Taktische Systeme in der E-Jugend, Teil 2

In der F- und der E-Jugend spielen die Mannschaften mit sechs Feldspielern plus Torwart. Auch Freizeitmannschaften treten oft in dieser Besetzung an. Welche Spielsysteme kommen dabei in Frage, und wo sind deren Vor- und Nachteile?

Auf den ersten Blick sieht auch das zweite System, das wir untersuchen, recht einfach aus. Den Spielern dürfte es zumindest so vorkommen, denn „drei vorne, drei hinten“ ist denkbar simpel. Ein Spieler bildet die Innenverteidigung, der rechts und links neben sich jeweils einen Außenverteidiger hat. Die Dreierkette davor wird von einem zentralen Spieler gebildet, der von einem linken und einem rechten Mittelfeldspieler unterstützt wird. Ein ideales System, um das Spiel breit zu machen, allerdings ist es für die jugendlichen Spieler nicht ganz einfach, sobald das Spiel vertikal wird. Dann nämlich sind die Spieler dazu angehalten, sich aus der starren Formation zu lösen und kreativ Positionen zu besetzen, damit das Spiel asymmetrisch wird und für den Gegner schwieriger auszurechnen.

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Für Erwachsene ist das leicht zu durchdringen, aber Kinder um Alter von maximal zehn Jahren sind das taktisch durchaus komplizierte Dinge. Gerade im eigenen Aufbauspiel sollen sich die Spieler abseits ihrer Position so bewegen, dass sie sich gegenseitig sichern für den Fall des Ballverlusts – dabei sollen sie trotzdem anspielbereit sein. Ein wichtiger Aspekt für den Trainer ist hierbei, den Kindern aufzuzeigen, dass der Mitspieler immer zwei Anspielstationen haben sollte. Im modernen Fußball bedeutet das, dass auch der Torhüter immer anspielbar sein muss Kinderfür den Fall, dass der Feldspieler keine andere Lösung nach vorn besitzt. Die Nachteile des Systems sind jedenfalls, dass es relativ schwierig ist, Dreiecke zu bilden und dass der Abstand zwischen den einzelnen Spielern in der Grundformation recht groß ist. Dazu kommt, dass es bei nur zwei Reihen keine Tiefenstaffelung gibt und dass das Zentrum gegenüber den Außenpositionen immer schwächer besetzt ist. Zwei Vorteile bringt dieses System allerdings auch mit sich. Der erste: die Formation eignet sich ideal, um offensive Außenspieler auszubilden. Der zweite Vorteil ist, dass in einer Dreierkette ballorientiert verteidigt wird – der Unterschied zur Viererkette ist im Prinzip gar nicht so groß, wie man auf den ersten Blick meinen könnte.

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Das 2-3-1

Eine Weiterentwicklung des 3-3 stellt das 2-3-1 dar, in dem sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Die beiden Feldspieler, die die mittlere Vertikale bilden, werden einfach um eine Position nach vorne gezogen. Die Stellung der beiden verbleibenden Abwehrspieler sollte sich allerdings auch ein wenig wandeln, die müssen nun jeweils ein Stück einrücken, damit der freie Raum, den der nun fehlende dritte und zentrale Defensivspieler hinterlässt, besser abgedeckt wird. Wenn die Mannschaft verteidigt, muss der zentrale Mittelfeldspieler mit nach hinten arbeiten, und auch der alleinige Stürmer sollte die ballführenden Gegner zumindest mit anlaufen. Die beiden äußeren Mittelfeldspieler müssen sich viel bewegen, sowohl im defensiven wie auch im offensiven Spiel (hier kann man als Trainer aber durchwechseln und auch mal die Verteidiger ins Mittelfeld vorziehen). Die Flügel sind dabei jedoch nur einfach besetzt, weil die Abwehrspieler nicht mit nach vorn gehen sollten, da die Defensive bei Ballverlust und gegnerischen Kontern sonKindertraining 1st zu entblößt wäre.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Abwehrspieler nur einen kleinen Teil der gesamten Breite des Spielfelds abdecken können (was allerdings dadurch etwas abgemildert wird, dass der zentrale Mittelfeldspieler mit nach hinten einrücken soll). Ansonsten überwiegen in diesem System eher die Vorteile, da es einen klaren Stürmer gibt, der dem Rest der Mannschaft im Idealfall als Orientierung im Offensivspiel dienen kann. Durch das breite Mittelfeld wird es für den Gegner schwer, sich ohne Probleme durch die Reihen kombinieren zu können. Durch das W, das die beiden Verteidiger und die drei Mittelfeldspieler bilden, können durch das Verschieben der Spieler immer wieder neue Dreiecke geschaffen werden, was der Kombination aus der Defensive heraus natürlich zuträglich ist. Idealerweise beteiligt sich auch der Torwart am Aufbauspiel, was für spätere Jugendklassen und fürs Aktivenalter für den Keeper vorteilhaft ist.

Weiterlesen:
1. Artikel „Taktische Systeme in der E-Jugend, Teil 1
2. Trainingskartothek „Trainingsspiele

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Bildquelle: Jorge Felix Costa / Shutterstock.com

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