4.2. Angreifen über den Flügel

Betonte die letzte Montagseinheit noch das Spiel der Spitzen als tiefe Anspielstation zum Angriff durch das Zentrum, so stehen heute die Außenangreifer im Fokus. Zunächst wärmen sie sich mit typischen Laufbewegungen auf, mit denen sie sich anspielbar machen müssen, dann können sie wettspielgetreu lernen, welche Formen des Zusammenspiels ihnen nach einem Zuspiel offen stehen.

Dazu müssen auch die umgebenden Positionen entsprechende Angebote schaffen. Wie auch schon letzte Woche zeigt diese Montagseinheit einen Rahmen für das Training des Flügelspiels auf, die genauen Details füllen Fachbücher und können daher nicht erschöpfend dargestellt werden.

Freilaufbewegung für Flügelspieler zum Erwärmen

Organisation und Ablauf

• Drei Spieler mit einem Ball postieren sich an einem Stangendreieck mit ca. 8 Metern Seitenlänge.
• Ein Spieler (Abb.: Mitte) übernimmt die Aufgabe eines Zentralspielers, die beiden anderen die eines Flügelspielers.
• Der zentrale Spieler legt sich den Ball kurz vor, diese Zeit nutzt der Flügelspieler zum Überlaufen der Stange als der gedachte Gegner (1).
• Der Zentralspieler spielt den gedachten Lückenpass zum Flügelpartner, dieser nimmt den Ball kurz ins Tempo mit und passt dann zurück zum Zentralspieler.
• Der Mittelspieler legt den Ball hinter der Stange um (Abb.: Mitnahme mit der rechten Innenseite am Standbein vorbei nach links), während der Ball zur anderen Seite rollt hat nun der zweite Flügelspieler Zeit, seine Freilaufbewegung zu timen.
• Gleicher Ablauf von der anderen Seite usw.
• Locker aufwärmen, dass das Tempo steigern.

Hinweise

• Das Timing von Passgeber und -empfänger zueinander wird aufeinander abgestimmt.
• Technikausbildung: Pass und Ballmitnahme jeweils mit dem taktisch richtigen Fuß. Zur beidbeinigen Ausbildung daher die Seiten wechseln!
• Beispiel Abbildung: Der Mittelspieler passt mit der rechten Innenseite, der Flügelspieler nimmt mit rechts mit und passt mit dem gleichen Fuß zurück. Mitnahme des Mittelspielers mit rechts und Pass zur anderen Seite mit links. Der linke Außenspieler arbeitet mit dem linken Fuß.

Variation

• Siehe Abbildung unten, wenn der gedachte Gegner sich nicht überlaufen lässt.

6-gegen-6 Abwehr gegen Angriff in der Flügelzone

Organisation und Ablauf

• Abwehr gegen Angriff: Die Offensivspieler greifen auf das Tor mit Torhüter an, die Defensive kann auf die Stangentore kontern.
• Auf Höhe der entfernteren Torraumlinie ist das Spielfeld „abgeschnitten“, so dass das Flügelspiel wie im normalen Wettspiel stattfinden muss.
• Beide Teams agieren aus dem gewünschten System, hier aus dem 4-4-2. Angriff: zwei Spitzen und der Flügelangreifer vorne, Doppelsechs und Außenverteidiger hinten. Abwehr: zwei Innen- und ein Außenver­teidiger hinten, Doppelsechs und Außenmit­tel­feldspieler vorne.
• Das Spiel beginnt nach Tor, Abschluss oder Ausball immer bei den Angreifern an der Mittellinie.

Hinweise

• In dieser Organisation kommen sehr häufig typische Flügelsituationen vor, in denen das Zusammenspiel einstudiert werden kann.
• Beispiel Abbildung: Der Außenangreifer wird angespielt, der Außenverteidiger überläuft – der Passempfänger sollte nun sieben Optionen für die Anschlussaktion haben: Solodurch­bruch, tiefes Anspiel in die Spitze, Anspiel in den Lauf der hinteren Spitze, Pass zum Überlaufenden, Verlagerung zum nachstoßenden Sechser, Rückpass, Diagonalball (in dieser Spielform nicht möglich).
• Um diese Optionen einzustudieren und aufeinander abzustimmen, muss der Trainer coachen! Situationen einfrieren, aus dem Standbild langsam durchspielen und weiterspielen lassen!

Freies Spiel zum Abschluss

Organisation und Ablauf

• Freies Spiel auf zwei Tore mit Torhütern.
• Kein Bezug auf das Wettspiel (Spielfeldzone, Positionen usw.), um einen lockeren Abschluss zu ermöglichen.
• Evtl. Motivation durch Strafaufgeben für das Verliererteam.

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