganz locker. Die Spurtstrecken sollten zu Beginn nur wenige Meter lang sein. Nach und nach können die Spurtstrecken länger werden. Allerdings ist es wichtig, dass dann auch die Regenerationsphasen entsprechend verlängert werden. Zudem können Belastungsphasen mit mehreren Sprints in kurzer zeitlicher Abfolge durchgeführt werden. Danach müssen die Spieler die Gelegenheit bekommen, neue Kräfte zu sammeln.

Der Richtungswechsel auf Kommando kann ganz exakt vorgegeben werden. Von einem Spurt nach rechts oder links bis zu einem kompletten Richtungswechsel (gelaufene Wende) sind viele Varianten möglich. Die Übung kann wesentlich erschwert werden, indem jeder Spieler einen Ball bekommt. Ein Dribbling unter großer Belastung sollte allerdings nur dann angeordnet werden, wenn die Spieler bereits einen guten körperlichen Zustand haben und eine gute Technik besitzen.

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