Werder atmet durch

Nach vier Spielen ohne Niederlage und acht Punkten hat sich Werder Bremen Stück für Stück aus dem gröbsten Schlamassel befreit. Beim 2:0 in Nürnberg zeigen sich die Norddeutschen eiskalt.

Im 4-4-2 ließ Trainer Dutt sein Team in Franken agieren, Nürnbergs Trainer Verbeek stellte ein 4-2-3-1 dagegen und sah sich damit taktisch gegenüber den Gästen über weite Strecken des Spiels im Vorteil. Nürnberg war besser und konnte die Partie sofort an sich reißen, dominierte Werder über weite Strecken des Spiels. Im Spiel gegen den Ball jedoch arbeiteten die Bremer taktisch klug, sie liefen von Beginn an die Löcher sofort zu, die die Hausherren durch ihre Variabilität immer wieder reißen konnten. So ergaben sich weder hüben noch drüben Chancen in der ersten halben Stunde, Nürnberg verzettelte sich zu oft und Werder setzte mehrheitlich auf lange Bälle aus der eigenen Hälfte, die jedoch nur selten den Weg zum Mitspieler fanden.

Das Spiel der Gastgeber blieb zu ausrechenbar und fand vor allem über die eigene linke Seite statt, was die Bremer bald durchschauten und gleichzeitig gut in den Zweikämpfen agierten. Das Geschehen spielte sich dennoch zumeist in der Hälfte der Gäste ab, ein Gegenangriff der Bremer landete an der Latte (22. Minute) – eigentlich ein Warnschuss für die Nürnberger. Doch die ignorierten das Signal und ließen es Hunt nach 38 Minuten aus 25 Metern noch einmal versuchen, wieder ans Aluminium. Den Abpraller verwandelte di Santo auf sehenswerte Weise zum 0:1. Der Club schien anschließend geschockt, bis zur Pause passierte nichts mehr.

Tolle Geste von Hunt

In der zweiten Hälfte bot sich taktisch das gleiche Bild. Das Spielgeschehen verlagerte sich immer mehr in die Bremer Hälfte, doch weil sich Nürnberg nicht durchspielen konnte, versuchte man es mit zahlreichen Flanken in den Strafraum der Gäste, wo es zwei Mal gefährlich wurde. Doch Werder blieb bei seiner Linie und sah sich nach 68 Minuten darin bestätigt, als Bargfrede das Nürnberger Aufbauspiel durchschaute, einen Pass abfing und mit dem Ball am Fuß ungestört auf das Club-Tor zumarschieren konnte. Sein Schuss aus 20 Metern wurde abgefälscht und schlug unhaltbar zum 2:0 ein – die Entscheidung in diesem Spiel.

Nürnberg war demoralisiert und sah sich nun mehr Angriffen der Gäste ausgesetzt. Nach 79 Minuten entschied Schiedsrichter Gräfe nach einem Sturz von Hunt auf Strafstoß für Bremen, doch Hunt zeigte eine tolle Fait Play-Geste und gab zu, dass er nicht gefoult worden war, Gräfe zog seine Entscheidung daraufhin zurück. Sicher die Entscheidung des Spieltags, sieht man dergleichen doch nicht allzu oft. Nürnberg kam nur noch einmal gefährlich vor das Bremer Tor, Werder wiederum versäumte es, mit dem 3:0 den Sack endgültig zuzumachen. Für den Club vor der Reise zum HSV ein Rückschlag im Abstiegskampf, Bremen hingegen kann erst einmal durchatmen.

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