Vorführung des Weltmeisters

In dieser Deutlichkeit doch etwas überraschend besiegt Brasilien den Welt- und Europameister Spanien im Endspiel des Confed Cup mit 3:0. Dass das allein an der spanischen Müdigkeit nach dem quälend langen Halbfinale gegen Italien drei Tage zuvor lag, ist nahezu ausgeschlossen.

Denn auch den Italienern steckte dieses Spiel schließlich in den Knochen, doch die Azzurri waren gegen Uruguay im Spiel um Platz drei, das zudem sechs Stunden früher begann (um 14 Uhr Ortszeit), willens und in der Lage, dagegenzuhalten. Und so belohnte sich Prandellis Team für ein gutes Turnier noch mit Turnierplatz drei, wenn auch erst im Elfmeterschießen. Dagegen hatten die Spanier sechs Stunden mehr Zeit zur Erholung – und zudem den vermeintlichen Vorteil, das Finale erst um 20 Uhr Ortszeit bei halbwegs gemäßigten Temperaturen antreten zu können.

Die beiden Trainer, Scolari und del Bosque, ließen taktisch jeweils im 4-1-4-1 agieren, das sich bei Ballbesitz entweder in ein 4-1-2-3 (Spanien) bzw. in ein 4-1-3-2 (Brasilien) verwandelte. Doch während bei den Gastgebern die Schaltzentrale im Mittelfeld, bestehend aus Oscar und noch mehr Paulinho, von Beginn an im Spiel war, hatte Spaniens Xavi wenig nennenswerte Aktionen. Brasilien verdichtete die Räume zwischen den einzelnen Reihen extrem, Luiz Gustavo auf der Sechs fing viele potenziell gefährliche Angriffe der Spanier ab. Weil aber auch die Viererkette der Iberer nicht im Spiel war, erzielte Fred früh das 1:0 (2.), weitere Chancen folgten. Dass Arbeloa nach einer Notbremse gegen Neymar im Mittelkreis nur Gelb sah, als Brasilien wieder einmal schnell umschaltete, war mehr Glück als richtige Entscheidung des ansonsten souveränen Schiedsrichters.

Brasilien begnügt sich mit drei Toren

Hulk, Fred und vor allem Neymar schafften es, dank taktisch klug gewählter Laufwege und Seitenwechseln die spanische Defensive ein ums andere Mal in Verlegenheit zu stürzen. Zwar hatten die Spanier mehr Ballbesitz, doch im Spiel nach vorn waren vor allem Juan Mata (brachte trotz zahlreicher Versuche keine Flanke in den Strafraum) auf links und Torres im Sturm Totalausfälle – was allerdings auch an der Verteidigungsstrategie der Brasilianer lag. Kompromisslos blockierten David Luiz, Paulinho und Luiz Gustavo die Anspielstationen für Xavi und leiteten nach Ballgewinn oft gefährliche Konter ein. Nur Iniesta und vor allem Pedro konnten die brasilianische Abwehr hin und wieder ernsthaft beschäftigen. Als kurz vor der Pause das 2:0 durch Neymar fiel, nach einer tollen Kombination, war die Partie entschieden.

Spanien war mental down, erst recht nach dem 3:0 durch Fred (47.) – was sich nicht zuletzt an dem von Sergio Ramos verschossenen Elfmeter in der 55. Minute äußerte. Als Innenverteidiger Piqué Rot sah (68.), musste Spanien ein Debakel fürchten. Doch begnügten sich die Brasilianer mit dem 3:0. Pedro und der für Torres eingewechselte Villa wollten noch den Ehrentreffer erzielen, doch Brasiliens Torhüter Julio Cesar zeigte sich jeweils hellwach.

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