5.3 Spieletraining mit 4er Spielsystem

Die heutigen 4-gegen-4-Spiele sind hervorragend geeignet, eine umfassende Spielintelligenz von der individuellen bis hin zur gruppentaktischen Lösung von Offensiv- und Defensivsituationen zu schulen.

Obwohl zahlreiche Spielvarianten und Optionen möglich sind, ist jeder Spieler intensiv ins Spielgeschehen eingebunden und für den Erfolg seiner Mannschaft wichtig. Insofern sind 4-gegen-4-Wettbewerbe im Trainingsjahr ein Hauptbestandteil! Die dazu nötigen Grundlagen des Zusammenspiels und gruppentaktischen Verhaltensweisen wurden bereits in den entsprechenden Trainingsblöcken einstudiert. Sie lassen sich im 4-gegen-4 umsetzen und wiederum in das 11-gegen-11 integrieren.

Parcourswettkämpfe zum Aufwärmen


Organisation und Ablauf

• Vier Viererteams verteilen sich auf ebenso viele Staffelparcours.
• Dribblingwettkampf: durch den Parcours dribbeln, Ballübergabe. Welches Team steht zuerst wieder in der Startauf­stellung?

Hinweise

• Das Verhältnis zwischen Pause und Bewe­gung beachten. Nicht zu lange stehen.
• Viele Variationen anbieten, damit die Organisationsform lange spannend bleibt.
• Der Parcours sollte Sprintstrecken, Richtungs­wechsel und eine Besonderheit (hier: Hürde) bieten, damit er fußballtypische Bewegungen abbildet und nicht langweilig wird.
• Zuerst mit Dribblingwettkämpfen warm werden, dann Sprintwettbewerbe.

Variationen

• Variation der Aufgabe an der Hürde:
– Den Ball unten hindurch spielen, oben drüber lupfen oder seitlich vorbeispielen.
– Der Spieler kriecht unten hindurch, hüpft (in Sprungkombinationen) darüber oder macht eine Drehung/Rolle vorwärts usw. daneben.
– Der Spieler folgt dem Ball (z. B. beide unten durch) oder überwindet das Hindernis gegenläufig (Ball links, Spieler rechts).
• Variationen beim Dribbling: Verschiedene Technikaufgaben, verschiedene Bälle.
• Variationen ohne Ball: Sprints mit Zusatzauf­gaben beim Start oder an der Hürde bzw. Kräftigungswettlauf auf allen Vieren usw. im verkürzten Parcours.

4-gegen-4-Turnier


Organisation und Ablauf

• Die Viererteams spielen ein Turnier jeder gegen jeden in drei parallelen Spielfeldern – eines mit Toren und Torhütern, die beiden anderen mit Minitoren.
• Spielzeit: vier Minuten. Nach dem Hinspiel findet sofort das Rückspiel im anderen Feld statt, so begegnet jede Mannschaft jeder anderen in jedem Feld einmal.

Hinweise

• Die möglichen Spielsysteme mit ihren Vorteilen sind links skizziert.
• Im Block-System wird gearbeitet, wie im 4-4-2-System mit Mittelfeldkette: Die Defensivarbeit verläuft wie das Mittelfeldpressing, die ballnahe Spitze doppelt nach hinten. Offensiv können mit Anspielstationen wie im 4-gegen-2 Formen des Zusammenspiels der Spitzen und mit Nachrückern ebenso verwendet werden wie das Andribbeln des freigespielten Verteidigers. Also sehr variables Spiel mit situativen Übergängen ins 2-1-1- und ins 1-2-1-System.
• Das Rauten-System nutzt die zentrale Spitze als Spielmacher und die Außenpositionen als Tempoangreifer. Vor allem mit der 3-1-Verteidigungsformation ist es eher defensiv ausgerichtet. Mit dribbelstarken Halbspielern erlaubt es jedoch eine attraktive, individuell angelegte Offensivstärke.

9-gegen-9 im halben Spielfeld

Organisation und Ablauf

• 9-gegen-9 im halben Spielfeld auf Großtore, wie in der Vorwoche.
• Freies Spiel, lockeres Abschlussspiel.
• Aufgabe: Anspielstationen links, rechts und tief herstellen! – wie im 4-gegen-2-Spiel.

Hinweise

• Die gruppentaktischen Verhaltensweisen aus dem 4-gegen-4 ins große Spiel integrieren. Die Spieler sollen erkennen, dass trotz größerer Mannschaften in der reduzierten Situation unmittelbar in Ballnähe stets eine 4-gegen-2- bis 4-gegen-4-Situation existiert.

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