Interview Martin Rost – U19 Rot-Weiß Lüdenscheid

Heute im Interview: Der U19-Trainer von Rot-Weiß Lüdenscheid, Martin Rost.

fussballtraining.de: Für welchen Verein bist Du aktuell tätig und welche Mannschaft betreust Du?

Martin Rost: Seit 2012 bin ich bei Rot-Weiß Lüdenscheid (Kreis Lüdenscheid – NRW) als Juniorentrainer tätig. Seit August 2013 zeichne ich mich als verantwortlicher Cheftrainer der A-Junioren für diese Altersgruppe verantwortlich. Im Rahmen dessen coache ich mit meinen Co-Trainern Markus Blischke und Bernd Klabunde die erste Mannschaft der A-Junioren.

fussballtraining.de: Wie zufrieden bist Du mit dem Verlauf der aktuellen Saison?

Martin Rost: Mit dem bisherigen Verlauf der aktuellen Saison kann man durchaus zufrieden sein – und das bin ich auch. Aus 13 Hinrundenpartien konnten wir jedes für uns entscheiden und sind punktverlustfrei als unangefochtener Tabellenführer in die Winterpause gegangen. Bemerkenswert war hier sicherlich unsere Torgefahr, welche wir in Zählbares umwandeln konnten. Lt. Fussball.de sind wir mit 118Toren aus 13 Partien derzeit die torgefährlichste A-Juniorenmannschaft des Verbandes Westfalen. Darüber hinaus konnten wir den Kreispokal durch den Finalsieg gegen ein klassenhöheres Team für uns entscheiden – ein wirklich toller Erfolg.
Die Ergebnisse auf dem Papier stimmen also, aber das ist nur eine Seite der Medaille wenn man im Juniorenbereich tätig ist. Die individuelle Entwicklung eines Juniorenspielers als Fussballer steht ebenso im Fokus wie die charakterliche Entwicklung hinsichtlich sozialer Aspekte. Die Altersklasse der A-Jugend ist schließlich die Schwelle zum Herrenbereich und ebenso Zeitraum des Erwachsenwerdens – so interpretieren und nehmen wir die Aufgabe wahr.

fussballtraining.de: Was ist in dieser Saison für Euch noch möglich?

Martin Rost: Für uns ist Alles drin diese Saison. Wir sind als Tabellenführer mit 10 Punkten Vorsprung in die Winterpause gegangen. Bei dieser Ausgangslage für die Rückrunde braucht man über Ziele nicht groß sprechen – diese sind klar formuliert. Wir streben dieses Jahr den Aufstieg an, um sich für die entsprechenden Relegationsspiele zu qualifizieren ist der Meistertitel notwendig.

fussballtraining.de: Welche Philosophie verfolgst Du als Trainer? Was ist Dir besonders wichtig?

Martin Rost: Was die Philosophie hinsichtlich Verhalten betrifft, ist für wichtig, dass ich – bei allen Eindrücken und sich ständig veränderten Bedingungen – immer ich selbst bleibe, dass ich meine Linie habe und nicht auf jeden vorbeifahrenden Zug aufspringe. Die Balance zwischen einer erkennbaren Arbeitsweise und Zielsetzung (Handschrift des Trainers) und Neuerungen zu halten, halte ich für bedeutsam. Gerade bei der Arbeit mit Jugendlichen ist es nötig klare Prinzipien und haben und zu leben, sie müssen wissen woran sie sind. Ich verstehe mich dabei nicht als Lehrer oder Vormund, sondern mehr als Unterstützer bei der Weiterentwicklung der fussballerischen aber auch sozialen Fähigkeiten, wobei ich bisher immer ein gutes Mittelmaß zwischen Kumpeltyp und Chef gelebt habe.
Um meine fussballerische Philosophie kurz mit Schlagwörtern zu umreißen; ich bin ganz klar ein Freund von:

  •  hohem Anteil eigenen Ballbesitzes, ich möchte immer in der Lage sein das Spielgeschehen selbst zu beherrschen
  •  Kurzpassspiel mit wenig Ballkontakten
  •   Mittelfeld- und Angriffspressing, direkte Ballrückeroberung nach Ballverlust wenn möglich

fussballtraining.de: Wer ist Dein Vorbild als Trainer und warum?

