3.9. Verteidigen im Raum

Im Rahmen kleiner Teams wird heute das grundsätzliche Prinzip des Verteidigens im Raum geschult. Die Kleingruppen ermöglichen es einerseits, die Komplexität zu verringern und den Lernprozess damit zu begünstigen. Denn in 3er- und 4er-Teams ist die Abstimmung leichter als in der großen Mannschaft. Andererseits kann der Trainer so noch individueller coachen und auf den einzelnen Spieler eingehen. In den nächsten Montagseinheiten wird darauf aufbauend positionsgetreuer trainiert.

Dreifarbenspiel zum Aufwärmen


Organisation und Ablauf

• Zwei parallele Spielfelder von 15×20 Metern mit je drei Dreierteams besetzen.
• Zwei Mannschaften spielen im 6-gegen-3 gegen die dritte (Abb.: blau + gelb gegen rot).
• Gewinnt das Defensivteam in der Mitte den Ball, muss die Mannschaft, die den Ballverlust verursacht hat, in die Mitte wechseln.

Hinweise

• Grundverhaltensweisen siehe letzte Montagseinheit. Passwege zustellen (roter Spieler links und rechts), Lücken schließen (roter Spieler Mitte) und den Ball attackieren.
• Eine solche Pressingsituation mit komplett zugestellten Auswegen muss gezielt herbeigeführt werden, sie ergibt sich nicht einfach.

Variationen

• Je nach Spieleranzahl auch 8-gegen-4 mit drei Viererteams.
• Die Spielfeldgröße so dem Leistungsstand anpassen, dass sowohl die Angreifer als auch die Verteidiger Erfolgsaussichten haben.

Hauptteil: 4-gegen-4-Turnier


Organisation und Ablauf

• Turnier von vier Vierermannschaften in zwei Spielfeldern, eines im doppelten Strafraum mit Großtoren und Torhütern, eines mit je zwei Hürdentoren.
• Jeder gegen jeden, Hin- und Rückspiel direkt hintereinander in Feld A und B.
• Spielzeit: 4 Minuten.

Hinweise

• Grundsätzliches Defensivverhalten wie geübt: Druck auf den Ball, Passwege zu, Lücken schließen.
• Verhalten der einzelnen Spieler:
– Der ballnahe Spieler (1) muss möglichst schnell Druck auf den Ball ausüben. Nicht nur stellen und begleiten, sondern die Balleroberung anstreben!
– Der nächste Hintermann (2) sichert dreifach: a) die Passlücke (Deckungsschatten erweitern), b) gegen das Überdribbeln des stellenden Partners (Liberofunktion) und c) gegen den gegnerischen Angreifer in seinem Umfeld.
– Der Nebenmann (3) bedroht den Rückpass zum Torhüter und den Querpass zum Gegner am anderen Flügel. Wenn er zum Doppeln dazustößt, dann läuft er in einem kleinen Bogen, um den Passweg nach innen zu schließen. Beim Pass zur gegnerischen Spitze in die Tiefe doppelt er nach hinten mit den Innenverteidigern, daher steht er im Dreieck zu ihnen.
– Der ballferne Verteidiger (4) sichert a) auf Lücke, b) gegen die Spielverlagerung und c) gegen den gegnerischen Angreifer in seinem Umfeld.

Abschluss: 9-gegen-9


Organisation und Ablauf

• Die Viererteams zu zwei Mannschaften zusammenstellen und im halben Spielfeld auf zwei Tore mit Torhütern spielen.
• Dieses Abschlusspiel ist den Spielern aus der letzten Montagseinheit bereits bekannt, daher können sie sich ausschließlich auf ihre Laufwege konzentrieren. Gleiche Aufgaben wie im 4-gegen-4: Balldruck aufbauen, Passwege und Lücken schließen, die vordere Reihe doppelt nach hinten.

Hinweise

• Das grundsätzliche Verteidigungsverhalten, das Spiel gegen Lücken, muss von den Spielern verinnerlicht sein. Alle positionsspezifischen Verhaltensweisen und Details (s. folgende Montagseinheiten) beruhen darauf!

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