Gefangen in der Abwärtsspirale

Acht Pleiten in Serie – am Cannstatter Wasen wird die Luft immer dünner. Trotz guter Vorstellung verliert der VfB auch in Frankfurt. Die Verantwortlichen halten an Trainer Schneider fest. Noch zumindest.

Als Stuttgarts Rumäne Maxim in der 78. Minute einschussbereit nur noch das leere Tor vor sich hatte, atmete ganz Schwaben auf. Das 2:0 für den VfB in Frankfurt war nur noch Formsache. Doch wie es eben ist, wenn eine Mannschaft tief im Tabellenkeller steckt: der Ball ging nicht rein, Maxim verzog um einige Meter. Fast im Gegenzug fiel der Ausgleich für Frankfurt, und kurz vor dem Schluss musste der VfB auch noch das 1:2 hinnehmen. Wer einen derart eklatanten Negativlauf hat, verliert auch Spiele, die man im Prinzip klar beherrscht hat, das ist keine neue Weisheit, auch nicht in Stuttgart. Schon in der Vorwoche war der VfB der Hertha ebenbürtig – und verlor ebenfalls kurz vor Schluss noch mit 1:2.

Dabei hatten die von Trainer Schneider in Frankfurt im 4-3-2-1 verhalten begonnen, dann das Ruder aber dank des dichten Mittelfelds nach und nach in die Hand genommen. Bei Ballbesitz verwandelte sich das dynamische Stuttgarter Spiel in ein 4-1-3-2, Leitner und Boka wurden dann offensiver und Harnik agierte als zweiter Stürmer neben Cacau. Der VfB war aggressiv und eroberte viele Bälle, das Umschaltspiel funktionierte gut, woraus sich auch das 1:0 durch Harnik entwickelte. Bis zur Pause verdienten sich die Gäste die Führung, ließen jedoch weitere gute Chancen ungenutzt.

Stuttgart verpasst die Entscheidung – und verliert

Die Eintracht kam verbessert aus der Kabine, doch der VfB konnte die Frankfurter Taktik (4-2-3-1 mit Meier als hängender Spitze) relativ leicht aushebeln. Konter um Konter initiierten die Schwaben, doch das 2:0 wollte nicht fallen. Frankfurt kam lediglich nach einer Flanke zu einer guten Chance, Ulreich parierte jedoch bestechend. Kurios dann die 73. Minute, als Schiedsrichter Aytekin auf Strafstoß für die Eintracht entschied, Cacau hatte im eigenen Strafraum Barnetta bedrängt, dabei aber den Ball gespielt, was der Schiedsrichterassistent gesehen hatte. Aytekin nahm den Elfmeter in einer mutigen, aber richtigen Entscheidung zurück. Das Spiel wurde intensiver, Frankfurt wollte den Ausgleich, sah sich aber weiterhin taktisch gut eingestellten Stuttgartern gegenüber.

Wenn dann eine überlegene Mannschaft wie der VfB einen kapitalen Schnitzer von Zambrano am eigenen Sechzehner nicht ausnutzt (Maxim) und sowieso die sieben Spiele zuvor verlor, kommt, was kommen muss: ein Abschlag von Ulreich wurde direkt zurückgeköpft in Richtung Stuttgarter Tor, wo drei Frankfurter allein waren, das 1:1. Aber auch ein Remis hätte den Schwaben in ihrer Situation wohl psychologisch geholfen. Nicht einmal dazu sollte es reichen, denn Meier vollendete die Vorarbeit von Flum (89.) zum 2:1. Bleibt Schneider Trainer beim VfB? Stand Montag dürfte er gegen Braunschweig am Samstag eine dann wohl letzte Chance erhalten.

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