Martin Rost: Das Explizit EINE große Vorbild habe ich nicht. Aber klar, Trainertypen aus der Bundesliga wie Christian Streich, Thomas Tuchel, Jürgen Klopp, Jos Luhukay und Lucien Favre sind für mich Vorbilder, ich glaube die machen einen richtig tollen Job, alle Arbeiten mit jungen Spielern zusammen, jeder sicherlich auf unterschiedlichste Weise aber ich glaube diese Trainer, so unterschiedlich sie auch sind, sie verkörpern Ihre Art auf eine natürliche Weise, verstellen sich nicht. Authentizität ist hier maßgeblich – daher für mich Vorbilder. Um noch einen Trainer zu nennen, welchen ich derzeit sehr achte ist Frank Schmidt, er übernahm Heidenheim 2007 in der fünften Liga, mittlerweile ist er Tabellenführer der 3.Liga. So was man sieht und hört arbeitet er sehr akribisch und ebenso authentisch – er wird dieses Jahr sicher aufsteigen, das wünsche ich ihm.

fussballtraining.de: Welche Schwerpunkte setzt Du in Deinem Training?

Martin Rost: Im Fussball geht es darum Tore zu schießen und Tore des Gegners zu verhindern. So schlicht wie das auch klingt. Das sind meine Trainingsschwerpunkte. Neben den allgemeinen Trainingsschwerpunkten je nach Saisonphase, wie bspw. „Vorbereitungsphase Sommer“ Ausdauer, Gruppen-, Mannschaftstaktik etc. versuche ich unsere Wettkampfspiele zu lesen und zu erkennen woran das „Tore schießen und verhindern“ scheitert. Für die erkannten Probleme Lösungen finden und diese Lösungen explizit mit der Mannschaft während des Trainings gemeinsam erarbeiten. Aus diesem Grund sind meine Schwerpunkte sehr unterschiedlich und individuell.
Dies ist allerdings auch nur ein Part des ergebnisorientierten Mannschaftstrainings. Wie bereits erwähnt ich trainiere A-Jugendliche, die Spieler auch individuell zu verbessern und zu besseren Fussballern zu machen ist daher ebenso ein Schwerpunkt.
Allgemein sind mir insbesondere gruppentaktische Inhalte sehr wichtig. Konditionelle Defizite wie technische Mängel etc.in der A-Jugend auszubügeln, stehen ehrlich gesagt weniger auf meiner Tagesordnung.

fussballtraining.de: Welche Utensilien dürfen in Deinen Trainingseinheiten nie Fehlen ?

Martin Rost: Hierbei bin ich relativ pragmatisch, klar ist es fördernd wenn man mit jeglichen Utensilien wie Koordinationsleitern, Dummies, verschiedenste Hütchen und so weiter ausgestattet ist. Einige Dinge davon sind aber defintiv „must haves“, aber sind wir mal ehrlich; Ich kann die besten Utensilien zur Verfügung stehen haben und dennoch schlechtes Training durchführen. Wenn ich nicht weiß was ich von meinen Jungs im Wettkampf erwarte, nicht weiß was die Trainingsziele bzw. Ziele einer Trainingsform sind und vor allem wenn keine Fehler erkenne und diese nicht zu korrigieren weiß, dann nützen mir die besten Hilfsmittel nicht. Die nötigsten Utensilien sind Kenntnisse über fussballspezifische Methodik.
( Trainings-Ablaufplan, Bälle, Leibchen, Hüttchen, Tore, Taktikboard sind immer dabei)

fussballtraining.de: Wie bildest Du Dich als Trainer weiter?

Martin Rost: Ich bin Inhaber der C-Lizenz Leistungsfussball (UEFA-B-Level). Zum Einen bilde ich für den Erhalt und Verlängerung meiner Lizenz mich durch Fortbildungen des Verbandes weiter. Zum Anderen habe ich ein relativ großes Netzwerk an befreundeten Juniorentrainern, in welchem man sich regelmäßig austauscht. Fachliteratur und Onlinemedien, welche heutzutage weitverbreitet existieren runden die Sache ab. Ab und zu schaue ich mir auch gerne A-Jugendliche Bundesligisten an.

fussballtraining.de: Was lauten Deine persönlichen Ziele als Trainer?

Martin Rost: Mein mittelfristiges Ziel ist es die B-Lizenz zu erhalten. Mit 28 Jahren bin ich noch einer der jüngeren lizenzierten Trainer. Da meine eigene sportliche Laufbahn durch drei Kreuzbandrisse sehr zeitig ein Ende gefunden hat, konzentriere ich mich stark auf das Trainer-Dasein, bilde mich stetig fort und „wachse“ täglich mit meinen Aufgaben. Man entwickelt sich durch die zeitintensive Arbeit ständig weiter. Der Weg ist das Ziel.

Sind Sie auch Jugendtrainer und würden sich gerne hier bei uns auf fussballtraining.de vorstellen? Dann schreiben Sie uns noch heute eine Mail an: fussballinterviews@gmail.com

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