Zweite Bundesliga, die Aufsteiger: FC Heidenheim

Am 3. August beginnt Drittliga-Meister FC Heidenheim mit einem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt sein Abenteuer zweite Bundesliga. Wenn es nach den Verantwortlichen beim Club von der Schwäbischen Alb geht, bleibt es nicht bei einer Saison.

Ein vermeintlich halbwegs machbarer Auftakt für Heidenheim? Das bleibt abzuwarten, doch im Vergleich zu den Spieltagen zwei bis sieben – Braunschweig, 1860, Karlsruhe, Union Berlin, Düsseldorf, Nürnberg – wohl schon, wenn zahlreiche etablierte bis aufstiegsambionierte Clubs auf jenen Verein treffen, der in der kleinsten Stadt im deutschen Profifußball zuhause ist. Wer jedoch denkt, daraus provinzielle Strukturen ableiten zu dürfen, liegt komplett falsch. Das 13.000 Zuschauer fassende Stadion wurde erst 2013 modernisiert, die Fußballabteilung ist nach dem Vorbild größerer Vereine seit 2007 aus dem Gesamtverein ausgegliedert. 15 offizielle Fanclubs zählt der FC Heidenheim inzwischen, und der Dauerkartenverkauf für die anstehende Saison läuft auf Hochtouren.

Und sportlich? Konnte der Club, der in der vergangenen Drittligasaison mit 59:25 Treffern das beste Torverhältnis aufwies und damit vor den punktgleichen Leipzigern Meister wurde, in der Vorbereitung fast immer überzeugen. Wobei die eigentlich große Stärke, die Defensive, noch nicht so zum Tragen kam wie in der letzten Runde. Die Ergebnisse waren dennoch achtbar: 2:4 gegen Stuttgart, 3:3 gegen Frankreichs Erstligisten Rennes, 3:4 gegen Dortmund. Davor gab es Siege gegen niederklassige Gegner, darunter etwa ein 2:0 gegen Duisburg. In den Testspielen hat Trainer Schmidt hier und dort experimentiert, immerhin sieben Neuzugänge stehen beim FCH derzeit zu Buche – richtig prominent ist keiner von ihnen, aber das muss nichts heißen. Denn insgeheim scheint Schmidt seiner Stammformation aus der Vorsaison ohnehin den Vorzug geben zu wollen.

Die Stammformation dürfte bereits feststehen

Es ist davon auszugehen, dass die eingespielte Viererkette mit Heise, Strauß, Wittek und Göhlert ebenso zur Stammelf gehören dürfte wie die beiden Sechser davor, nämlich Titsch-Rivero und Griesbeck. Einzig Fürth-Rückkehrer Kraus, ein Innenverteidiger, könnte neu in die defensive Formation einrücken, doch eher nicht sofort. Definitiv etwas ändern wird sich im Tor, nachdem der Aufstiegstorhüter Sabanov seine Laufbahn beendete. Der aus Darmstadt gekommene Zimmermann wird ab sofort neben den Pfosten stehen. Im Offensivbereich streiten sich etablierte Spieler mit Neuzugängen, einzig und allein als gesetzt gilt Schnatterer, der als Spielmacher eine überragende Drittligaspielzeit hingelegt hat – 13 Tore, 14 Assists, absolute Spitzenwerte. Wobei Schnatterer nicht unbedingt auf eine Position festgelegt ist, er kann ebenso zentral in einer Dreier-Stürmerreihe agieren. Das macht es für Trainer Schmidt einfach, die restlichen Offensivpositionen anzupassen.

Im Test gegen den VfB etwa ließ Schmidt im 4-4-2 agieren, das sah nicht nur phasenweise gut aus – wobei die Stuttgarter in der Vorbereitung auch drei Wochen hinterherhinken. Dennoch war das Pressing der Heidenheimer beachtlich, und auch die Defensive stand meist gut. Aus diesen Umständen lässt sich die wahrscheinliche Taktik Schmidts für die Zweitligasaison bereits ableiten. Sehr anfällig zeigte sich der Aufsteiger allerdings noch, wenn die Stuttgarter zu Flanken, Freistößen und Kontern kamen, auf diese Weise fielen sämtliche Gegentore. Sollte Heidenheim sich auch hier noch verbessern und gleichzeitig in den anderen Bereichen nicht nachlassen, ist dem Team eine gute Zweitligaspielzeit absolut zuzutrauen.

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