Verletzungsprävention

Um das extrem breite Spektrum der Möglichkeiten, die zu einer Verletzung führen können, etwas einzugrenzen, soll im Folgenden auf die drei hauptursächlichen Unzulänglichkeiten eingegangen werden. Schließlich bekommt ja fast niemand hin, was Santiago Canizares im Mai 2002 (er war damals Torwart beim FC Valencia) geschehen ist und weswegen er schließlich auch die WM in Südkorea und Japan verpasste: Er ließ eine Flasche After Shave aus der Hand fallen, die Scherben bohrten sich in seinen Fuß und durchtrennten eine Sehne. Als Hauptauslöser für Verletzungen dürfen also folgende Punkte gelten: a) richtiges Aufwärmen hat nicht stattgefunden, dementsprechend wurden auch die Muskeln nicht gedehnt und diese sind dann einfach nicht elastisch genug; b) die Verletzung wird durch den Gegner verursacht, etwa durch ein grobes Foulspiel; c) man ist schon etwas müde, Gelenke, Knochen, Muskeln und Bänder sind ein wenig überlastet, und durch eine Konzentrationsschwäche bewegt man sich nicht mehr richtig, man geht vielleicht falsch zum Ball. Man zählt a) und c) zu den so genannten endogenen Verletzungen, sie treten meist infolge des Einsatzes eigener Kraft auf. Punkt b) dagegen ist eine exogene, aufgrund äußerer Einwirkung eingetretene Verletzung.

Die Punkte b) und in Teilen auch c) sind jedoch relativ schwer beherrschbar. Eine durch den Gegenspieler verursachte Verletzung kann in den meisten Fällen nur schwer verhindert werden, man schaue sich exemplarisch dafür nur einmal das Foul von Kevin-Prince Boateng an Michael Ballack an, der ja nicht ahnen konnte, dass Boateng ihm so in die Beine springen würde. Im Falle c) sollte man natürlich automatisch vorsichtiger werden oder – im Wettkampf – sich auswechseln lassen. Aber nicht immer ist zu verhindern, dass es aufgrund Müdigkeit und Konzentrationsschwäche zu Verletzungen kommt, kleine Unebenheiten auf dem Platz können da schon ausreichen, wenn gleichzeitig die Körperspannung nicht mehr besonders hoch ist.

Bleibt also nur Punkt a), den man aktiv zu 100 Prozent steuern kann, indem man sich vor dem Training und natürlich auch vor dem Spiel richtig warm macht. Gemeint ist natürlich das körperliche Aufwärmen, nicht das technische wie etwa Übungen mit Ball. Bei einer 90-minütigen Trainingseinheit sollten 15 Minuten schon mal allein für das Aufwärmen reserviert sein. Mehr zum Thema Aufwärmen hier: http://www.fussballtraining.de/uebungen/aufwaermtraining. Um generell Verletzungen besser vorzubeugen, empfiehlt es sich, Muskelmasse zuzulegen und so das Körperfett zu reduzieren.