2.4. Trainingsübungen zum Kombinationsfußball

Die in den bisherigen Einheiten erlernten und stabilisierten Grundlagen des Zusammenspiels werden in dieser Einheit konsequent abgerufen. Dazu ist jedoch wieder der Trainer gefordert, er muss den Spielern die richtigen Tipps und Korrekturen vermitteln, damit sie ihr Spiel gezielt verbessern können. Die Spielformen selbst sind in der Regel bekannt und relativ einfach, so dass sich die Spieler auf das Wesentliche konzentrieren können.

Aufwärmen: Handball-Kopfball, Lauf- und Passwege

Handballspiel im Fußballtraining

Organisation und Ablauf

• 4-gegen-4 bis 6-gegen-6 im doppelten Strafraum.
• Handball-Kopfball: Der Ballbesitzer darf mit dem Ball in der Hand nicht laufen, dadurch müssen sich die Mitspieler zum Anspiel freilaufen.
• Abschluss ins Tor mit Kopfball.
• Lässt ein Spieler den Ball zu Boden fallen, wechselt der Ballbesitz zur gegnerischen Mannschaft.

Hinweise

• Die Mitspieler müssen wie beim 4-gegen-2 Anspielstationen schaffen: Der Ballbesitzer muss möglichst nach links, rechts und auf Lücke sichere Anspielpunkte haben.
• Die Spieler müssen sich beim Handball weniger auf die Technik konzentrieren, weil das Spiel mit der Hand wesentlich einfacher ist als mit dem Fuß.
• Diesen Vorteil unbedingt nutzen: Taktische Zusammenhänge (Lösen zum Anspiel, Dreiecke bilden usw.) sind für die Spieler leichter aufzunehmen und umzusetzen!
• Gezielt Variationen einsetzen (s.u.).

Variationen

• Kurzpassverhalten: „Überkopfwürfe sind verboten!“
• Spiel in die Tiefe und schnelles Umschalten: „Rückpässe sind verboten! Nur nach vorne werfen!“
• Toralternative zur Vermeidung von Kopfballzweikämpfen (bei Furcht vor Zusammenstößen): Torerzielung durch Wurf an die Latte.

Hauptteil: Spiel auf Ballhalten, Freilaufen und Decken, Zusammenspiel

Freilaufe und Decken

Organisation und Ablauf

• 6-gegen-6 im Übungsfeld, Feldgröße je nach Alter und Leistungsstand der Spieler.
• Ziel: Ballhalten und Ballzirkulation in den eigenen Reihen.
• Spielt eine Mannschaft 10 (erschweren: 15 oder 20) Stationen ohne zwischenzeitlichen Ballverlust, müssen die Gegner 10 Liegestützen machen.

Hinweise

• Coachingschwerpunkte:
– Anbieten zum Anspiel möglichst in offener Stellung
– Anspielstationen nach links, rechts, auf Lücke und zur weiten Spielverlagerung (s. Abb.)
– Standardisierte Formen des Zusammen¬spiels: Doppelpass, Spiel über den dritten Mann
– Den Gegner locken, aus dem Druck in den freien Raum herauskombinieren, und den Gegner wieder kommen lassen (Spielver¬lagerungen, Rhythmuswechsel)
– Sichere Mitnahmen (genügend Raum) oder direkt passen (hoher Gegnerdruck)

• Der Mittelspieler kann positionsspezifisch arbeiten (6er, 10er):
– Anbieten auf Lücke (Abb.: Laufpfeil)
– Unter hohem Druck schnell kombinieren, als Wandspieler oder zur Spielverlagerung als dritter Mann helfen (Abb.: A)
– Bei genügend Aktionsraum mit einer sicheren Mitnahme in die Bewegung aus dem Druck heraus die Spielverlagerung einleiten (Abb.: B).

Variationen

• Feldgröße:
– Ein großes Feld gewichtet die Laufarbeit (Anbieten!) und die Passqualität (Druckpass über größere Distanzen).
– Ein kleineres Feld erhöht den Druck und gewichtet die schnelle sowie präzise Lösung der Situationen.

Abschlussspiel: 6-gegen-6

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